Sofort für Impfungen genutzt Untersuchungsstation für Flüchtlinge in Hesepe eröffnet


Bramsche. Ab sofort hat das Ärzte-Team in der Flüchtlings-Erstaufnahme in Hesepe eine feste Untersuchungsstation: Das Holzhaus, das maßgeblich durch die freie Berufsbildungsstätte „Die Brücke“ errichtet worden ist, wurde am Freitag offiziell eröffnet.

Wie es sich gehört, war der Chef der erste Patient, der sich in der neu gebauten Untersuchungsstation – vorsorglich – behandeln ließ: Klaus Dierker, seit wenigen Wochen Chef der Flüchtlingsunterkunft, bekam noch vor den Bewohnern der Erstaufnahme von Amtsarzt Gerhard Bojara eine Influenza-Impfung.

Freude über neues Domizil

Die Freude des Leiters des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück über sein neues Domizil war groß. „Im Container, in dem wir bis jetzt gearbeitet haben, waren es an einigen Tagen morgens auch mal null Grad kalt.“ Meist habe es bis mittags gedauert, bis eine annehmbare Temperatur geherrscht habe. „Wenn man den Leuten unter den Bedingungen sagt, dass sie sich ausziehen müssen, ist das natürlich nicht schön.“

Entlastung durch Holzhaus

Maßgeblich zu verdanken ist die neue Untersuchungsstation der freien Berufsbildungsstätte „Die Brücke“ aus Bramsche. Deren Leiter Michael Kaufmann hatte die Idee, der überfüllten Landesaufnahmebehörde mit einfachen Holzhäusern Entlastung zu verschaffen. (Weiterlesen: Einrichtung wird winterfest gemacht)

Stiftung hilft spontan

Finanzielle Unterstützung bekam Kaufmann sofort von der Osnabrücker Bohnenkamp-Stiftung. „Die akute Notlage erfordert promptes Handeln und kreative Lösungen“, sagte deren Geschäftsführer Michael Prior. Nach Zusage des Landkreises, das Projekt mitzutragen, spendete die Stiftung 30000 Euro.

Schüler helfen tatkräftig mit

Mit Unterstützung der Berufsbildenden Schulen Bersenbrück zogen die Mitglieder der „Brücke“ das Holzhaus in wenigen Wochen und unter vollem Einsatz hoch. „Die Jungs wollten bei der Eröffnung nicht dabei sein, die haben auch gestern noch voll durchgezogen“, sagte „Brücke“-Geschäftsführer Michael Kaufmann. (Weiterlesen: Hesepe - Ein Dorf an seinen Grenzen)

Schon am ersten Tag großer Andrang

Schon am Tag der Eröffnung wurde die neue Untersuchungsstation intensiv genutzt. „Wir haben gestern das ganze Gelände vollgeschrieben, dass heute geimpft wird“, sagte Amtsarzt Gerhard Bojara. „Einen ganzen Schwung müssen wir allerdings wieder wegschicken, 1000 Leute auf einmal können wir nicht impfen.“

Gesundheitsdienst schafft Kapazitäten

Um die medizinische Versorgung der rund 2500 Flüchtlinge zu gewährleisten, hat der Landkreis laut dem Ersten Kreisrat Stefan Muhle alles zur Seite geschoben, was sonst im Gesundheitsdienst anstehe. „Hier geht es um Menschen, hier geht es um Leib und Leben.“ Wenn die örtlichen Notwendigkeiten von der Landesregierung in Hannover nicht gesehen würden – der Landkreis sehe sie, so Muhle. „Und ich wünsche uns allen noch einen langen Atem!“

Ärzte weiterhin gesucht

Unterdessen teilt der Landkreis mit, dass in Hesepe noch Ärzte fehlen würden, die sich in der kommenden Woche ehrenamtlich ein paar Stunden Zeit nehmen und bei der Impfung helfen. Ärzte, die das Team des Gesundheitsdienstes in Hesepe unterstützen möchten, melden sich bitte bei Jutta Daniels vom Landkreis Osnabrück unter Telefon 0541/501-313220 oder per E.-Mail an jutta.daniels@Lkos.de.


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