„Hier kann ich lernen“, Folge 14 In Lappenstuhl die Bühne für „Fanta4“ bauen


Lappenstuhl. Es sei schon früher „ein Konzertgänger gewesen“, erzählt der 19-jährige Leo Honerkamp, „außerdem bin ich technisch interessiert und fand bei Konzerten alles rund um die großen Bühnen richtig toll“. Da lag es für ihn nahe, sich nach dem Abitur zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik ausbilden zu lassen. Bei der Welzel Anlagen GmbH in Lappenstuhl.

Einen täglichen Anreiseweg aus Bissendorf nimmt Honerkamp „dafür gerne in Kauf“, betont er. Gemeinsam mit ihm sind wir mittendrin in der inzwischen 14. Folge unserer Serie „Hier kann ich lernen – Bramscher Betrieb bilden aus“.

Vergütung ab 560 Euro

„Mein Vater war beim Theater für die Lichttechnik zuständig. Deshalb habe ich immer schon ein Interesse an Bühnenaufbauten gehabt“, berichtet der junge Mann: „Und ein Schulpraktikum hatte ich auch schon hier bei Welzel absolviert. Ich wusste also, wo ich mich bewerbe.“

Ein Umstand, den auch Firmenchef Hartmut Welzel zu schätzen weiß. „Er hat sich beim Praktikum richtig gut angestellt. Wir kannten ihn und seine Fähigkeiten somit schon, als er sich beworben hat“, so der Bramscher Unternehmer. Das habe seine Personalentscheidung vereinfacht. Praktika sieht er als hilfreich für beide Seiten an.

Die Ausbildungsvergütung für Veranstaltungstechniker beginnt bei 560 Euro und erreicht am Ende der dreijährigen Lehre etwa 900 Euro. „Vielschichtig“ sei der Job, unterstreicht der Azubi Honerkamp, „vieles hat mit Elektrotechnik zu tun.“

Bundesweit führen die Mitarbeiter der Welzel Anlagen GmbH Aufträge aus. Im Sommer werden sie beispielsweise die Bühne für das große Schlossgarten-Open-Air 2015 in Osnabrück bauen. Namhafte Bands und Künstler wie Revolverheld, Gregor Meyle oder Die Fantastischen Vier treten dann dort auf. Die Infrastruktur für die beiden Konzerttage kommt aus Lappenstuhl.

„Wer sich bei uns um einen Ausbildungsplatz bewirbt, sollte ein Grundinteresse an Bühne und Technik mitbringen“, sagt Hartmut Welzel. „Und er sollte Willen zum Erfolg haben. Gut wäre ein Realschulabschluss. Aber ich schicke auch keinen Bewerber mit einem guten Hauptschulzeugnis einfach wieder weg“, unterstreicht der Firmeninhaber. Und er stellt mit Blick auf sein Unternehmen klar: „Wir bilden seit 15 Jahren junge Leute aus. Die Zielsetzung ist immer: Ausbilden für den Eigenbedarf.“

Zur Lehre gehört unter anderem auch der Berufsschulbesuch. Anfangs zwei Tage pro Woche, später dann nur noch einen. Der Berufsschulstandort für seine angehenden Veranstaltungstechniker ist Cloppenburg. „Wesentliche Ausbildungsinhalte bei uns sind der Aufbau und die Durchführung von Veranstaltungen aller Art“, erläutert Hartmut Welzel. „Dazu deren Planung, Vorbereitung und technische Konzeption. Die Lehrlinge lernen in diesem Zusammenhang auch eine Vielzahl von Systemen und Geräten kennen.“

Flexibilität ist wichtig

Der Firmeninhaber ist mit seinem zwölfköpfigen Kernteam erst vor Kurzem auf das stattliche 17000-Quadratmeter-Gelände an der L78 nach Lappenstuhl gezogen . Und Welzel verfügt über eine flexible Mannschaft. „Man arbeitet für Veranstaltungen. Auch mal überregional. Und die finden immer dann statt, wenn andere Leute Freizeit haben. Da muss ich mein Privates auch mal ganz anders planen. Ich muss kompromissbereit sein“, sagt Leo Honerkamp: „Aber das ist ja auch das durchaus Reizvolle an einem solchen Beruf.“

Wissen sollte es aber jeder, der sich für eine Lehre als Veranstaltungstechniker bewirbt, findet er.


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