Windpark in Kalkriese Landkreis weist Kritik des Umweltforums zurück

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Zwölf Windräder sind für den Windpark in Kalkriese geplant. Foto: Marcus AlwesZwölf Windräder sind für den Windpark in Kalkriese geplant. Foto: Marcus Alwes

Kalkriese. Die Kreisverwaltung in Osnabrück hat zugesagt, den unlängst gegen die Genehmigung des Windparks Kalkriese eingereichten Widerspruch des Umweltforums Osnabrücker Land „inhaltlich zu prüfen“, gleichzeitig den öffentlich gegen sie erhobenen Vorwurf einer angeblich unzureichenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zurückgewiesen.

Bei einem Windpark mit zwölf Anlagen – wie in Kalkriese – sei nach dem UVP-Gesetz nur eine allgemeine Vorprüfung vorgesehen, so Landkreis-Pressesprecher Henning Müller-Detert. Diese sei auch durchgeführt worden. „Zudem hat die Stadt Bramsche für den Windpark einen Bebauungsplan aufgestellt. Im Zuge dieser Bauleitplanung wurde die Umweltverträglichkeit des Windparks geprüft“, so der Mitarbeiter der Kreisverwaltung. „Da das beantragte Vorhaben den Festsetzungen des Bebauungsplanes entspricht und Umweltbeeinträchtigungen, die nicht bereits bei der Planaufstellung berücksichtigt wurden, nicht zu erwarten sind“, ergänzte Müller-Detert, sei „im immissionsschutzrechtlichen Verfahren kein Grund gegeben“ gewesen, „die Pflicht für eine Umweltverträglichkeitsprüfung festzustellen.“

Akteneinsicht genommen

Derzeit stehe das gesamte Vorhaben auf äußerst tönernen Füßen und dürfte einer gerichtlichen Prüfung kaum standhalten, hatte dagegen noch am Wochenende Andreas Peters (Tecklenburg) in seiner Funktion als 1. Vorsitzender des Umweltforums erklärt. Er forderte den Landkreis Osnabrück in einer Presseerklärung auf, „die bestehenden Defizite umfassend zu beheben. Am besten im Rahmen einer gründlichen Umweltverträglichkeitsprüfung.“

Seinen Widerspruch gegen die immissonsschutzrechtliche Genehmigung (im sogenannten BImSch-Verfahren) hat das Umweltforum durch den Rechtsanwalt Martin Gellermann aus Westerkappeln ausführlich begründen lassen. „Ich hatte Akteneinsicht beim Landkreis“, sagte der Jurist auf Nachfrage unserer Redaktion, „und ich habe einige Kritikpunkte gefunden.“ Die nach seiner Meinung gegebene Rechtswidrigkeit der Genehmigung habe er „auf sechs Seiten Papier“ begründet.

Der Landkreis Osnabrück als zuständige und angesprochene Behörde hat nun bis zu drei Monate Zeit, über den Widerspruch der Umweltschützer zu entscheiden.

„Auf sechs Seiten Papier“

Bei der Betreibergesellschaft des Windparks Kalkriese nehmen die Verantwortlichen den Einspruch der Umweltschützer eher gelassen auf. „Wir vertrauen auf eine sorgfältige Arbeit der Kreis- und der Stadtverwaltungen, die während der Verfahren geleistet worden ist“, betonte Joachim Karschuck von der Ingenieur Netzwerk Energie eG (iNeG). Seine Beratungsgesellschaft steht der örtlichen Windpark Kalkriese 1 GmbH seit rund zwei Jahren bei dem 65-Millionen-Euro-Projekt mit Rat und Tat zur Seite.

Karschuck bestätigte auch, dass der für diese Woche vorgesehene Spatenstich für den Windpark „auf jeden Fall stattfinden wird. Da gibt es gar keinen Zweifel.“ Am Ende des Bauprojektes sollen sich dann zwölf mächtige Räder – jedes einzelne 200 Meter hoch – in den weiten Feldern bei Kalkriese drehen.

Stadt lädt die Bürger ein

Unabhängig vom Streit in Kalkriese gehen auch die Planungen für die beiden Windparks in Epe/Malgarten sowie in Lappenstuhl (Gebiete Ahrendsfeld und Wittefeld) in eine zusätzliche Runde. Im Rahmen der städtischen Bauleitplanung (sogenannte ausgelegte B-Pläne Nr. 156 und Nr. 157) lädt die Stadtverwaltung alle interessierten Bürger zu einer weiteren Informationsveranstaltung in das Rathaus an der Hasestraße ein. Und zwar am morgigen Dienstag ab 18 Uhr.

Dann soll einmal mehr über die wesentlichen Inhalte der beiden Bauleitpläne informiert werden. Die Bürger können dazu Fragen stellen.


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