„Turne bis zur Urne“ Bramscher Diabetes-Experten setzen auf Bewegung

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Das Programm passt auf die Schultafel: Almut Aden Sträter und Ewald Jammers. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeDas Programm passt auf die Schultafel: Almut Aden Sträter und Ewald Jammers. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. „Das beste Medikament: Bewegung und Humor“ ist auf einer Wandtafel in der Praxis des Internisten und Diabetologen Ewald Jammers zu lesen. Der Mediziner betreibt in Bramsche „Die Zuckerpraxis“. Gemeinsam mit der Diabetesberaterin Almut Aden-Straeter spricht er im BN-Interview über das Bekämpfen und Verhindern von Zuckererkrankungen durch mehr Bewegung im Alltag.

Herr Jammers, Frau Aden-Straeter, ist es tatsächlich so simpel? Sport und Bewegung besiegen den Zucker?

Jammers: Vereinfacht gesagt, ja. Ich habe mich hier in der Innenstadt vor fünf Jahren mit meiner Praxis niedergelassen. Seitdem versuchen wir bei vielen Menschen, dieser Erkrankung Herr zu werden. Dabei zeigen wir ihnen auch andere Wege auf, als nur Medikamente zu nehmen oder Insulin zu spritzen. Wir empfehlen den Patienten möglichst viel Bewegung. Blickt man später auf deren entsprechende Blutwerte, sind überwiegend deutliche Erfolge erkennbar. Wichtig ist aber, dass die Patienten sich auch helfen lassen wollen.

Wie kann ein solches Mehr an Bewegung konkret aussehen?

Aden-Straeter: Wir bieten zum Beispiel gezielt Kurse im Nordic Walking an. Das ist gar nicht schwer. Jeder kann es nach seinen eigenen Möglichkeiten gut bewältigen. In der Gruppe macht Nordic Walking allen gleich viel mehr Spaß. Und wer erst einmal dabei war, ist auch viel leichter zu motivieren, konsequent weiterzumachen. Nordic Walking empfehle ich deshalb, weil es – nahezu unbemerkt – Bewegungsübungen für den ganzen Körper bedeutet. Jede Bewegung zählt. Und jede Bewegung senkt nachweislich den Zucker.

Jammers: Auch ich finde, Nordic Walking ist eine sehr gute Möglichkeit. Viele Vereine bieten das an, aber auch wir stehen für Interessierte gerne als Kontakt zur Verfügung. Es gibt aber noch mehr Möglichkeiten, sich gut zu bewegen. Auf dem Ergometer beispielsweise. Viele Menschen haben eines zu Hause. Nur leider sitzt da nicht selten eine dicke Staubschicht drauf. Dabei hilft regelmäßiges Fahren auf dem Ergometer auch gegen zu hohe Zuckerwerte und gegen Übergewicht.

Der Winter geht, das Frühjahr kommt. Die Tage werden heller und länger. Was empfehlen Sie denen, die trotzdem glauben, keine Zeit für Sport- und Fitnesseinheiten zu haben?

Jammers: Erst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass wir im Frühjahr und Sommer tatsächlich bei vielen Patienten bessere Zuckerwerte messen als im Winter. Das hat einfach mit diesem Plus an Bewegung zu tun. Im Winter sitzen zu viele Menschen leider zu häufig zu lange auf dem Sofa. Das muss aber nicht sein. Für ein Mehr an Bewegung sorgen doch schon ganz einfache Entscheidungen im Alltag. Die Treppen zu steigen, anstatt den Aufzug zu nehmen. Oder eine kurze Strecke im Ort mit dem Fahrrad zu fahren, anstatt ins Auto zu steigen.

Aden-Straeter: Ein aktiver Lebensstil wirkt in jeder Hinsicht positiv. Dazu kommt, dass der Mensch sich mit jedem Kilogramm weniger auch gleich viel besser fühlt. In jedem Alter. Nicht umsonst heißt es: Turne bis zur Urne.


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