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Ein Schwätzchen gehört dazu Matthias Hintz und Renate Hoppe organisieren die Bramscher Wochenmärkte

Von Johannes Kapitza

<em>Den Überblick behalten</em> und die Standgebühren eintreiben: Das sind einige Aufgaben von Marktmeister Matthias Hintz und Kollegin Renate Hoppe. Foto: Johannes KapitzaDen Überblick behalten und die Standgebühren eintreiben: Das sind einige Aufgaben von Marktmeister Matthias Hintz und Kollegin Renate Hoppe. Foto: Johannes Kapitza

Bramsche. Der Titel „Marktmeister“ war nicht in der Stellenbeschreibung enthalten, als Matthias Hintz vor etwas mehr als einem Jahr ins Ordnungsamt der Stadt wechselte. „Ich bezeichne mich auch nicht selbst so“, sagt Hintz. Und doch ist er dafür verantwortlich, dass immer wieder freitags der Marktbetrieb in Bramsche reibungslos vonstatten geht. Etwas, das man durchaus als eine Meisterleistung bezeichnen kann.

„Bis ich sicher wusste, wo welcher Händler steht, habe ich drei Monate gebraucht“, blickt Hintz zurück. Ein Plan, auf dem er die Aufstellung der Stände handschriftlich notierte, half ihm bei der Orientierung. Und auch die Feuerwehr gab Unterstützung: Als die Einsatzkräfte auf dem Markt waren, um die Rettungswege zu kontrollieren, entstand aus dem Korb der Drehleiter ein übersichtliches Luftbild. „Manche Stände konnte ich mir sofort merken, manche lange nicht“, sagt Hintz. Aber beim wöchentlichen Rundgang über den Markt, um die Standgebühren zu kassieren, „blieb jedes Mal ein Stand mehr hängen“. Die Beschicker hatten es hingegen sehr viel einfacher: „Die mussten sich nur einen Namen merken“, sagt Hintz mit einem Schmunzeln.

Für den Marktmeister war die Herausforderung größer: 39 Händler haben ein Dauerstandrecht. Durchschnittlich 30 von ihnen kommen jeden Freitag auf den Markt. Mehr Beschicker kann der Markt nicht aufnehmen, wie Hintz erklärt: „Wir haben einfach keinen Platz.“ Dennoch nimmt die Stadt gerne Bewerbungen an. „Es kann vorkommen, dass sich ein Händler vom einen auf den anderen Tag abmeldet.“ Lücken sollen nicht entstehen. Hintz: „Es macht keinen guten Eindruck, wenn der Markt zerpflückt ist. Das finden die Beschicker auch.“

Vier bis fünf Händler hat die Stadt zurzeit in Reserve. Sortiment und Größe des Standes müssen passen, wenn jemand nachrückt. Einseitig soll das Angebot nicht werden. „Da hätte keiner etwas von – weder Händler noch Kunden“, sagt Stadt-Sprecherin Dagmar Paschen. Bislang haben die Wechsel reibungslos geklappt. Wenn jemand abspringt, „dann füllt man die Lücke wieder. Das geht schon“, erklärt Hintz.

Die Marktorganisation hat sich „im Grunde genommen eingespielt“, sagt die Verwaltungsangestellte Renate Hoppe. Sie und Hintz’ Vorgänger Helmut Langelage standen mit Rat und Tat zur Seite, damit der Start in die neue Stelle problemlos funktionierte. „Frau Hoppe hat ein sehr hartes Jahr gehabt, weil sie mir all meine Fragen beantworten musste“, ist Hintz dankbar.

Solch eine Einarbeitungsphase sei doch „ganz normal“, beruhigt Renate Hoppe, die die Märkte am Freitag im Zentrum und am Dienstag in der Gartenstadt gut kennt. Die Zuständigkeit für den Markt „hat sich irgendwann so ergeben“, erinnert sich Hoppe an den Moment, an dem sie vor rund zehn Jahren als Urlaubsvertretung für einen Kollegen in der Verwaltung einsprang.

Nicht nur dienstlich beschäftigen sich Hoppe und Hintz mit dem Markt. Auch an freien Tagen lockt das Geschehen, das allerdings kein reines Freizeitvergnügen ist. „Man kann nicht über den Markt gehen, ohne überall ein Pläuschchen zu halten“, sagt Hintz. Manches Mal geht es dann auch um dienstliche Angelegenheiten, aber selbst dem kann Hintz etwas Positives abgewinnen: „Es wird nicht so schnell langweilig, denn es gibt immer irgendwas Neues auf dem Markt.“ Für das Schwätzchen zwischendurch müsse Zeit bleiben, sind sich Hintz und Hoppe einig. „Das gehört dazu“, sagt Renate Hoppe, „man muss sich halt die Zeit nehmen.“


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