Schlägerei unter Flüchtlingen Verletzte nach Konflikt in Asyl-Unterkunft Hesepe

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Bramsche. Mehrere Verletzte hat es in der Nacht zum Mittwoch bei einer tätlichen Auseinandersetzung größeren Ausmaßes in der Asylbewerber-Einrichtung in Bramsche-Hesepe gegeben.

In einer Pressemitteilung bestätigte die Polizei Informationen unserer Redaktion, nach denen eine größere Gruppe von marokkanischen Asylbewerbern gegen 3 Uhr nachts ein Zelt auf dem Gelände der Erstaufnahme-Einrichtung überfallen und Wertgegenstände erbeuten wollte. Dabei wurden drei syrische Staatsangehörige verletzt. Die herbeigerufene Polizei war mit mehreren Streifenwagen vor Ort und Rettungswagen brachten die Verletzten in umliegende Krankenhäuser.

Mit Eisenstangen gewehrt

Ungefähr zwei Stunden später wurden dann allerdings weitere Ausschreitungen gemeldet. Die Bewohner des Zeltes sollen sich nun gegen ihre Angreifer zur Wehr gesetzt haben. Unter anderem gingen sie dabei nach Informationen unserer Redaktion mit Eisenstangen vor. Dabei wurde auch ein Teil der Einrichtung zerstört. Die Zeltbewohner sollen gedroht haben, das Haus zu stürmen oder gar in Brand zu setzen, in dem die marokkanischen Asylbewerber Schutz suchten.

Vielzahl an Polizisten im Einsatz

Eine Vielzahl von Polizisten und Streifenwagen aus Landkreis und Stadt Osnabrück war erforderlich, um die Situation zu beruhigen und weitere Auseinandersetzungen zu verhindern. Diese verstärkte Präsenz, so teilte die Polizei mit, werde auch weiterhin vor Ort gezeigt. Die polizeilichen Ermittlungen zu dem Geschehen am frühen Morgen dauern noch an.

Vermehrt Streitigkeiten

Bereits zu Beginn des Monats hatte es laut der Pressemitteilung Streitigkeiten zwischen Bewohnern unterschiedlicher Nationalitäten gegeben, bei denen „ein größerer polizeilicher Kräfteeinsatz zur Beruhigung der Situation erforderlich war und in der Folgezeit eine erhöhte Präsenz gezeigt wurde“.

Nächtlicher Lärm

Anwohner im Umfeld der Einrichtung im Bramscher Ortsteil Hesepe hatten bereits am Vormittag berichtet, sie seien durch den nächtlichen Lärm in der Asylbewerber-Unterkunft geweckt worden. Ein Anwohner erklärte, er habe rund 20 Polizeifahrzeuge beobachtet, die zum Einsatz gerufen wurden.

Die Erstaufnahme-Einrichtung ist seit Langem überfüllt, die Belegungszahlen steigen dennoch. Zuletzt hatte Einrichtungsleiter Conrad Bramm erklärt, es seien derzeit 2000 Asylbewerber in Hesepe untergebracht. Ursprünglich war das „Lager“, wie es in Bramsche genannt wird, für 500-600 Personen vorgesehen. Im Zuge des Anschwellens der Flüchtlingsströme soll es in jüngster Zeit vermehrt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in und um die Einrichtung gekommen sein. So gab es erst vor rund einem Monat eine Messerstecherei am Bahnhof in Hesepe.

*Text aktualisiert am 22. Juli, 16.45 Uhr*


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