Borcherding: Neue Ziele setzen 50 Jahre Heimatverein Ueffeln-Balkum gefeiert

Von Franz Buitmann

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Ueffeln. Viel Anerkennung für 50 Jahre Engagement in der Heimatpflege fand am Sonntag der Heimatverein Ueffeln-Balkum. Im bis auf den letzten Platz besetzten Schützenhaus würdigten zahlreiche Redner die Bedeutung des Vereins für die Dorfgemeinschaft. Die beiden Gründungsmitglieder Werner Schwarz und Wilhelm Strubbe wurden besonders ausgezeichnet.

Vorsitzender Gert Borcherding ging zunächst kurz auf die Entstehung und das Wirken des Vereins ein. Als der Heimatverein 1965 gegründet wurde, zeichnete sich auf politischer Ebene eine Gebietsreform ab. Gemeinden und Dörfer sollten zusammengeschlossen werden, die wertvolle Eigenständigkeit schien zu verschwinden. Um den Gedanken der Heimat, die Pflege des örtlichen Brauchtums und die Weiterentwicklung der beiden Gemeinden zu sichern, wurde schließlich der Heimatverein Ueffeln-Balkum gegründet. Bezeichnend sei zu der damaligen Zeit gewesen, dass die Repräsentanten der Gemeinden – Bürgermeister, Pastor und Schulleiter – Gründungsmitglieder und gleichzeitig Vorstandsmitglieder waren bzw. wurden. Der damalige Bürgermeister von Ueffeln, Heinrich Minning, sei erster Vorsitzender geworden, ihm sei dann 1968 der damalige amtierende Bürgermeister Werner Schwarz gefolgt.

Die Errichtung und Auszeichnung von Wanderwegen, die Anbringung von Hinweistafeln, Frühjahrs- und Herbstwanderungen seien die ersten Aktivitäten gewesen. Der alte Dorfteich sei neu angelegt und dann zum 25-jährigen Jubiläum 1990 erneut vollständig renoviert worden. Es folgten die Renovierung eines Steinwerks und der Bau des Heimatstübchens. Schwerpunkt sei jedoch die Renovierung der alten Wassermühle Riesau in Balkum gewesen, sie sei bis heute der Stolz des Heimatvereins.

Viele weitere Aktivitäten folgten, plattdeutsche Gesprächskreise, Heimatabende, die „Holskenbälle“ und der Versuch zur Rettung der Ueffelner „Fleigenkermste“. Durch die tatkräftige Unterstützung der Gemeindemitglieder konnten außerdem die Neugestaltung des Kreisels, die Ortseingangsschilder, Ruhebänke, der Erhalt eines Trafos, Nistkästen und Trockenmauern in Angriff genommen werden.

Gesellschaftliche Veränderungen und der Wandel ländlicher Strukturen machten neue Zielsetzungen möglich, so Borcherding. Die Frage sei, wie die Dörfer in zwanzig Jahren aussehen, ob Traditionen noch gepflegt werden, was zu erhalten sei, ob die plattdeutsche Sprache noch da sei. Viele Aufgaben stünden dem Heimatverein noch bevor, vor allem müsse die Jugend eingebunden werden. „Aber um den Fortbestand des Heimatvereins ist mir nicht bange“, sagte Borcherding abschließend.

Ortsbürgermeisterin Ilona Busch würdigte die große ehrenamtliche Leistung des Heimatvereins für die Dorfgemeinschaft. Er habe das Erscheinungsbild des Ortes mit geprägt und das Miteinander gefördert. Er sei immer ein zuverlässiger Partner und mache das Dorf lebens- und liebenswert. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Bramsche, Karl-Georg Görtemöller, wies auf die Bedeutung des Heimatvereins für die Nachwelt hin, er lasse Geschichte nicht verloren gehen und sei im Ort ein wichtiger Kulturträger.

Für die Kirchengemeinde St. Marien gratulierte Michael Grimmsmann, auch Kirche könne Heimat sein, nicht zuletzt gebe es auch eine himmlische Heimat für alle.

Einen besonderen Glückwunsch überbrachte eine Plattdeutsch-AG aus der Grundschule mit Schulleiterin Heike Riddering und Lehrerin Susanne Langelage. Die Kinder Lukas Verbeet, Lana Reiners, Vanessa Berling, Lena Lammerding und Larah Tatchen begeisterten mit kleinen Sketchen. Dies sei auch ein Dank an Gert Borcherding, der in der Grundschule sich um die plattdeutsche Sprache kümmere.

Eine besondere Ehrung hatte Vorsitzender Borcherding noch für die Gründungsmitglieder Werner Schwarz und Wilhelm Strubbe parat, sie erhielten eine Ehrenurkunde, die Nadel und ein Präsent. Werner Schwarz sei von 1968 bis 1975 und von 1989 bis 2006 Vorsitzender gewesen und habe sich besonders um die Errichtung des Heimatstübchens und das 25-jährige Jubiläum verdient gemacht, Wilhelm Strubbe habe wertvolle Arbeit im Hintergrund geleistet.


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