Viel Applaus für Jahrgang 2015 Volles Haus beim Abi-Kleinkunstabend in Bramsche

Von Heiner Beinke


Bramsche. Volles Haus beim Abi-Kleinkunstabend im Universum: Ausverkauft hieß es bei der diesjährigen Premiere der Traditionsveranstaltung am Montagabend. Lehrer und vor allem Schulleiter brauchten bei mancher Parodie schon ein dickes Fell.

Ein bunter Kleinkunstabend, bei dem vor allem die Lehrer kräftig durch den Kakao gezogen werden, ist in Bramsche Pflicht für den jeweiligen Abiturjahrgang. Und auch der Jahrgang 2015 entledigte sich dieser vergnüglichen Aufgabe souverän, wenn auch mit einigen heftigen Seitenhieben auf die Pauker.

Vor allem der scheidende Schulleiter Klaus-Jürgen Bock wird wohl das eine oder andere Mal schlucken müssen. Er ist die Hauptperson der Rahmenhandlung, die sich an die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens anlehnt. Bock sitzt in seinem Arbeitszimmer und schreibt, „schwanger mit Hass und Zorn auf den Jahrgang“, wie der Erzähler das Publikum wissen lässt, an der Abschiedsrede. Die soll seine Rache an dem Jahrgang werden, der mit seinem Amtsantritt an die Schule kam und sie mit seinem Amtsabtritt wieder verlässt, wie der Erzähler betont.

Doch dem Schulleiter erscheint ein Geist, der „Geist der vergangenen Schulzeit“, der ihn mitnimmt auf eine „Reise in den Unterricht“, die dem Rektor die Augen öffnen soll für die Fülle an Unzulänglichkeiten und Absonderlichkeiten, die sein geschätzter Lehrkörper aufzuweisen hat.

Das ist die Klammer für die übliche Abfolge von Sketchen im Klassenzimmer. Geschichtslehrer, die empört fragen, warum denn am 3. Oktober schon wieder der Unterricht ausfällt und sinnieren, ob Portugal „nicht eigentlich eine Stadt“ ist. Pädagogen, die Lieblingsschüler bevorzugen, die gleiche Antwort mal als richtig, mal als falsch einschätzen und - vergeblich - darum bitten, eine „leicht pornöse Erklärung“ für ein naturwissenschaftliches Phänomen nicht beim Kleinkunstabend zu verwenden: Mindestens Schüler und Ehemalige im Saal haben oft und laut etwas zu lachen. Aber auch Eltern und Lehrer müssen schmunzeln, wenn ein Lehrer eine unentschlossene Antwort eines Schülers mit den Worten „Ja, Nein, - das hätte ich mal auf dem Standesamt sagen sollen“ oder seine Schüler per Twitter bittet: „Lasst Euch schon mal die Tür aufschließen und diskutiert über Frankreichs humanitäre Hilfe für Mali. Ich muss noch zur Kita“. Auch die Folgen des Klimawandels werden bedacht: „Das Wasser wird flüssiger“. Für die Echtheit der Zitate verbürgt sich der Jahrgang.

Wenn sich auch einiges nur den Insidern erschließt, ist das Ganze auf alle Fälle eine lohnenswerte, kurzweilige Mischung. Einige Längen sind der kurzen Vorbereitungszeit und dem großen Team von fast 50 Beteiligten bei insgesamt 98 Abiturienten geschuldet. Volltreffer sind Filmeinlagen wie die „Fifty Shades of GGB“, bei denen die subtilen Foltermethoden im Trainingsraum der Schule aufgedeckt werden. Viel Applaus gibt es auch für den Abifilm zum Thema Bewerbungsgespräche. Noch mehr Beifall erntet die überzeugende Abiband für ihre Auftritte. Bevor sie den Abisong spielt, schreibt der Schulleiter, überzeugt von dem, was er gesehen hat, seine Rede um. Ein Happy End gehört auch beim Kleinkunstabend dazu.

Der Kleinkunstabend wird am Dienstag und Mittwoch, jeweils ab 20 Uhr, Wiederholt. Es gibt allerdings nur noch ganz wenige Restkarten.