Hilfe für Flüchtlinge in Hesepe Viele Besucher bei Ehrenamts-Börse in Bramsche

Von Holger Schulze

Viele Gespräche zwischen den Vertretern der Vereine und Verbände sowie den Interessenten an einem Ehrenamt gab es im Bramscher Rathaus. Foto: Holger SchulzeViele Gespräche zwischen den Vertretern der Vereine und Verbände sowie den Interessenten an einem Ehrenamt gab es im Bramscher Rathaus. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Starker Andrang herrschte am Dienstagabend bei der Ehrenamts-Börse im Bramscher Rathaus: Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich für Flüchtlinge in Hesepe zu engagieren, ist offenkundig groß.

  • Die Ehrenamts-Börse im Bramscher Rathaus fand am Dienstagabend statt und fand großen Anklang.
  • Ziel war es, die Vereine und Verbände vorzustellen, die in der Erstaufnahme-Einrichtung Hesepe und für die dort untergebrachten Flüchtlinge ehrenamtlich tätig sind.
  • Neben der Versorgung der Asylbewerber mit Kleidung liegt ein Schwerpunkt der Angebote darin, die Menschen in ihren ersten Wochen in Deutschland zu begleiten und mit ihnen Freizeit zu gestalten.

Bei der Begrüßung durch Bürgermeister Heiner Pahlmann gab es keine freien Sitzplätze mehr im großen Sitzungssaal des Rathauses. Er sei überwältigt, meinte Pahlmann, als er von „der Hilfs- und Spendenbereitschaft der Bevölkerung von Bramsche und umzu“ sprach. Pahlmann dankte der Bildungseinrichtung „Die Brücke“ für ihre Bereitschaft, als Kleiderspendensammelstelle zur Verfügung zu stehen. „ Allerdings muss man sagen, der Raum ist auch schon wieder voll . Das funktioniert, und so wie es aussieht, werden wir nächsten Montag bereits die erste hauptamtliche Stelle dort eingerichtet haben“, stellte der Bürgermeister das nächste Vorhaben im Umgang mit den Kleiderspenden vor.

Dem regen Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit stand aber auch ein mindestens ebenso großer Bedarf bei den anwesenden Vereinen und Institutionen gegenüber, wie die Vorstellungsrunde dieser Initiativen deutlich machte.

Viele verschiedene Angebote

Der Humanistische Verband Niedersachsen möchte einen Container vor Ort betreiben, um mit Flüchtlingen in Kontakt treten zu können. Niederschwellige Sprachkursangebote strebt die Ländliche Erwachsenenbildung Osnabrück/Wallenhorst an und sucht dafür Menschen, die Deutsch unterrichten können. Die Bramscher Initiative für das Miteinander der Kulturen bat um Mithilfe bei ihrem Anliegen, den Kindern im Lager Angebote zu machen und einen Fahrradverleih zu betreiben. Der Exil-Verein ist bereits mit seinen Freizeitangeboten jeden Samstag für Flüchtlingskinder aktiv , freut sich aber dennoch über weitere Freiwillige. Das Haus des Lernens saß mit der Bitte um Unterstützer bei alltäglichen Problemen im Umgang mit den bürokratischen Erfordernissen hinter den Tischen der Initiativen. Die Christuskirche Hesepe strebt weitere Freizeitangebote für die Lagerkinder an, um sie dort ab und zu einmal herauszuholen. Die Caritas Quakenbrück war für ihre Asylverfahrensberatung auf der Suche nach Dolmetschern. Die Christliche Flüchtlingshilfe Bramsche in Kooperation mit dem Verein Amal würde sich über „neugierige Menschen freuen, die sich in die Erwachsenenarbeit einbringen wollen“. Dringend Unterstützung bei der medizinischen Versorgung benötigen die Johanniter sowie die vor Ort tätigen Ärzte durch Dolmetscher und Lotsen zu Arztterminen. Und schließlich stellte sich auch die Kleiderkammer der Diakonie nochmals vor und bat um Abgabe der Kleiderspenden möglichst in stabilen, stapelbaren Umzugskartons.

Großes Interesse an freiwilliger Arbeit

Hier mitzuarbeiten, das konnte sich Ireen Beining aus Bramsche vorstellen, die die Veranstaltung zunächst einmal von der Empore aus verfolgte.

Unterstützung bei Alltagsproblemen, diese Form der Flüchtlingshilfe weckte das Interesse bei Sabrina Sander, die sich hierüber bei Cornelia Hesselmann vom Haus des Lernens informierte.

„Zufällig aus der Zeitung von der Börse erfahren“ hatte Beate Warnig aus Osnabrück, die hier „einen guten Überblick über die Möglichkeiten, sich zu engagieren“ bekam. Für die Deutschlehrerin war ihr zukünftiges Einsatzgebiet schnell klar.

Ganz konkret umgesetzt wurde bereits noch nach der Börse ein Wunsch aus dem Publikum, Informationen über die verschiedenen Hilfeprojekte auch über das Internet zu erhalten. Guy Hofmann, Gesundheits- und Krankenpfleger aus Ostercappeln stellte sich spontan für die Einrichtung und Pflege einer entsprechenden Webseite zur Verfügung. Gesagt, getan: Noch am selben Abend ging www.bramsche-hilft.de online und bietet eine Übersicht über die Initiativen mit Verbindungsdaten, Hilfsangeboten und -anfragen.

Spendenkonto

Wer über ein persönliches Engagement hinaus oder stattdessen die verschiedenen Flüchtlingshilfeinitiativen unterstützen möchte, kann dies über das „Spendenkonto für Projekte in der Flüchtlingsarbeit“ des Diakonischen Werks Bramsche tun. Die Bankverbindung lautet: Kreissparkasse Bersenbrück, IBAN: DE63 2655 1540 0015 9011 50, Verwendungszweck 7001 – 32900 – Flüchtlingsarbeit. „Projekte, die im Bereich der Flüchtlingsarbeit in Bezug auf die Landesaufnahmebehörde Bramsche-Hesepe tätig sind und eine zweckgebundene finanzielle Unterstützung brauchen, können sich gerne an das Diakonische Werk wenden und gegen Zusenden eines Verwendungsnachweises Geld beantragen. Voraussetzung ist, dass die Initiative beim Netzwerk der Stadt Bramsche gelistet ist und eine tatsächliche Verwendung des Geldes für die Flüchtlingsarbeit nachgewiesen wird“, stellte Natalia Gerdes als Ansprechpartnerin beim Diakonischen Werk klar, damit die Spenden auf dieses Konto auch wirklich da ankommen, wofür sie gedacht sind.


Die Stadt Bramsche hat ein Büro eingerichtet, in dem zentral alle Anfragen zu einem möglichen Ehrenamt aufgenommen werden. Zu finden ist das Büro im Rathaus im Erdgeschoss Raum E02, Telefon 05461/83456, Fax 05461/836456, E-Mail: Netzwerk-LAB@bramsche.de . Ansprechpartnerin ist Claire Scheijgrond.

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