Kittelschürzen und Abstrakes Bramscherin Anne Grunge-Dirkes ist sehr vielseitig

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Eine Herzenssache: Vor einigen Jahren fertigte die Bramscher Künstlerin eine Serie mit Portraits von Damen in Kittelschürzen an. Foto: Yannick RichterEine Herzenssache: Vor einigen Jahren fertigte die Bramscher Künstlerin eine Serie mit Portraits von Damen in Kittelschürzen an. Foto: Yannick Richter

Bramsche.. Die künstlerischen Arbeitsbereiche von Anne Grunge-Dirkers sind vielfältig: Malerei, Grafik, Bildhauerei, Objekt- und Landschaftskunst und auch Schmuckdesign gehören dazu. Am liebsten widmet sich die gebürtige Emsländerin allerdings der abstrakten Malerei. Dabei arbeitet sie vor allem projekt- und themenorientiert.

Seit über zehn Jahren hat Anne Grunge-Dirkers mittlerweile ihr eigenes Atelier in Pente. Das alte Feuerwehrhaus bietet der Künstlerin dabei ausreichend Platz, um auch großformatige Kunstwerke anzufertigen und die zahlreichen Bilder und Objekte zu lagern. Ihre Arbeiten stellt die Bramscherin immer wieder in Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in der Region und dem norddeutschen Raum aus

In den letzten Jahren entwickelten sich bei den Arbeiten von Anne Grunge-Dirkers unterschiedliche Projektreihen, die zum Teil fotorealistisch und detailgetreu, aber auch abstrakt und experimentell geprägt sind. Hierbei entstanden 2012 beispielsweise Portraits verschiedener Damen in Kittelschürzen. Angeregt durch eine Trauerschürze ihrer Großmutter sammelte Anne Grunge-Dirkers gebrauchte Kittelschürzen, die sie künstlerisch zu Objekten verändern wollte. „In diesem Rahmen kam mir die Idee, nach Frauen zu suchen, die heutzutage noch Kittelschürzen tragen, fragte bei Verwandten, Nachbarn und Bekannten, die mich weiterverwiesen. Ich fand dann Kittelschürzenträgerinnen im Emsland, in Bramsche und Umgebung, selbst bei einer Reise in den französischen Pyrenäen“, verrät das Gründungsmitglied des Bramscher Kunstvereins. „In oft langen Gesprächen mit den meist älteren Frauen erhielt ich einen Einblick in ihr arbeitsreiches Leben, erfuhr von Schicksalsschlägen und schweren, aber auch glücklichen Zeiten. So formte sich der Gedanke, über die Kittelschürze hinaus diese Frauen und ihre Vita zu würdigen, indem ich sie portraitiere“, erklärt Anne Grunge-Dirkers.

In einer weiteren Serie wählte die Künstlerin Bramscher Orte von kulturhistorischer und auch geologischer Bedeutung, wie zum Beispiel den Steinbruch Kettelsberg in Ueffeln oder die Wasserburg Alt Barenaue in Kalkriese, die sie während verschiedener Landschaftsinstallationen veränderte. „Mit breiten farbigen Papierbahnen legte ich Wege und die Ränder von Moorgräben aus, drapierte Alleen, umkleidete Steinbrocken, zum Trocknen aufgeschichtete Torfsoden und Hünengräber. Die Verhüllungsaktionen wurden von mir an einem Tag durchgeführt und fotographisch dokumentiert“, erinnert sich Anne Grunge-Dirkers.

Anregungen und Motive gewinnt die Künstlerin vor allem aus der genauen Beobachtung von Landschaft und Natur. Zuletzt beschäftigte sie sich mit Gewässern und nutze dabei den Darnsee als unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Das neue Projekt von Anne Grunge-Dirkers beinhaltet alles rund um das Thema Wald, befindet sich allerdings noch im Anfangsstadium und wird erst im nächsten oder übernächsten Jahr zu einer Ausstellung führen.

Doch die Arbeiten sind für die Malerin mehr als die Auseinandersetzung mit einem speziellen Thema. „Man muss mutig sein. Ich experimentiere viel und gelange so zu anderen Maltechniken, lege Farben übereinander, sprühe, wasche ab und fertige auch Collagen und Assemblagen an. Es ist immer ein Prozess, man muss schauen, wohin die Reise geht. Für mich ist es wichtig, dass ich mich auch künstlerisch weiterentwickele“, erklärt Anne Grunge-Dirkers.


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