Einschulung am 3. September Die neue IGS Bramsche steht in den Startlöchern

Von Hildegard Wekenborg-Placke


Bramsche. Die Schüler sind angemeldet. Das Kollegium steht in den Startlöchern. Im provisorischen Sekretariat stapeln sich die Lehrwerke, und der Schreibtisch des kommissarischen Schulleiters Thomas Behning soll an diesem Montag auch noch geliefert werden: Momentaufnahmen aus der neuen Bramscher IGS, bevor am Donnerstag, 3. September, die ersten Kinder begrüßt werden.

Eine Gruppe von Lehrern, größtenteils schon Mitglieder der Planungsgruppe, haben sich in einem Besprechungsraum zum „Feinschliff“ zusammengefunden. Insgesamt werden zu Schulbeginn zunächst 18 Pädagoginnen und Pädagogen die 103 neuen Fünftklässler unterrichten. Darunter sind auch einige „Inklusionsschüler“, also Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, sodass rein rechnerisch 109 der bei Vierzügigkeit maximal 120 Plätze besetzt sind.

„Gute Durchmischung“

Wie die Schule wird auch das Kollegium in den kommenden Jahren wachsen, wenn die nächsten Jahrgänge eingeschult werden. Im ersten Stock des Realschulgebäudes steht den Lehrern ein Raum zur Verfügung, der ein gewisses Zusammenrücken erfordert. Die neuen IGS-Lehrer kommen von verschiedenen Schulformen, vom Förderschul- bis zum Gymnasiallehrer sind alle vertreten. „Genau wie in unserer Schülerschaft“, sagt Behning. „Wir haben da eine gute Durchmischung“. Alle sind abgeordnet, wie bei der Neugründung einer Schule üblich. Mit im Boot sind die Mitglieder der Planungsgruppe, für die sich die Ferien in diesem Jahr äußerst überschaubar gestalteten. „Wir hatten vor, uns zwei Wochen lang nicht in der Schule zu treffen“, sagt Tanja Helmich, die von der Bramscher Hauptschule an die IGS wechselt. „Aber in der zweiten Woche haben wir uns schon wieder Mails geschrieben“, ergänzt ihre Kollegin Karin große Holthaus, die bislang an der IGS Fürstenau unterrichtete und dort „zur überzeugten IGS-Lehrerin“ wurde.

Zusammen lernen

„Lernen funktioniert einfach besser, wenn alle zusammen sind“, ist Helmich überzeugt. „Außerdem ist das den Kindern doch vertraut. Das kennen sie doch von der Grundschule. Wir führen das praktisch fort.“. Ihre Kollegin Christine Holle, die bislang an der Oberschule in Hagen aTW tätig war, pflichtet ihr bei: „Ich habe früher an einer Orientierungsstufe unterrichtet. Im gemeinsamen Lernen haben wir ganz fantastische Unterrichtserfahrungen gemacht“.

„Es hat einfach seinen Reiz, etwas ganz Neues aufzubauen“, wirft Andreas Mayer ein, ein „alter IGS-Hase“ mit 24 Jahren an der Gesamtschule in Fürstenau. Beate Steuernagel hat diese Phase bereits einmal erlebt, „vom ersten Tag an in der neuen IGS in Melle“. Diesmal konnte sie bereits im Planungsstadium mitgestalten. Das Neue, das Gestalten, ist es auch, was Katharina Redders bewogen hat, von der Alexanderschule in Wallenhorst nach Bramsche zu wechseln.

„Intensive Komunikation“

Andreas Meyer hält ein sogenanntes Logbuch in der Hand, das jedem Fünftklässler zur Einschulung ausgehändigt wird. In Bramsche hat es den Namen „PILOT“ für Planen, Informieren, Lernen, Organisieren und Trainieren und soll die Kommunikation zwischen Schülern, Eltern und Lehrern verbessern. „Intensive Kommunikation ist die wichtigste Grundlage für die Arbeit an unserer Schule“, versichert Behning. Der Jahres-Unterrichtsplan ist anhand dieses Heftes überprüfbar. Schüler können selbst Ziele formulieren, sie eintragen und festhalten, wieweit sie erreicht wurden. Lehrer können dies kommentieren, die Eltern sind, so will es das System, immer auf dem Laufenden und müssen dies mit ihrer Unterschrift bestätigen. Auch der „Pilot“ erhielt erst in den Sommerferien seinen letzten Schliff, sagt Mayer.

Barrierefreie Schule

In den Räumen im ersten Stock des Realschulgebäudes sind die Handwerker noch eifrig am Werk. Während Tische und Stühle für die Schüler schon an Ort und Stelle geräumt sind, müssen noch Anschlüsse gelegt und die Beamer installiert werden. Ein Klassenraum wurde mit besonderen Schalldämmplatten, die den Hall reduzieren, und Vorkehrungen für Funkmikrofone ausgestattet. In der Klasse ist ein Kind mit einer Hörbeeinträchtigung. „Die Schule soll barrierefrei sein und wir sind froh, dass der Landkreis als Schulträger das ohne Wenn und Aber umsetzt“, lobt Behning.

Auf der Etage sind vier Klassenräume der IGS, Sekretariat, Lehrerzimmer und Schulleitung untergebracht. Ein weiterer Differenzierungsraum für die IGS wurde im Erdgeschoss eingerichtet. An einigen Türen weisen Zettel auf die neue Schule im Gebäude der Realschule hin, ebenso wie ein kleines Schild am Schuleingang. Noch ist die neue IGS ziemlich übersichtlich. „Wir sind froh, dass wir so nah bei unseren Schülern sind“, gewinnt Behning dem aber durchaus positive Aspekte ab.

Die Schüler der neuen IGS kommen aus Bramsche, aber auch aus Alfhausen, Bersenbrück, Gehrde, Neuenkirchen und den Wallenhorster Ortsteilen Hollage, Lechtingen und Rulle. Die Fahrpläne seien inzwischen angepasst und würden zu Schuljahresbeginn gedruckt sowie im Internet zur Verfügung stehen, teilt der Landkreis mit.

Für die 103 Schüler beginnt am 3. September, um 16 Uhr ein neuer Lebensabschnitt. Die offizielle Einweihungsfeier der Integrierten Gesamtschule findet dann am 9. September um 10.30 Uhr statt.