Diskussion um Sitz-Hocker Erneut Kritik an Hasesee-Umfeld in Bramsche

Von Yannick Richter


Bramsche. Die Bramscher lieben ihren Hasesee. Zugleich aber steht die Gestaltung des Umfelds immer wieder in der Kritik – so auch jetzt die neuen Sitzgelegenheiten, die kürzlich installiert worden sind.

Der Hasesee im Zentrum von Bramsche ist bei Jung und Alt gleichermaßen als Naherholungsgebiet beliebt und lockt zu fast jeder Tageszeit Gäste mit unterschiedlichen Interessen an. Zuletzt beschwerten sich jedoch Anwohner über Krach und übermäßigen Müll am Hasesee. Kritik wurde ebenfalls wegen unzureichender Sitzmöglichkeiten lauter. Jetzt sind neue Sitzhocker aufgestellt worden. Doch wie kommen diese bei den Gästen am Hasesee an? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und hörten uns am Wochenende bei Passanten am Hasesee um.

15 bis 20 neue Hocker mit einer Sitzoberfläche aus Holz schmücken das Gelände entlang des Hasesees. Die Freude darüber hält sich bei den befragten Gästen, gelinde gesagt, jedoch in Grenzen. Kritisiert werden von den Befragten vor allem der mangelnde Komfort und die fehlende Praktikabilität der neuen Sitzmöglichkeiten.

Nicht wirklich komfortabel

Wirklich komfortabel erscheinen die neuen Hocker auf den ersten Blick tatsächlich nicht. Ohne Rückenlehne und auch ohne die Möglichkeit, etwas neben sich ablegen zu können, dienen die „Ein-Mann-Hocker“ höchstens als kurzer Zwischenstopp beim Spaziergang um den Hasesee, nicht aber dazu, gemütlich eine Pause einzulegen. „Wir drehen hier jeden Tag ein- bis zweimal mit unserem Hund eine Runde. Auf den Hockern habe ich bisher noch niemanden sitzen sehen. Die werden überhaupt nicht genutzt“, stellt Karin Hoege fest. Ihr Mann Sturmhard pflichtet ihr bei: „In meinen Augen ist das eine völlige Fehlkonstruktion. Die Hocker sind überhaupt nicht praktisch. Wer setzt sich da schon drauf?“

Nun hat die Stadt Bramsche mit den Hockern sicherlich für mehr Sitzgelegenheiten gesorgt. Nach Meinung der Hasesee-Besucher kommt die Geselligkeit allerdings viel zu kurz. „Jetzt mal ehrlich: Da stehen lauter einzelne Hocker. Warum hat man davon nicht mehrere zusammengestellt, sodass man sich auch zu zweit oder als kleinere Gruppe mal zusammen hinsetzen könnte?“, rätselt eine Spaziergängerin. Ihre Kritik erscheint nicht unberechtigt, denn von den neuen Sitzhockern steht in der Tat der Großteil in einem Abstand von etlichen Metern ziemlich vereinsamt am Rande des Gewässers. „Die neuen Hocker sind alles andere als gesellig. Die sind viel zu weit auseinander und stehen fast nur einzeln herum. Vielleicht sind sie für einsame Menschen gedacht, die den Kontakt scheuen“, scherzt Leni Pawelak, die zusammen mit ihrem Mann Hermann unterwegs ist und dementsprechend natürlich eine größere Bank zur Pause vorziehen würde.

Verärgerung wegen Mülleimern

Auch andere Ausgestaltungen am Hasesee werden zum Teil kritisch beäugt. „Ich verstehe nicht, warum die Mülleimer alle so weit entfernt von den Bänken und Sitzhockern stehen müssen. So kommt es immer wieder mal vor, dass Müll aus Bequemlichkeitsgründen nicht weggeräumt wird und sich an den Sitzbänken häuft“, erklärt Sturmhard Hoege. Am Grillplatz wünschen sich die Gäste zudem einen Tisch: „Die Grillstation ist wirklich schön und bietet viele Möglichkeiten. Aber warum wird dort kein vernünftiger Tisch angeschafft?“, fragt eine Jugendliche.

Vonseiten der Anwohner wurde zuletzt außerdem bemängelt, dass feiernde Jugendliche insbesondere im Bereich der Grillstation übermäßig viel Lärm und Müll verursachen würden. Auch am letzten Wochenende trafen sich nachmittags und abends wieder Jugendliche, um gemeinsam zu grillen und Bier zu trinken. Im Gespräch zeigen sich die Jugendlichen jedoch verständnisvoll und einsichtig. „Wir haben die Beschwerden auch mitbekommen. Ich kann nur für unsere Gruppe sprechen, da ist es selbstverständlich, dass wir die Musik nicht voll aufdrehen und unseren Müll entsorgen, denn wir wollen ja schließlich wiederkommen“, äußert sich ein Jugendlicher.

Am nächsten Morgen waren tatsächlich keinerlei Spuren einer übermäßigen Grillveranstaltung oder Partynacht mehr zu sehen. Allerdings bleibt ungeklärt, ob es die Jugendlichen selbst waren, die aufräumten, oder ob der Grillplatz anderweitig gesäubert wurde.

Bei aller Kritik und dem Unverständnis für die neuen Sitzhocker haben die Stammgäste des Hasesees allerdings auch lobende Worte übrig. „Seit den letzten Beschwerden kann man hier eine deutliche Verbesserung wahrnehmen. Durch die Präsenz der Polizei und die Aufräumarbeiten sind Lärm und Müll deutlich weniger geworden. Insgesamt kann man beobachten, dass sich alle Beteiligten mehr Mühe geben, das Gelände am Hasesee zu verschönern beziehungsweise in seinem schönen Zustand zu lassen“, so Karin Hoege, die selbst Anwohnerin ist.