„Nicht im Regen stehen lassen“ Alfsee GmbH sucht für Adidas-Zeitarbeiter Wohnungen

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Bramsche/Rieste. Als die Alfsee GmbH im Sommer 1995 beim Amtsgericht Osnabrück in das Handelsregister eingetragen wurde, hatte wohl keiner der Macher um Geschäftsführer Toni Harms damit gerechnet, irgendwann für die Unterbringung von Zeitarbeitern des Weltkonzerns Adidas verantwortlich zu sein. Doch inzwischen – rund zwei Jahrzehnte später – gehört auch das zum Geschäftsfeld der emsigen Tourismus-Experten. Unter anderem in Rieste und Bramsche.

Adidas – wenige Kilometer entfernt mit einem großen Logistikzentrum im Niedersachsenpark an der A1 angesiedelt – nutzt dabei über das niederländische Zeitarbeitsunternehmen Otto Workforce und dessen Tochterfirma Olympia (Hauptsitz in Weeze) die guten Kontakte von Harms in der Region. Nicht nur in der großen Ferienhaussiedlung am Alfsee erhalten die Arbeitskräfte des Sportartikelgiganten dabei ein Dach über dem Kopf. Auch in der Innenstadt von Bramsche wurde an mehreren Stellen für die Adidas-Beschäftigten Wohnraum gesichert. Dazu in Rieste/Bieste, Neuenkirchen-Vörden, Alfhausen, Eggermühlen, Gehrde, Bersenbrück und Damme.

„Man kann nicht Firmen hierhin holen und sie dann im Regen stehen lassen“, unterstreicht Harms – bis 2011 Bürgermeister von Rieste – seine Überzeugung, warum sich die Alfsee GmbH auch mit großem Einsatz um dieses Aufgabenfeld kümmert. Folglich nicht nur um Tourismus, Naherholung und Ferienangebote. Wir stellen die Rechnung für die Vermietung der Häuser und Wohnungen an die Leihfirma“, sagt Harms: „Das Geld geben wir dann an die einzelnen Wohnungsvermieter weiter.“

Die aktuell 300 Zeitarbeitskräfte, die im Großraum um Bramsche und den Alfsee untergebracht werden, kommen teilweise aus Deutschland. Aber auch aus anderen Nationen. Ein klassisches Beispiel für internationale Arbeitsmigration also. Menschen aus Polen, Tschechien oder dem Baltikum seien, so Harms, darunter relativ stark vertreten. Sie ergänzen den Kreis der circa 300 festangestellten Stammkräfte im Niedersachsenpark bei Adidas. „Wir brauchen diese Zuwanderung, wenn wir wirtschaftlich da bleiben wollen, wo wir sind“, sagt Harms sehr deutlich.

Bislang ohne Probleme

Nennenswerte Probleme mit den Zeitarbeitern in den von der Alfsee GmbH vermittelten Wohnungen gibt es bislang nicht. Durch die Verteilung auf mehrere Kommunen habe man zudem ganz bewusst eine Art Gettobildung vermieden. Als Unterkünfte stehen den Zuzüglern und Migranten, so Harms, Ferienhäuser und Ferienwohnungen sowie größtenteils Privatwohnungen zur Verfügung. Deren Qualität sei gut. Der allgemeine Zustand und die Sauberkeit der Unterkünfte würden regelmäßig von der Firma Olympia kontrolliert.

Ein bisschen fühlt sich der Geschäftsführer der Alfsee GmbH in diesen Tagen an jene Jahre erinnert, als es Aus- und Übersiedler waren, die nach dem Zusammenbruch des Ostblocks verstärkt nach Deutschland – und damit auch in die Region nach Bramsche, Rieste oder Bersenbrück – kamen. „Wo wären wir denn an vielen Stellen wirtschaftlich geblieben, wenn wir diese Menschen nicht gehabt hätten?“, fragt Harms in die Runde.

Aktuell sucht er bei der Wohnungsvermittlung der Alfsee GmbH übrigens nach weiteren Unterkünften: „Was wir dringend brauchen, sind Einzel- und Pärchenwohnungen. Kleinere Wohnungen.“


Wir meinen: „Das hilft“

Egal, ob aus Deutschland oder aus dem Ausland. Wer zu uns kommt, braucht zum Leben ein Dach über dem Kopf. Das gilt für den Bürgerkriegsflüchtling ebenso wie für den Arbeitsmigranten. Und dabei ist es völlig egal, welchen Pass dieser Mensch gerade zufällig in der Tasche hat.

Da ist es gut, dass die Alfsee GmbH sich an der Bewältigung der Herkulesaufgabe, Wohnraum für Zuwanderer zu sichern, beteiligt. Das hilft sogar ganz direkt unserer Region als Wirtschaftsstandort und deren Unternehmen, weil die Arbeitnehmer so ein Stück reibungsloser und schneller eine Bleibe finden.

Es macht aber auch noch einmal deutlich, dass parallel zu wirtschaftlichem Wachstum – Beispiel Niedersachsenpark – immer auch die soziale Infrastruktur im direkten Umfeld mitwachsen muss. Bei Wohnungen. Bei Kita- und Schulplätzen oder ÖPNV-Angeboten beispielsweise.

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