Neue Formen der Landwirtschaft Brasilianische Fachleute auf dem CSA Hof Pente

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20 Agrarfachleute und Ernährungswissenschaftler aus Brasilien besuchten den CSA Hof in Pente. Foto: Tobias Hartkemeyer20 Agrarfachleute und Ernährungswissenschaftler aus Brasilien besuchten den CSA Hof in Pente. Foto: Tobias Hartkemeyer

Pente. 20 Ernährungswissenschaftlerinnen und Agrarfachleute aus allen Teilen Brasiliens besuchten Ende Juli Bramsche, um auf dem CSA Hof Pente eine Fortbildung zu absolvieren.

Der „Hof Pente“, im brasilianischen Portugiesisch klingt es nach „Hofi Pentschi“, ist mittlerweile in ganz Brasilien ein Begriff, weil ein Filmprojekt „make CSA“, gefördert von der Bundesanstalt für Ernährung, mittlerweile mit portugiesischen Untertiteln weite Verbreitung gefunden hat. Da spielt der Hof in Bramsche eine zentrale Rolle und gilt als Modell für eine neue Form von Landwirtschaft. Darüber hinaus wurden auch die Arbeits- und Planungshilfen des Teams von Tobias Hartkemeyer übersetzt.

50 Höfe

Ein Netzwerk von 50 Höfen ist den letzten drei Jahren aus diesem Impuls in Brasilien entstanden. „Der CSA-Hof (CSA = Community Supported Agricultur, Gemeinschaftsgetragene Solidarische Landwirtschaft) Pente ist für unsere Höfe das Vorbild und hat uns hier viele fruchtbare Impulse gegeben“, so Wagner Santos vom Koordinationsteam des Netzwerks. Dabei spiele auch das in Pente entwickelte Konzept der Handlungspädagogik eine wesentliche Rolle.

Der deutsche Künstler Hermann Pohlmann brachte die CSA-Idee vor drei Jahren nach Brasilien. Pohlmann ist im Osnabrücker Land durch seine Steine auf dem Westerberg und die gusseisernen Boden-Installationen vor der VHS der Stadt Osnabrück bekannt. Er hatte das Projekt „Leben“ zum 350. Jahrestag des Westfälischen Friedens mit den Teilnehmern der VHS-Sprachkurse in verschiedenen Sprachen entwickelt. Aus seiner Sicht bedeutet die CSA-Idee auch die Entwicklung der Kunst des sozialen Miteinanders. Aber auch eine neue Sicht auf das Leben, die Erde, die Ernährung. Sein Inspirator Joseph Beuys bezeichnete diesen künstlerischen Ansatz als „soziale Skulptur“. Pohlmann machte die Teilnehmer auch mit der regionalen Geschichte am Beispiel der Varusschlacht bekannt.

Kräuter und Tees

Die Ernährungswissenschaftlerin Valeria, die einen neuen Masterstudiengang in Brasilien für Ernährung entwickelt hat, interessierte sich vor allem für neue Erkenntnisse und altes Wissen im Bereich regional erzeugter Kräuter und Tees im Rahmen des CSA-Konzepts. Die in Argentinien geborene Bramscherin Andrea von Homeyer stellte im Rahmen des Seminars den Teilnehmenden ihre diesbezüglichen Erfahrungen vor. Dieses Wissen wurde als so wertvoll eingeschätzt, dass man sie für kommenden Januar an die Universität Sao Paulo einlud.

Das deutsch brasilianische Seminar in Bramsche soll in Zukunft jährlich wiederholt werden.


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