Wettbewerb für Neubebauung? Viele Ideen für die Breslauer Straße in Bramsche

Breslauer Straße BramscheBreslauer Straße Bramsche

Bramsche. Die Stadt Bramsche will sich mit einer neuen Bebauung an der Breslauer Straße in der Gartenstadt Zeit lassen. „Es geht nicht darum, die erste Idee zu verwirklichen, sondern die beste für dieses Viertel“, erklärte Bauamts-Mitarbeiter Christian Müller im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, der gemeinsam mit dem Ortsrat Bramsche getagt hat.

Nachdem die bisherigen Gebäudekomplexe nun komplett abgerissen sind, „bekommt man erst eine Ahnung davon, welche Möglichkeiten diese Flächen bieten“, meinte einleitend Baudirektor Hartmut Greife. Konkret sind dies laut Müller 6630 Quadratmeter, die bereits im Eigentum der Stadt stehen. Hier hatten zuletzt Mietshäuser gestanden.

Die Stadtverwaltung schlägt vor, für eine Neugestaltung des Areals einen Architektenwettbewerb durchzuführen. „Dadurch gewinnen wir eine Vielzahl an unterschiedlichen Ideen, behalten aber durch eine Jury jederzeit den Hut auf“, erklärte Müller den Ausschuss- und Ortsrats-Mitgliedern. Für den Wettbewerb sei es auch möglich, Vorgaben zu machen. So sei auch darüber nachzudenken, ob das Gebiet rund um die Breslauer Straße in die Planungen miteinbezogen werden könnten – „was natürlich nicht bedeuten soll, dass wir da erst etwas abreißen und wieder aufbauen wollen“, versicherte Müller. Es gehe aber darum, Visionen zu entwickeln, „die diesem Viertel guttun und die Gartenstadt im Ganzen weiterentwickeln“, so der Fachmann aus dem Bauamt weiter. So könne auch darüber nachgedacht werden, ob von den umliegenden Firmen wie Rasch, Essex und Nexans industrielle Abwärme zum Heizen der künftigen Bebauung in der Breslauer Straße in Betracht kommen könnte.

Erste Ideen der Kommunalpolitiker

Müller führte weiter weiter aus, Politik und Verwaltung könnten zunächst gemeinsam eigene Ideen entwickeln, die in die Wettbewerbsbedingungen einfließen würden. Entsprechende Vorstellungen äußerten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und des Ortsrates Bramsche prompt noch in der Sitzung: Es sei wichtig, Wohnraum für junge Familien anbieten zu können, meinte Thomas Hüsken (SPD). Roswitha Brinkhus (SPD) wünscht sich, dass in Richtung eines Mehr-Generationen-Wohnens gedacht werde. Dagmar Völkmann (Grüne) stellt sich „ein lebendiges Quartier“ vor, ebenso wie ihre Parteikollegin Annette Specht, die sich zudem „viel Grün“ wünscht. Margareta Hartong (CDU) hegte die Hoffnung, „dass wir an der Breslauer Straße etwas Modellhaftes auf die Beine stellen können“. Vielleicht werde es ja sogar möglich sein, Fördermittel dafür zu erhalten.

Gewachsene Nachbarschaften

Stephan Bergmann (SPD) warnte indes davor, die gewachsenen sozialen Strukturen in diesem Viertel aufzubrechen: „Es leben dort seit Generationen junge und alte Menschen, mit und ohne Migrationshintergrund, in guter Nachbarschaft zusammen. So sollte es auch bleiben könnnen.“ Letztlich stellte Dieter Sieksmeyer (Grüne) fest, „dass wir uns bereits darin einig sind, dass wir Mietraum haben wollen in verschiedenen Kategorien“. Er warf die Frage auf, ob angesichts dieses Konsenses überhaupt ein Wettbewerb mit den damit verbundenen Kosten erforderlich sei.

Dies wird nun Gegenstand der weiteren Beratungen sein. Ebenso wird dann womöglich auch besprochen, ob eine direkte Verbindung geschaffen werden kann und soll zwischen dem Lutterdamm und der Engter Straße – eine Idee, die immer mal wieder aufgekommen war in den vergangenen Jahren, aber bis jetzt nie realisiert wurde.


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