12000-qm-Anwesen lockt an Familie Hüls öffnet ihr Gartentor in Balkum

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Balkum. Am Wochenende öffnen wieder Gartenbesitzer in der Region ihre Tore und gewähren einen Blick in ihre grünenden und blühenden Paradiese. Für Bramsche macht dabei Familie Hüls aus Balkum den Anfang, am nächsten Wochenende folgen Elke und Rainer König aus Pente.

Zum zweiten Mal sind Senior Gisbert Hüls, sein Sohn Ralph und dessen Frau Charlotte in diesem Jahr dabei. Stolze 12000 Quadratmeter misst das Anwesen, das in Balkum mitten zwischen grünen Wiesen und Waldstücken liegt. Nur hin und wieder ist ein Haus an der Straße zu dem ehemaligen Demeter-Hof an der Straße Am Naturschutz, Hausnummer 2, zu sehen. Natur pur!

Senior Gisbert Hüls ist in diesen Tagen von morgens bis abends draußen. Feuchte dunkle Erde an den Händen zeugt von emsiger Gartenarbeit. In den letzten Tagen haben die Sonnenstrahlen die Vegetation regelrecht explodieren lassen. Die Wärme, verbunden mit reichlich Nass von oben – und Ranken, Stauden, Blütensträucher wachsen beinahe beim Zusehen. Aber auch das Gras und vor allem das Unkraut. „Hier müssen wir bis Samstag überall noch mähen“, deutet er in die Runde. Schließlich soll alles nett aussehen und auch für Besucher ohne Probleme begehbar sein, die nicht so gut zu Fuß sind.

Per Hand gegen Unkraut

Dem Unkraut rücken Senior Hüls und sein Sohn, der von Beruf Biologielehrer in Osnabrück ist, mit reiner Handarbeit zu Leibe. „Jetzt geht’s erst mal in den Garten“, beschließt der Studienrat. Obwohl Abiturzeit ist und die Arbeiten korrigiert werden wollen. Aber das geht schließlich auch, wenn es draußen schon zu dunkel ist zum Pflanzen, Jäten und Mähen. Vater Gisbert erinnert sich noch mit Grausen an die ersten Jahre, nachdem er und seine Frau Gerda das Anwesen erworben hatten. Lange ist das schon her. Sie seien mit dem Vorsatz ans Werk gegangen, keine Chemie zu verwenden und bei Lebensmitteln Selbstversorger zu werden, erzählt er. „Doch der ganze Boden war totgespritzt.“ Nichts wuchs, und wenn, hätte man es wegen der Chemiebelastung auch nicht essen wollen.

Die „Spritze“ hat zwischen Apfelbäumen, Iris und Rosen auch heute noch nichts verloren. Stattdessen setzt Familie Hüls auf Artenvielfalt und widerstandsfähige Sorten. Das ganze Gartenjahr hindurch blüht es in Rhododendron-, Astern- oder Rosengarten, im Staudenbeet und rund um die verschiedenen Gartenteiche, im Vierjahreszeiten-, Bauern- und im nostalgischen Gemüsegarten. Die Folge ist sorgsam durchkomponiert. Aber nichts wirkt steril. Hier darf schon mal wachsen, was wachsen will, sich selbst aussät, oder von Pflanzenliebhabern mitgebracht wird. Schon manches Pflänzchen, das im heimischen Garten keinen Platz mehr hatte, fand irgendwo auf den 12000 Quadratmetern Asyl.

Gärtner aus Leidenschaft

Ralph Hüls führt in den Waldgarten. Weiße Rhododendren stehen bereits in voller Blüte, die Knospen einer tief dunkelroten Sorte lassen die Farbe bereits erahnen. „Bis zum Wochenende blühen die auch“, meint der Gärtner aus Leidenschaft. Es ist ein Satz, der nur wenige Tage vor dem „offenen Gartentor“ bei Familie Hüls oft fällt. Dicke Knospen an Blau- und Goldregen, an zierlicher weiß-rosa Waldrebe und dunkelblauer Clematis. Tiefblaue Iris steht im wundervollen Farbkontrast zu den Apfelbäumen in voller Blüte. Ralph Hüls bückt sich zu den ersten Knospen der Päonien (Pfingstrose): „Die schaffen es auch noch bis Samstag“.

„Austausch macht Spaß“

Und führt die Besucherin weiter zum Nutzgarten, wo der grüne Spargel schon die ersten Zentimeter aus dem Beet schaut. „Wir bauen hier eigentlich alles an Gemüse an, was man sich denken kann, Broccoli, Blumenkohl, Spitzkohl, Erbsen, Möhren, Pastinaken, Salat, Kartoffeln…“, erklärt Gisbert Hüls. Schließlich versorgt man sich zum großen Teil selbst.

Noch eine Hecke, noch ein selbst gebasteltes Weidentor – immer wieder warten neue Überraschungen in diesem Garten inmitten der Natur. Vielleicht ist Hüls’ Garten deshalb auch neben der Öffnung für jedermann zu einem beliebten Ziel für Gruppen von Landwirtschaftskammer, Landfrauen oder Gartenplanern geworden. „Einmal hatten wir 200 Leute auf einmal hier“, erinnert sich Gisbert Hüls an einen solchen Fachbesuch. „Das ist dann eine Menge Arbeit, aber der Austausch macht auch Spaß.“

Beim Spaziergang durch den Garten bleiben Vater und Sohn an einem kleinen Pfirsichbaum stehen. „Den habe ich aus einem Sämling gezogen“, freut sich der Senior. „Den Ursprungsbaum habe ich vor 40 Jahren von meiner Mutter bekommen. Das ist eine ganz leckere Sorte.“ Alle anderen Versuche mit dem köstlichen Obst waren zuvor an der gefürchteten Kräuselkrankheit gescheitert. Mutters Pfirsich erwies sich als robust. „Pfirsichkerne müssen über den Kompost, erst dann fangen sie an zu keimen. Einfach so in den Topf, das funktioniert nicht“, erzählt er. Tipps und Fachsimpeln gibt es beim Rundgang gratis und Anlässe reichlich.

Spiele für kleine Gäste

Der Garten Am Naturschutz 2 ist am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Mai, am 13. und 14. Juni sowie am 3. und 4. Oktober jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3 Euro, für Kinder ist er frei. Charlotte Hüls bietet den Besuchern Kaffee und Kuchen an. Für die Kleinen gibt es Spiele – und für die etwas Älteren ausreichend Sitzgruppen zum Verweilen.


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