Immer wieder freitags Nürnberger Würstchen auf dem Bramscher Wochenmarkt

Von Hildegard Wekenborg-Placke

Nostalgisch gegen den schnellen Hunger: Michael Sulmer und seine Nürnberger Rostbratwürstchen sind neu auf dem Wochenmarkt. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeNostalgisch gegen den schnellen Hunger: Michael Sulmer und seine Nürnberger Rostbratwürstchen sind neu auf dem Wochenmarkt. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Noch lässt sich der Frühling bitten. Die Finger werden klamm beim Bummel über den Wochenmarkt. Ein paar heiße, knusprige Würstchen kommen da doch gerade recht, findet Michael Sulmer. Obwohl die leckeren Nürnbergle natürlich zu jeder Jahreszeit schmecken. Sulmer hofft, dass die Bramscher das ebenso sehen, und steht deshalb seit der vergangenen Woche mit seinem Bratwurstfahrrad auf dem Wochenmarkt.

Am Freitagvormittag auf dem Marktplatz gibt es zwar alles, was das hungrige Herz begehrt, das meiste allerdings bedarf noch der Verarbeitung. Für die Liebhaber von Meeresgetier gibt es Fischbrötchen, das Stück Kuchen kann man auf die Hand nehmen und den knackigen Apfel sowieso. Wer aber Lust auf eine Bratwurst verspürte, hatte bisher das Nachsehen.

Die alltägliche, hierzulande übliche Lange oder Dicke bietet allerdings auch Sulmer nicht an. Die kleinen Rostbratwürstchen sind eine Nürnberger Spezialität, und Sulmer bezieht sie deshalb aus einer fränkischen Fleischerei, „in der meine Mutter früher mal gearbeitet hat“. Die dort verarbeiteten Tiere stammten nicht aus Massentierhaltung, versichert der heute in Hilter-Wellendorf lebende gebürtige Franke. „Die Tiere haben noch den Himmel gesehen.“

Auch beim Brötchen möchte Sulmer sich absetzen. Weiche Weizenbrötchen oder labbrige Toastbrotdreiecke lässt er nicht an seine geliebten Rostbratwürstchen. Kross und aus Roggen müssen sie sein. In einer Bäckerei aus Hilter, die im Osnabrücker Land etlich Filialen betreibt, fand er einen entsprechenden Partner.

Sicher, er ist nicht der Erste mit einem mobilen Bratwurststand. Im nahen Osnabrück gehören sie längst zum Straßenbild. Das weiß Michael Sulmer. Deshalb möchte er sich nicht nur im Angebot, sondern auch im äußeren Erscheinungsbild unterscheiden. Alles ist ein bisschen auf Nostalgie getrimmt, ein bisschen gute alte Zeit. Dazu gehört das Fahrrad im 50er-Jahre-Stil, aber ebenso das Logo, auf dem „Henry“, so sein Markenname, eine Wurst aufspießt. Mit dem Gefährt eine Steigung zu bewältigen sei schon allein wegen des Zehn-Liter-Frischwassertanks eine Herausforderung. Und „ganz ehrlich, ich transportiere es auf dem Anhänger“, gibt Sulmer unumwunden zu. Das Fahrrad ist Marktstrategie.

Trotzdem ist Nachhaltigkeit irgendwie Sulmers Thema. Bald solle es „Henry-Taler“ geben. „Die kann man kaufen und sie beispielsweise einem Obdachlosen schenken, damit er sich etwas Warmes zu essen besorgen kann. Oder man kann sie seinen Kindern mitgeben, oder...“.

Übrigens: Sulmers Bratwurst-Fahrrad ist für Veranstaltungen zu buchen unter info@michael-sulmer.de.