Trotzphase und Wäscheberge Therapeutin gibt jungen Müttern in Bramsche Tipps

Von Holger Schulze

Melanie Manoutcheri, Heilpraktikerin und Entspannungstherapeutin, referierte im Familienzentrum St. Martinus. Foto: Holger SchulzeMelanie Manoutcheri, Heilpraktikerin und Entspannungstherapeutin, referierte im Familienzentrum St. Martinus. Foto: Holger Schulze

Bramsche. „Zwischen Trotzphase und Wäschebergen – wo bleibe ich?“, mit diesem Thema beschäftigten sich am Mittwochvormittag die Teilnehmerinnen am Elterncafé im Familienzentrum St. Martinus. Melanie Manoutcheri, Heilpraktikerin und Entspannungstherapeutin mit eigener Praxis in Bramsche, hatte als Referentin die Materie vorbereitet. Es sollte jedoch kein klassisches Referat werden, sondern eine Gesprächsrunde miteinander.

„Wann ist Ihr freier Tag, wo ist Ihre Ruheinsel? Wo bleiben die Mütter zwischen ihren vielfältigen Aufgaben? Mit diesen Fragen startete Melanie Manoutcheri ihren Beitrag. Eigene Zeit für junge Mütter ist rar, das ergab eine anfängliche Fragerunde. Auch die Unterstützung durch die Männer scheitert nach dem Empfinden der anwesenden Frauen gelegentlich an deren anders angelegten Umgangsweisen mit dem Kind.

Die Kinder in leichte Hausarbeiten mit einbeziehen war ein Tipp, den Melanie Manoutcheri gegen das Phänomen der permanenten Überlastung der Mütter in die Runde gab. Der Umgang mit dem Trotz war das nächste Thema in der Frauenrunde. „Besser ist es, die angespannte Situation erst einmal zu verlassen, anstelle einen Machtkampf eskalieren zu lassen. Und wichtig: danach wieder auf die Kinder zuzugehen“, lauteten hier die Hinweise von Melanie Manoutcheri.

Der Sinn des Trotzes sei der Erleben der Eigenständigkeit, die Erkenntnis beim Kind, „ich und Mama sind nicht eine Einheit“. Dies gehe einher mit Frustrationen aufgrund der sich hieraus ergebenden Unsicherheit beim Kind, erläuterte Melanie Manoutcheri die Gefühlssituation des Kindes im Alter ab etwa zweieinhalb Jahren. „Die Kindheit hat auch den Zweck, sich immer ein Stückchen mehr von den Eltern loszulösen“. Dieser Konflikt breche dann manchmal aus „und das Kind flippt dann aus“. Hier sei es dann wichtig, „Verständnis zu signalisieren und den Gefühlen des Kindes genügend Raum zu geben. Das Kind seine Emotionen ausleben lassen, unterstützt durch das Bemühen des Erwachsenen, selbst ruhig zu bleiben, lauteten hier die Anregungen von Melanie Manoutcheri. Bei extreme Trotzanfällen, in denen das Kind dann über lange Zeit überhaupt keinen Zugang mehr zulässt, könnte die Anwendung von Bach-Blüten auch eine Überlegung wert sein, meinte Melanie Manoutcheri.

Mit Ausführungen zum Umgang mit Stress wurde die Gesprächsrunde fortgesetzt. „Wir Frauen brauchen zur Entspannung wirklich Ruhe, sind aber in der Männerwelt drin“, das sei gegen die Natur von Frauen. Frauen brauchen Ruheinseln, Kommunikation und Austausch. Sport sei da mehr für Männer als Entspannungsmittel geeignet. „Leistungssport brauchen wir Frauen eigentlich nicht“, hielt Melanie Manoutcheri fest.

Bei Stress schüttet der Körper Stresshormone aus, die ganz schnell eine hohe Energiezufuhr auslösen. „In der heutigen Zeit sind wir eigentlich ständig in einer gewissen Alarmbereitschaft“, so Melanie Manoutcheri. Hiermit gingen die typischen Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck einher. Einem guten Stressmanagement komme daher eine besondere Bedeutung zu. Atemmeditation, Qigong oder progressive Muskelentspannung könnten da für Entspannung sorgen. Unterstützung böten auch Massagen, Aromaöle, Ohrkerzen oder einfach nur die Melisse. „Doch jeder muss hier seinen eigenen Weg finden“, lautete eine abschließende Empfehlung der Entspannungstherapeutin.


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