BN-Serie: Eine Stunde mit... Das Awigo-Schadstoffmobil in Schleptrup

Von Matthias Benz


Schleptrup. Farbreste, alte Batterien, ausrangierte Elektrogeräte oder Reinigungsmittel: In den meisten Haushalten sammeln sich so einige Dinge an, die nicht in den normalen Hausmüll geworfen werden dürfen. Dafür gibt es das Schadstoffmobil der Awigo, das im Jahr 65 Mal in allen Ecken des Landkreises haltmacht, um den Sonderabfall der Bürger kostenlos anzunehmen und fachgerecht zu entsorgen.

Eine Dreiviertelstunde brauchen Klaus Grönemann und Leo Potthoff, um die mobile Annahmestelle am Sportplatz Schüttenheide im Bramscher Ortsteil Schleptrup aufzubauen und einzurichten. Sie besteht aus zwei großen grünen Containern, in denen für jede Art von Schadstoffen Mülltonnen oder größere Metallbehälter bereitstehen. Von 16 bis 17.30 Uhr können dann die Bürger ihre Abfälle abgeben.

Schon Minuten vor dem eigentlichen Start bildet sich eine kleine Schlange vor der Annahmestelle. Als Erster ist Marcel Wetzel aus Epe dran. „Ich habe von dem Angebot hier zufällig im Internet gelesen. Jetzt im Urlaub hat man ja Zeit zum Aufräumen.“ Vom Renovieren sind bei ihm Reste von Wandfarbe und Silikontuben geblieben, außerdem hat er einen fast leeren Kanister Salzsäure dabei.

Erich Ballmann hat unter anderem ein paar Spraydosen in seinem Fahrradkorb. „Wir wissen immer genau, was wir in den normalen Müll werfen dürfen und was nicht“, betont der Lappenstuhler. Nicht ganz so sicher ist da eine Frau, die sich hinter ihm einreiht. „Ich habe hier zwei Staubsauger und hoffe, dass die mir abgenommen werden“, erzählt sie.

Welche Dinge akzeptiert werden und welche nicht, beurteilt Klaus Grönemann. Der Ingenieur für Maschinenbau arbeitet als Abteilungsleiter Umwelttechnik bei der Städtereinigung Holtmeyer, die im Auftrag der Awigo mit dem Schadstoffmobil im Landkreis unterwegs ist. „Mir fällt auf, dass die Bürger zunehmend offen damit umgehen, wenn es mal ein Problem gibt. Dann nehmen sie die Sachen einfach wieder mit“, berichtet er. In Schleptrup hat ein älterer Herr hartes Bitumen dabei. „Das wird beim Bauen im Dachbereich verwendet und darf im regulären Restmüll entsorgt werden“, erklärt Grönemann. Damit stellt er auch klar, dass das Schadstoffmobil eben nur für die Spezialfälle zuständig ist und nicht auch noch den Hausabfall annimmt.

Sein Kollege Leo Potthoff sortiert die Schadstoffe unverzüglich in die vielen Behälter. Dabei geht er behutsam mit den teils giftigen oder umweltschädlichen Dingen um. Für die ersten ausrangierten Energiesparlampen lehnt er sich tief in die Mülltonnen, um sie vorsichtig am Boden abzulegen. „Zu unserer Aufgabe gehört eben nicht nur die Sammlung, sondern auch der sichere Transport und die anschließende Verwertung“, erklärt Klaus Grönemann.

Einige Leute haben nicht nur Sonderabfall mitgebracht, sondern nutzen die Gelegenheit auch gleich, um Altglas und Kleiderspenden loszuwerden, für die es am Sportplatz Schüttenheide seit vielen Jahren schon fest installierte Container gibt.

Nach einer halben Stunde nimmt der Andrang am Schadstoffmobil ab. Nun kommen noch vereinzelt Personen aus der Nachbarschaft, die die grünen Container gesehen und spontan den Keller entrümpelt haben. „In größeren Gemeinden warten schon mal an die hundert Leute. Da muss es natürlich zügig gehen“, so Grönemann, der sich in Zweifelsfällen trotzdem die Zeit nimmt, um Inhalte von Kanistern und Eimern genau zu prüfen.

So kommen am Ende ein großer Behälter mit Farbeimern, einige Kanister Reinigungsmittel, Pestizide, Säuren und sogenannte „ölverunreinigte Betriebsmittel“ zusammen. Die Abfallexperten haben Feuerlöscher angenommen, einen kaputten CD-Player, viele alte Medikamente, Leuchtmittel, Batterien sowie viele weitere Dinge, die sich in Kellern, Garagen und Dachböden angesammelt hatten. Und zwei Staubsauger sind auch dabei.