Immer wieder freitags Bramsche: Junge Holländer übernehmen Galloway-Stand

Von Hildegard Wekenborg-Placke

Zwei Generationen: Monique van Dijk und Georg Becker. 

            

              Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeZwei Generationen: Monique van Dijk und Georg Becker. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Seit Jahren gehört Georg Becker vom gleichnamigen Galloway-Hof zum „Inventar“ des Bramscher Wochenmarkts. Jetzt gibt er aus Altersgründen seine Marktstände in jüngere Hände. Monique von Dijk und ihr Mann Chiel verkaufen demnächst auf den Märkten in Bramsche sowie am Donnerstag auf dem Osnabrücker Ledenhof und am Samstag auf dem Markt am Osnabrücker Dom Steaks, Suppenfleisch, Braten und all die anderen Spezialitäten aus dem Fleisch der Galloway-Rinder, die auf Beckers Hof in Belm-Haltern ein Leben im Einklang mit der Natur führen.

„Wir füttern nur Gras und Heu, kein Kraftfutter- und keine Silage. So wissen wir genau, was die Tiere fressen. Auf die Wiesen kommen weder Dünger noch Spritzmittel. Das Gras enthält deshalb einen viel höheren Anteil an Kräutern und Klee, was sich wiederum auf den Geschmack und den Anteil ungesättigter Fettsäuren auswirkt“, erzählt Becker. Bullenkälber werden kastriert und dürfen als Ochsen drei bis vier Jahren bis zur Schlachtreife auf saftigen Wiesen weiden.

Auf einem Hof im Tecklenburger Land wird nach ähnlichen Prinzipien gewirtschaftet. Vor sieben Jahren suchte das junge holländische Ehepaar van Dijk , eine Möglichkeit, einen Bio-Milchbetrieb aufzubauen. Monique van Dijk kommt aus der Landwirtschaft, ihr Mann nicht. Die Besitzer des Hofes im Tecklenburgischen suchten per Inserat einen Nachfolger. Die Anzeige erschien auch in den Niederlanden. Van Dijks sahen sich das Anwesen an - und schlugen zu. „Es war schon ein Wagnis. Wir waren halt noch sehr jung“, erinnert sich van Dijk. Aber der Mut zahlte sich aus. Mittlerweile vermarkten sie neben der Milch von Fleckvieh und „Groninger Blaarkop“-Kühen auch das Fleisch in einem SB-Hofladen. „Nächstes Jahr wollen wir eine eigene Schlachterei auf dem Hof einrichten“, erzählt sie. „Wo Milch ist, ist auch Fleisch und wir möchten die Tiere auf dem Hof behalten. Sie sollen den Hof gar nicht verlassen müssen.“

In dieser Herangehensweise an ihren Beruf sind sich der Galloway-Züchter, der kürzertreten möchte, und die jungen ambitionierten Niederländer sehr nahe. Man hörte voneinander, van Dijks besuchten Becker auf dem Samstagsmarkt in Osnabrück. Man kam ins Gespräch. „Montags haben sie angerufen und dienstags haben wir schon zusammen gesessen, um die Sache klar zu machen“, sagt Becker.

„Wir verkaufen die Ware vom Galloway-Hof. Auf die Dauer wollen wir aber auch unsere Produkte dazunehmen“, schildert Monique van Dyck ihre Pläne.

Und Becker? „Wir haben noch 40 Galloways. Solange es Spaß macht und nicht zur Last wird, machen wir mit dem Hof weiter“, schmunzelt er.