BN-Monatsrückblick Viele Wege sind frei im Bramscher März 2015



Bramsche. Der Weg ist frei in Bramsche: Für die Integrierte Gesamtschule, in die neue Rutsche im Hasebad und für den Haushalt, wenn auch erst im zweiten Anlauf. Ganz und gar nicht frei war der Weg, um die Sonnenfinsternis zu sehen. Der BN-Monatsrückblick auf den März 2015.

Der Landkreis Osnabrück bezahlt rund fünf Millionen Euro für die neue Integrierte Gesamtschule (IGS) Bramsche an die Stadt Bramsche. Das hat der Kreistag bei fünf Gegenstimmen und fünf Enthaltungen beschlossen. Diesem Kompromiss stimmten wenig später auch die Abgeordneten des Bramscher Stadtrats zu. Ab September 2015 startet die IGS damit am Standort der Realschule Bramsche. Eine Planungsgruppe erarbeitet derzeit das inhaltliche Konzept.

Zum ersten Mal in der Bramscher Nachkriegsgeschichte hat es bei einer Abstimmung im Stadtrat keine Mehrheit für den Haushalt der Stadt gegeben: Mit 18 Ja- und 18 Neinstimmen bei einer Enthaltung wurde die Mehrheit für den Haushalt 2015 knapp verfehlt. Die SPD-Fraktion hatte vorgeschlagen, die Hebesätze für die Grundsteuern A und B sowie die Gewerbesteuer im Jahr 2015 um zehn Prozentpunkte zu erhöhen. Die CDU-FDP-Ballmann-Gruppe lehnte dies ab und kündigte an, gegen den Gesamthaushalt zu stimmen, wenn dieser Antrag der SPD eine Mehrheit finden würde. Auch die Grünen sprachen sich gegen eine Steuererhöhung in diesem Jahr aus. In einer späteren Sondersitzung fand der Haushalt dann doch noch die Mehrheit: Neben der SPD stimmten auch der Linke Bernhard Rohe und der aus der CDU-Fraktion ausgetretene, jetzt unabhängige Rüdiger Paust dafür – inklusive Steuererhöhung.

„Dauernd besetzt“ , meldeten die Mitarbeiter des Hasebades: Gemeint war die nagelneue 85-Meter-Rutsche, die nach mehrmonatiger Bauphase für alle „Wasserratten“ freigegeben worden war. Nina und Lars Meckfessel waren dabei die ersten Gäste in der Röhre. Abwarten konnte es am Premierentag aber auch der 94-jährige Karl Eismann nicht. Auch er ging auf die Rutsche.

Mit einem Durchfahrverbot für Motorradfahrer auf der Landesstraße 87 zwischen den Ortsteilen Engter und Evinghausen reagiert die Stadt Bramsche auf eine Häufung von Unfällen in den vergangenen drei Jahren auf dem rund zwei Kilometer langen Abschnitt. Die kurvenreiche Straße hatte sich zu einem beliebten Ausflugsziel für Motorradfahrer aus der gesamten Region entwickelt, nachdem sie 2011 saniert worden war. Dabei nahmen es einige „Biker“ mit den Geschwindigkeitsvorgaben aber offenbar nicht allzu genau. Im Internet kursieren Videos, auf denen sich Motorradfahrer bei ihrer rasanten Fahrt selbst gefilmt haben. Anwohner hatten sich zudem immer wieder über die Geräuschbelastung beschwert. Dieser Aspekt spielte bei der jetzigen Sperrung aber keine Rolle. Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) kündigte umgehend an, gegen die Sperrung juristische Schritte einleiten zu wollen. Nach seiner Meinung hätten erst alle milderen Mittel ausgeschöpft werden müssen.

Bei Sachschaden geblieben ist es bei einem Brand auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde in Hesepe :Nachts hatten in der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber zwei Wohncontainer Feuer gefangen. Sachverständige der Polizei stellten im Zuge ihrer Ermittlungen fest, die Ursache des Brandes liege mit hoher Wahrscheinlichkeit in der technisch-elektrischen Versorgung der Container“. Eine fahrlässige oder vorsätzliche Straftat wurde demnach ausgeschlossen. Im Einsatz in Hesepe waren rund 100 Feuerwehrleute aus verschiedenen Bramscher Ortswehren und der Rettungsdienst. Bei ihrem Eintreffen waren die Container bereits geräumt. Die Bewohner und ihre „Nachbarn“ in dem Komplex, der insgesamt 16 Container umfasst, blieben unverletzt.

Eine Punktlandung schaffte der Frühling in Bramsche: Erstmals gab es zu dem traditionellen verkaufsoffenen Sonntag unter dem Namen „Frühlingserwachen“ auch das dazugehörige Wetter. Die Folge: Unter strahlend blauem Himmel schoben sich Tausende durch die Fußgängerzone.

Bei dem schönen Wetter blieb es allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Dichter Nebel hat den Bramschern das „Rudelgucken“ zur Sonnenfinsternis am Bahnhof vermasselt. Dennoch war einiges los: Die Erläuterungen zu dem Spektakel von Thorsten Thomas, der mit seiner naturkundlichen Stiftung eingeladen hatte, blieben allerdings im Konjunktiv. Trotz des trüben Ausblicks waren einige Kindergartengruppen und Schulklassen zum Bahnhof gekommen, um sich von Thorsten Thomas und seinen Mitstreitern das Phänomen der Sonnenfinsternis wenigstens in der Theorie erklären zu lassen.

Die Sickendiek Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG investiert in diesem Jahr weitere 7,5 Millionen Euro in Vörden. Das hat Werksleiter Christian Neu mitgeteilt. „Wir setzen das Geld im Wesentlichen für die Erneuerung und die Optimierung unserer Kälteanlagen ein“, betonte Neu.

Die neue Kindertagesstätte in Rieste wird wie erwartet im Sektor Kleiner Esch III gebaut. Das hat der Gemeinderat mit Mehrheit beschlossen. Zehn von 13 anwesenden Kommunalpolitikern votierten für diesen Standort. 2,5 Millionen Euro werden die neue Kita und weitere notwendige Umbauten am bestehenden Gebäude der Kita St.Katharina kosten.

Die kuriose Meldung zum Schluss: Eigenständig auf Abwege begeben hat sich ein Auto in der Bramscher Innenstadt: Es rollte ohne Zutun des Fahrers in die Baugrube neben der AOK an der Marktstraße. Den vielen Schaulustigen bot sich ein kurioses und spektakuläres Bild: Ein BMW-Fahrer hatte sein Fahrzeug an der Baustelle abgestellt, um sich die Baugrube anzusehen. Dass er sich danach einen neuen Wagen anschaffen muss, damit hat er sicher nicht gerechnet. Offenbar hatte er vergessen, die Handbremse anzuziehen oder den Gang einzulegen. Wenige Tage später war es ein Schiff, das führerlos auf dem Mittellandkanal in Engter trieb. Im Hafen war die Vertäuung gerissen. Das Schiff kollidierte letztlich mit einer Brücke und wurde dadurch gestoppt.


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