Regale voll bis unter das Dach „Fundbüro“ Hasebad: Ohne Hose unterwegs in Bramsche?

Von Marcus Alwes


Bramsche. Der Raum ist länglich und schmal, aber die Regale links und rechts an den Wänden sind bis ganz nach oben prall gefüllt. Mit Fundsachen. Besucher des Hasebades in Bramsche haben die Gegenstände einst direkt am Schwimmbecken, im Saunabereich, in den Duschen, in den Umkleiden oder den Vorräumen vergessen – und später nicht abgeholt. Unsere Redaktion hat nun einen Blick in die kunterbunte Fundgrube geworfen…

„Seit dem Umbau im Jahr 2000 nutzen wir diesen Lagerraum hier neben den Duschen“, erklärt der stellvertretende Bäderleiter der Stadtwerke, Michael Fischer, „vorher wurden die Fundsachen im Keller eingelagert.“

Wer nun heute in die Regale des Hasebades schaut , entdeckt Berge von Handtüchern, zwei große Kisten allein mit Dusch- und Badelatschen, dazu Kartons voller Badehosen, Bikinis und Badeanzüge. Unmittelbar daneben reihen sich Duschmittel, Haarwaschmittel, Lotionen und Cremes aneinander. Ins Auge sticht auch die veritable Sammlung von großen und kleinen Taucher- bzw. Chlorbrillen sowie Schnorcheln oder Schiffchen.

Regale bis oben gefüllt

Überdimensional wirkende Taucherflossen – ganz in Schwarz gehalten – sind hier ebenso zu finden wie Bälle in allen Variationen, Schwimmringe, Schwimmbretter oder diverse Schwimmflügel. „Da war bei den Fundsachen in der Umkleide aber auch schon ein einzelner Straßenschuh dabei, der vergessen worden ist“, sagt Michael Fischer mit einem Lächeln. „Wie der Herr dann mit nur einem Schuh an den Füßen nach Hause gegangen ist, ohne den Verlust des anderen Schuhes zu bemerken, ist für uns ein Rätsel geblieben.“

Mit einem Schmunzeln erinnert er sich auch an jene ganz normale, vereinsamte Männer-Hose an einem Haken in einer der Umkleidekabinen. Der Besitzer war nicht mehr aufzufinden. „Was dieser Herr auf der Straße unten an den Beinen herum angehabt hat, vermag ich beim besten Willen nicht zu sagen…“, ulkt Fischer.

Verluste nicht gemeldet

„In den Wintermonaten bleiben hier auch gerne Jacken in allen Längen hängen. Wir finden außerdem viele Fahrradhelme, häufig auch Bürsten und Kämme. Sogar Handys und Kinderbrillen“, fügt er hinzu. Verwunderlich, aber auch bedauerlich sei nur, „dass nicht wenige, die etwas vergessen oder verloren haben, nicht wiederkommen, um den Verlust zu melden – und um zu fragen, ob wir das Gesuchte möglicherweise gefunden haben“, erklärt Fischer. Ist es Schamgefühl? Ist es Bequemlichkeit oder gar Gleichgültigkeit? „Ich habe keine Ahnung, warum das so ist“, so der stellvertretende Bäderleiter achselzuckend.

Nach einer gewissen Aufbewahrungszeit – etwa nach einem Jahr – werden große Teile der Fundsachen, die nicht nachgefragt und abgeholt worden sind, „für einen guten Zweck gespendet“, unterstreicht Fischer. „Im Jahr 2014 gingen die Sachen an die Bramscher Tafel – für die bedürftigen Menschen dort. In 2015 haben wir für die LAB in Hesepe gespendet“, erläutert er: „Für uns ist wichtig, dass wir die Fundstücke nicht irgendwann einfach so wegwerfen müssen, sondern dass es Menschen gibt, die damit noch gut etwas anfangen können.“

Spenden für guten Zweck

Ganz anders verhält sich alles übrigens nur bei Schlüsseln und Geldbörsen (Bargeld, EC- oder Kreditkarten, Führerscheine), die im Sektor des Hasebades oder der dazugehörigen Sauna-Anlagen gefunden werden. „Diese Sachen lagern wir aus Sicherheitsgründen natürlich woanders“, betont Fischer. Vielfach könnten Portemonnaies aber auch rasch einem Besitzer oder einer Besitzerin zugeordnet werden. Diese würden dann informiert werden, „damit sie sich umgehend die Geldbörse und die Papiere abholen können.“