Bramscher Orgelsommer Hochklassiges Konzert in St. Martin Bramsche

Von Reinhard Fanslau

Den Applaus des Publikums genossen Stefanie Bloch (links) und Ulrike Lausberg am Ende des Konzerts. Foto: FanslauDen Applaus des Publikums genossen Stefanie Bloch (links) und Ulrike Lausberg am Ende des Konzerts. Foto: Fanslau

Bramsche. Eine nicht jedem geläufige, aber umso beeindruckendere Kombination: Oboe und Orgel. Jedenfalls wenn beide Instrumente so virtuos überzeugend gespielt werden wie von Stefanie Bloch (Oboe) und Ulrike Lausberg (Orgel). Die beiden Musikerinnen aus Münster und Tecklenburg bestritten am Samstagabend das dritte Konzert in der Reihe der Konzerte des Bramscher Orgelsommers 2015 in der gut gefüllten St. Martin Kirche und wurden am Ende vom Publikum begeistert und mit lang anhaltendem Applaus gefeiert.

Bis dahin hatten die Oboistin und die Organistin einen bunten Strauß musikalischer Perlen von bekannten und weniger bekannten Komponisten geboten. Es begann mit der Sonate a-Moll von Georg Philipp Telemann. Ist der Name auch Nicht-Experten einigermaßen geläufig, so folgten mit Werken von Vincent Lübeck und und Carsten Klomp eher unbekannte Komponisten. Zum Glück sagt der Grad der Bekanntheit nichts über die Qualität der Musik aus. So blieb das akustisch Gebotene bis zum Ende des Konzerts auf hohem Niveau. Die Kunst ist es, das hohe technische Niveau mit Inspiration und Kreativität zu verbinden, und das gelang beiden hervorragend.

Mit eher bekannten (Edvard Grieg, Edward Elgar) und eher unbekannten (Johann Helmich Roman, Gottfried Fischer) Komponisten ging es so bis zum Schluss im Wechsel weiter. Als letztes wartete das Duo mit etwas Überraschendem auf, dem bekannten Song „Always look on the bright side of life“ von Eric Idle – bekannt aus dem Film „Das Leben des Brian“, in der St. Martin Kirche natürlich in einer Bearbeitung für Oboe und Orgel. Auch ohne diese Gute-Laune-Melodie wäre den beiden Künstlerinnen der Beifall sicher gewesen, am Ende des gelungenen Auftritts passte sie aber hervorragend.

Nach dem Konzert drehten die Musikerinnen den Spieß um und stellten den Besuchern ein gutes Zeugnis aus. „Ich habe selten so ein gutes, aufmerksam zuhörendes Publikum erlebt wie hier“, freute sich Stefanie Bloch. Und Ulrike Lausberg meinte: „Ich habe es eigentlich lieber, wenn bei Konzerten die Orgel vorne ist und ich die Leute beim Spielen sehen kann. Es ist immer schwerer zu spielen, wenn man das Publikum nicht sieht.

Aber das war hier heute gar kein Problem, die Verbindung zu den Leuten war da.“ Beide Künstlerinnen waren sich einig, bei nächster Gelegenheit gerne wieder nach Bramsche zu kommen. Nur eine winzig kleine Kritik hatte Stefanie Bloch anzubringen. Diese meinte sie aber allgemein und nicht speziell auf Bramsche bezogen: „Ich halte mich an den bekannten Oboisten Albrecht Mayer. Genau wie er, habe ich es lieber, wenn die Leute nicht in den Pausen husten, sondern an lauten Stellen während der Stücke.“ Vielleicht können sich die Pausenhuster von Samstag das beim vierten Orgelsommerkonzert am kommenden Samstag beherzigen.