Kritik an Zuständen in der LAB Jusos: In Hesepe keine weiteren Flüchtlinge in Zelte

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In der Aufnahmeeinrichtung in Bramsche-Hesepe leben momentan bereits ca. 2600 Flüchtlinge. Eigentlich ist dort nur Platz für 600 Menschen. Foto: Michael GründelIn der Aufnahmeeinrichtung in Bramsche-Hesepe leben momentan bereits ca. 2600 Flüchtlinge. Eigentlich ist dort nur Platz für 600 Menschen. Foto: Michael Gründel

Hesepe. Die politische Nachwuchsorgansisation der SPD im Landkreis Osnabrück – die Jusos – haben sich kritisch zu einer weiteren Aufstockung der Aufnahmekapazität in der LAB Hesepe und vor allem zur Unterbringung der Flüchtlinge in Zelten geäußert.

„Das Konfliktpotential in der Einrichtung wächst mit der zunehmenden Enge in der Einrichtung“, so Juso-Vorsitzender Daniel Schweer. „Eine Unterbringung in Zelten würde die Situation noch weiter verschärfen, und stellt für uns keine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen dar.“

Die Landesaufnahmestelle Hesepe, die der sozialdemokratische Nachwuchs vor wenigen Monaten im Rahmen eines Informationsgespräch besucht hatte, soll offenbar weitere 400 AsylbewerberInnen aufnehmen. „Wo eigentlich nur Platz für 600 Menschen ist, leben aber mittlerweile bereits 2500 Flüchtlinge“, verdeutlicht Schweer. Die Unterbringung weiterer Flüchtlinge soll nach Informationen der Jusos in Zelten auf dem Sportplatz stattfinden. „Die schreckliche Lage vor Ort ist kaum in Worte zu fassen. Das in einem wohlhabenden Land wie Deutschland Asylbewerber unter solchen menschenunwürdigen Zuständen leben müssen, ist unverständlich“ so Jungsozialistin Maresa Emons.

Vielmehr müsse die Landesregierung in Kooperation mit der Bundesregierung schnellstmöglich handeln, so Danel Schweer (Neuenkirchen/Bramsche), „um neben der Neueirichtung von weiteren Aufnahmestellen für Asylbewerber auch die dezentrale Unterbringung weiter voranzutreiben.“ Die Forderung des Flüchtlingsrates Niedersachsen, die Unterbringung zu entbürokratisieren, „wäre ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt der SPD-Nachwuchsmann, „und könnte die Landesaufnahmestellen zukünftig entlasten und die Situation der geflüchteten Menschen nachhaltig verbessern.“ Hierzu müssten Kommunen, in denen kurzfristig keine entsprechenden Wohnungen zur Verfügung stünden, „Instrumente an die Hand gegeben werden“ – wie zum Beispiel „schon länger leerstehenden Wohnraum oder Ferienwohnungen für eine gewisse Zeit zwangsanmieten zu können“, so Schweer weiter.


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