Gesamtschule Bramsche legt los IGS-Klassen zum Kennenlernen im Kletterwald Kalkriese

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Auch die Vertreter der Bramscher Schulleiterrunde, Hermann Heeger (l., von der Martinusschule) und Sandra Castrup (r., Hauptschule), gratulierten Thomas Behning im Rahmen der IGS-Gründungsfeier – und spendierten Süßes. Foto: Marcus AlwesAuch die Vertreter der Bramscher Schulleiterrunde, Hermann Heeger (l., von der Martinusschule) und Sandra Castrup (r., Hauptschule), gratulierten Thomas Behning im Rahmen der IGS-Gründungsfeier – und spendierten Süßes. Foto: Marcus Alwes

BraMsche. Die erste Woche in der neu gegründeten Integrierten Gesamtschule (IGS) Bramsche steht unter dem Motto „Kennenlernen“. Immerhin, das betont Schulleiter Thomas Behning, kämen die Schüler aus dem gesamten Nordkreis und aus unterschiedlichen Grundschulen. Zwar seien die meisten der 102 Fünftklässler aus Bramsche, aber es gebe eben auch viele Schüler, die mit dem Bus aus Wallenhorst und anderen Orten anreisen. Und sie alle müssten sich jetzt erst einmal mit den neuen Räumen, den Lehrern und natürlich untereinander bekanntmachen.

„Am Dienstag sind wir mit zwei Klassen zum Klettern nach Kalkriese gefahren“, benennt Behning eine erste erlebnispädagogische Maßnahme. Ein Teambuilding.

Für Tanja Helwich als eine der Klassenlehrerinnen ist in den ersten Wochen vorrangig, die Schüler kennenzulernen: „Ich möchte dabei heterogene Gruppen-Tische zusammensetzen. Leistungsstarke Schüler und Schwächere an einem Tisch. Ältere und Jüngere. Jungs und Mädchen.“

Klassen im Kletterwald

Die IGS Bramsche soll „eine Schule für alle Kinder sein“, sagte der Schulleiter bereits während der offiziellen Schulgründungsfeier. Jeder sei hier willkommen, Vielfalt sei ausdrücklich erwünscht. Das Team aus 16 Pädagogen möchte „einen positiven Lebensraum Schule“ errichten, wo Kinder „Spaß am Lernen haben“ sollen. Wo „Schwächen geschwächt und Stärken gestärkt werden“, so der Schulleiter. Ungefähr 30 Prozent der Fünftklässler kämen – laut Behning – aus dem oberen Leistungsdrittel. Bei der Zusammensetzung der Klassen hat sich das Pädagogenteam darum bemüht, sehr gemischte Klassenverbände zu schaffen. Unter den Schülern seien auch sechs Kinder mit einem besonderen pädagogischen Unterstützungsbedarf. Stichwort Inklusion. Ein Schüler beispielsweise mit einer Hörbeeinträchtigung. Um auch den Bedürfnissen dieser Kinder nachzukommen, werden die Lehrer der IGS regelmäßig von Sonderpädagogen unterstützt.

Inklusion: Sechs Kinder

Ein durchaus markanter Unterschied der integrierten Gesamtschulen im Vergleich zu „normalen“ staatlichen Schulen ist auch der Stundenplan. Die Schüler werden an der IGS in Blöcken unterrichtet. Dazwischen gibt es Pausen und die „PerLe“ – die persönliche Lernzeit. „In dieser Zeit kann jeder Schüler sich individuell mit den Lerninhalten, die ihm noch Schwierigkeiten bereiten, auseinandersetzen“, erklärt Lehrerin Tanja Helwich. Hilfe biete den Kids dabei der Klassenlehrer oder ein Sonderpädagoge.

Eine weitere Besonderheit seien die Profilklassen. An der IGS in Bramsche gibt es nun eine Sport-Klasse, eine Ästhetik-Klasse sowie eine Europa- und eine (Um)Welt-Klasse . Jede dieser Gruppen nehme sich, so Helwich, einmal pro Woche zwei Stunden für „ihr“ Profilthema Zeit. Aber auch darüber hinaus, meint die Lehrerin, sollen sich die Schüler in ihrem Interessenbereich engagieren: „Muss an der Schule mal etwas gestaltet werden, macht das die Ästhetik-Klasse. Ein Sportfest würde die Sport-Klasse übernehmen.“

Die Schüler der Sport-Klasse sind auf jeden Fall total begeistert. „Sport war meine erste Wahl“ sagt ein Mädchen stolz. Sie sei froh, jetzt sogar insgesamt vier Stunden in der Woche Sport betreiben zu können.

Zeit für die „PerLe“

Einige ihrer Wünsche für die Zukunft hatten die Fünftklässler bereits während der Schulgründungsfeier am Mikrofon formuliert. „Wir wünschen uns, dass wir eine gute Schulgemeinschaft werden und alle nett zueinander sind“, hieß es da. Aber auch ganz pragmatische Wünsche wie „einen Ball für die Klasse“ wurden geäußert. Manch einer träumt sogar von einem Klassen-Haustier.

Schulleiter Behning verspricht, sich mit diesen Wünschen bis zu den Herbstferien zu beschäftigen. Jetzt ist er erst einmal froh, „so gut in den Schulalltag gestartet“ zu sein. Man müsse aber abwarten, wie sich alles in den nächsten Wochen entwickle, „und gegebenenfalls kreative Lösungen finden“. Probleme gebe es bisher keine, sagt auch Schüler Paul: „Mit meinen Klassenkameraden verstehe ich mich gut.“ Und auf Nachfrage ergänzt er: „Die Lehrer sind auch nett. Aber manchmal können sie auch streng sein.“


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