Rat billigt Finanzkompromiss Der Weg für die Bramscher IGS ist frei

Mit großer Mehrheit machte der Bramscher Rat am Mittwochabend den Weg für die IGS frei. Foto: Heiner BeinkeMit großer Mehrheit machte der Bramscher Rat am Mittwochabend den Weg für die IGS frei. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Die letzte Hürde für eine IGS in Bramsche ist genommen. Am Mittwochabend billigte der Bramscher Stadtrat mit 31 zu sechs Stimmen den Finanzkompromiss für die Übernahme des städtischen Realschulgebäudes durch den Landkreis. AnnegretChrist-Schneider von der SPD sprach von einem „historischen Datum für die Bramsche“.

Während SPD und Grüne wie erwartet geschlossen für das von den Verwaltungen ausgehandelte Konzept votierten, hatte die CDU die Abstimmung freigegeben. Vier Ratsmitglieder aus ihren Reihen, der Unabhängige Werner Ballmann und FDP-Vertreter Jan Beinke verweigerten dem Verwaltungsvorschlag schließlich ihre Zustimmung.

In der erinnerte Annegret Christ-Schneider an das „Wechselbad der Gefühle“ während der „langen und zähen“ Verhandlungen. „Jetzt gibt es endlich eine klare Perspektive für die Eltern“, sagte die schulpolitische Sprecherin der Sozialdemokraten im Rat und schloss: „Die IGS kommt nicht mehr, sie ist da“. Ihre Fraktionskollegin Ute Severit-Wobker forderte, an die Skeptiker in den Reihen der CDU gerichtet: „Geben Sie der Schule eine Chance“.

Für die Grünen signalisierte Dieter Sieksmeyer die Zustimmung seiner Fraktion und ergänzte mit einem besonderen Lob an den Bramscher Verhandlungsführer, den Ersten Stadtrat Ulrich Willems: „Wir haben gut verhandelt. Andere Kommunen bewundern uns“. Seine Fraktionskollegin Annette Specht erinnerte in diesem Zusammenhang an die hohen Investitionen der Stadt in das Realschulgebäude. Bildung werde zunehmend ein Stadortfaktor.

Mit „Endlich geschafft“, kündigte auch Bernhard Rohe (Die Linke) zu „Ja“ an.

Andreas Quebbemann (CD)dagegen befürchtete, eine IGS mit Sekundarstufe II könne das Gymnasium vor Ort gefährden und so auf Dauer die Wahlfreiheit der Eltern einschränken, begründete er sein „Nein“, das er allerdings ausdrücklich nicht als grundsätzliches Nein zu einer Gesamtschule verstanden wissen wollte. Jürgen Kiesekamp (ebenfalls CDU) stimmte dagegen für den Kompromiss, da dies auch der CDU-Position im Kreistag, dem er ebenfalls angehört, entspreche. Imke Märkl (CDU) forderte, die Entscheidung von Eltern, ihre Kinder zur Haupt- oder Realschule zu schicken, verdiene es ebenfalls, respektiert zu werden und äußerte Zweifel an der Akzeptanz einer IGS. „Wenn keine Kinder mit Gymnasialempfehlung zur IGS kommen, haben wir eine Oberschule mit anderem Türschild“, fürchtete sie.

Der Landkreis wird demnach rund fünf Millionen Euro in sechs Raten an die Stadt Bramsche zahlen.

In einem Zusatzantrag forderte der Rat die Verwaltung auf, mit der Kreis über Optionen zum Verbleib weiterer Realschulklassen im Gebäude zu verhandeln, falls die Vierzügigkeit der IGS nicht erreicht werde und der Zulauf zur Realschule anhalte. Hintergrund ist ein Ratsbeschluss, nach dem bis auf weiteres Haupt- und Realschule in Bramsche separat und nicht, wie von der Verwaltung vorgeschlagen als Oberschule weitergeführt werden sollen.

Der Landkreis wird rund fünf Millionen Euro in sechs Raten an die Stadt Bramsche zahlen. Bramsche sicherte im Gegenzug eine Beteiligung an den Schulsachkosten zu. Der Kreistag hatte den von den Verwaltungsspitzen ausgehandelten Kompromiss bereits am Montag abgesegnet.


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