Zweiter Teil der BN-Serie Bramscher Rumläufer bieten Gruppen für jedes Tempo

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Bramsche. In unregelmäßigen Abständen werden wir an dieser Stelle alle großen und kleinen Sportvereine in unserem Verbreitungsgebiet vorstellen. Im zweiten Teil der Serie „Unsere Vereine“ widmen wir uns heute den Bramscher Rumläufern.

Um einen eingetragenen Verein handelt es sich bei den Rumläufern zwar nicht, für unsere Serie qualifiziert sich die Laufgruppe aber dennoch. Schließlich bereichert sie das Sportleben in der Stadt Bramsche seit etlichen Jahren.

Ihre Wurzeln haben die Bramscher Rumläufer eigentlich beim TuS Bramsche. „Viele von uns waren damals beim FuBS, das stand für Freizeit- und Breitensport, aktiv. Nachdem der damalige Übungsleiter aufhörte, haben wir das Ganze selbst in die Hand genommen und fortgeführt“, erinnert sich Reinhardt Stricker, einer der Vertreter der Laufgruppe. „Weiter ging es dann mit dem AOK-Lauftreff. Dieser fand jeden Sonntag statt. Die Zusammenarbeit lief dann über viele Jahre. Irgendwann ließ die Unterstützung der AOK allerdings nach und wir tauften uns zu den Rumläufern um“, fährt Stricker fort.

Auch heute treffen sich die Bramscher Rumläufer noch jeden Sonntag, um gemeinsam zu joggen. Vor allem im Winterhalbjahr, in der Zeit von Oktober bis März, kommt dann eine stattliche Gruppe von 50 bis 60 Läufern zustande. Dabei nehmen jedoch nicht nur Jogger am Lauf teil, sondern auch Walker und Nordic-Walker schließen sich sonntags der Laufgruppe an.

Zwei Laufgruppen

Doch auch während der Woche drehen die Bramscher Rumläufer ihre Runden. Um den verschiedenen Ansprüchen und Wünschen der Mitglieder und deren Leistungsunterschieden gerecht zu werden, teilt man sich. „Wir haben zwei große Gruppen. Auf der einen Seite gibt es ambitionierte Läufer in unseren Reihen, die zum Teil sehr leistungsorientiert trainieren. Auf der anderen Seite haben wir eine große Anzahl an Genussläufern, die sich in einem etwas gesetzteren Tempo auf den Weg machen“, schildert Erik Frenzel, Vertreter der Fortgeschrittenen-Laufgruppe, die Unterschiede.

Ähnlich wie beim traditionellen Lauftreff am Sonntag starten Anfänger und Genussläufer am Mittwochabend vom Lehrerparkplatz der Realschule und spulen in lockerer Geschwindigkeit ihre Kilometer ab. Die leistungsstärkeren Läufer treffen sich zudem jeden Dienstagabend am Wiederhall, um dort auf der Tartanbahn zu trainieren. „Beim Bahntraining auf dem Wiederhall werden vor allem Intervalle gelaufen. Damit werden Bewegungsabläufe weiter optimiert und es wird die Tempohärte trainiert“, erklärt Frenzel.

Da es sich bei den Bramscher Rumläufern um keinen wirklichen Verein handelt, werden auch sämtliche vereinstypischen Strukturen vernachlässigt. „Wir sind eher eine lockere Gruppierung von Laufbegeisterten, die sich beispielsweise mit gleichen Trikots und Jacken nach außen hin geschlossen präsentiert. Aber den üblichen Aufbau eines Vereins nicht repräsentiert“, verrät Frenzel. So gibt es bei den Bramscher Rumläufern auch keinen Vorstand oder Vorsitzenden, sondern mit Erik Frenzel für die fortgeschrittenen Läufer und Reinhardt Stricker für die Genussläufer lediglich zwei Ansprechpartner. Der Mitgliedsbeitrag fällt ebenso weg. Alles also ganz unkompliziert und unverbindlich.

„Rumlauf“ im Januar

Den Höhepunkt der Saison bildet für die Bramscher Rumläufer der von ihnen organisierte „Rumlauf“ – ein Lauf ohne Wettkampf und ohne Startgeld. Dieser findet jedes Jahr am zweiten Wochenende im Januar statt und feiert im nächsten Jahr ein kleines Jubiläum. Dann kommt es nämlich bereits zur zehnten Auflage der Veranstaltung, bei der die Bramscher Laufgruppe immer weit über 100 Teilnehmer – manchmal sogar bis zu 200 Läuferinnen und Läufer – aus dem gesamten Landkreis begrüßen darf.

„Normale Läufe gibt es überall. Wir wollten einen ganz besonderen Lauf kreieren. Der Bramscher Rumlauf ist ein geführter Lauf. Wir stoppen die Zeit nicht direkt, sondern teilen die Läufer in Gruppen ein, in denen mit einer bestimmten Geschwindigkeit gelaufen wird. Hier können sich alle ausprobieren. Und wenn das Tempo zu hoch ist, werden die Teilnehmer von der nächsten Gruppe aufgefangen“, erklärt Erik Frenzel das zugrunde liegende Konzept der beliebten Laufveranstaltung.

Doch nicht nur in Bramsche sind die Rumläufer, zu denen Läufer sämtlicher Altersklassen gehören, aktiv. Eine große Gemeinschaftsveranstaltung findet jedes Jahr zu Silvester statt. Da chartert die Laufgruppe einen Bus, um gemeinsam nach Osnabrück zu fahren und am OTB-Silvesterlauf teilzunehmen. In kleineren Gruppen finden sich immer wieder Mitglieder der Rumläufer zusammen, um bei diversen Laufwettbewerben in der Region, aber auch in der Ferne, mitzumachen. Nicht selten stellen die Läufer aus der Hasestadt dabei die größte Teilnehmergruppe im gesamten Feld. Die „Profis“ in Reihen der Bramscher Laufgruppe nehmen zusätzlich auch mehrmals im Jahr an Halb- und Marathonläufen teil.

Nichtsdestotrotz stehen die Bramscher Rumläufer nicht nur für zweckmäßiges Zusammenlaufen. „Das wäre ja etwas schade. Natürlich sind wir viel mehr als nur eine Laufgruppierung. Wir unternehmen auch außerhalb des Laufens viel zusammen. Alles läuft sehr familiär ab und über die Jahre hinweg sind tiefe Freundschaften entstanden“, bringt Frenzel auf den Punkt, was die sympathischen Rumläufer auszeichnet und so besonders macht.


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