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Brand von Sanitär-Containern Feuer in Flüchtlingseinrichtung in Hesepe vorsätzlich gelegt


bjd/hst/pm Hesepe. Das Feuer auf dem Gelände der Landesaufnahmestelle für Asylbewerber in Bramsche-Hesepe ist in der Nacht zum Mittwoch offenbar durch Bewohner gelegt worden.

Die Polizei teilte am Mittwochnachmittag mit, ein technischer Defekt an einem der insgesamt drei ausgebrannten Sanitär-Container könne ausgeschlossen werden. Weiterhin sei nicht davon auszugehen, dass der Brand von Personen außerhalb der LAB verursacht worden sei, ein fremdenfeindlicher Hintergrund scheide aus.

Um 2.34 Uhr in der Nacht zum Mittwoch war die Ortsfeuerwehr Hesepe zur Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber der Landesaufnahmebehörde (LAB) Niedersachsen alarmiert worden. Zunächst hieß es seitens der Leitstelle, dass auf dem Gelände der Landesaufnahmestelle Müll brenne. Vor Ort stellte sich heraus, dass ein Sanitär-Container in Flammen stand. Auch die Feuerwehren Bramsche-Mitte, Sögeln und Ueffeln wurden in der Folge alarmiert.

Löschversuche des Wachdienstes

Zeitgleich versuchten Mitarbeiter des Wachdienstes der Landesaufnahmebehörde, das Feuer mit Feuerlöschern einzugrenzen. Allerdings konnten sie nicht verhindern, dass zwei weitere direkt angrenzenden Dusch-und WC-Container ebenfalls in Brand gerieten.

Keine Personenschäden

Zur Sicherheit wurde auch die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) Bramsche des Rettungsdienstes alarmiert, die mit fünf Einsatzkräften und zwei Rettungswagen vor Ort war. Verletzte gab es allerdings nicht. Der Sachschaden wird auf ca. 30000 Euro geschätzt.

Offenbar in keinem Zusammenhang mit dem Brand stand ein Einsatz der Polizei auf dem LAB-Gelände rund zwei Stunden vor Ausbruch des Feuers.

Vermehrt Konflikte

Die Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber im Bramscher Ortsteil Hesepe ist seit geraumer Zeit deutlich überbelegt. Nach letzten Angaben waren dort 2600 Menschen untergebracht, ausgerichtet war die Aufnahmestelle ursprünglich für maximal 600 Asylbewerber. In den vergangenen Wochen war es immer wieder zu Konflikten zwischen Bewohnern gekommen: Eine Messerstecherei in der Nähe des Heseper Bahnhofs schreckte die Bevölkerung ebenso auf wie eine gewalttätige Auseinandersetzung auf dem Gelände selbst, bei der Flüchtlinge mit Eisenstangen aufeinander losgingen.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sprach bei einem Besuch vor Ort von einer „Lagerkoller-Situation“, bedingt durch die Enge. Er kündigte eine Entlastung für die Bramscher Einrichtung an, ebenso wie für die gleichfalls überbelegten Asylbewerber-Unterkünfte in Friedland, Braunschweig und Osnabrück. In dem früheren Kloster Blankenburg in Oldenburg soll nun Niedersachsens fünfte Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen. Im ersten Quartal 2016 soll ein sechster Standort fertig sein.