Erstaufnahme-Einrichtung Partyzelt als Unterkunft für Flüchtlinge in Hesepe


Hesepe. Wegen des ungebrochen starken Zuzugs müssen Flüchtlinge in der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber in Hesepe mittlerweile auch in einem großen Zelt untergebracht werden. „Eine vorübergehende Ausnahmesituation“ habe dies erforderlich gemacht, sagt Einrichtungs-Leiter Conrad Bramm von der Landesaufnahmebehörde.

850 Quadratmeter groß ist nach Bramms Angaben das beheizte Zelt, in dem derzeit bereits 200 Betten stehen. Deutlich mehr können es noch werden. „Es ist noch längst nicht voll belegt, so Bramm. Dass Flüchtlinge in dem angemieteten blau-gelben Zelt mit der Aufschrift „Festhalle Blauer Komet“ überhaupt untergebracht werden müssen, ist laut dem Einrichtungs-Leiter „natürlich überhaupt nicht das, was wir uns vorstellen“. Wegen der stetig steigenden Belegungszahlen gebe es allerdings im Moment keine andere Möglichkeit. „Weitere Container werden derzeit errichtet, stehen uns aber erst ab Ende März zur Verfügung“, erklärt Bramm. Dann solle das Zelt wieder abgebaut werden. „Wir gehen davon aus, dass wir es dann nicht mehr benötigen“. Bis dahin gelte es, auf die Befindlichkeiten der Asylbewerber soweit wie möglich Rücksicht zu nehmen. „Auf keinen Fall werden wir Familien mit Kindern in das Zelt aufnehmen“, versichert Bramm. Nur „Einzelreisende“ würden dort untergebracht.

Mit dem Errichten des Zeltes musste die Landesaufnahmebehörde auf den stetig wachsenden Zustrom von Flüchtlingen reagieren. Derzeit sind rund 1500 Menschen in Hesepe untergebracht, allein seit November eine Steigerung um rund 700 Asylbewerber. „Es gibt im Moment einen extrem hohen Zugang aus dem Kosovo, der in dieser Form nicht absehbar war“, erklärt Matthias Eichler, Pressesprecher im niedersächsischen Innenministerium. Das Land sei sehr bemüht, dem Aufkommen an Flüchtlingen insgesamt gerecht zu werden. Aber, so Eichler, „zusätzliche Aufnahme-Einrichtungen, die zur Entspannung in den bestehenden beitragen würden, können nicht über Nacht errichtet werden.“ Das Innenministerium hatte am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion bestätigt, dass zusätzlich zu den Erstaufnahme-Einrichtungen in Hesepe, Osnabrück, Braunschweig und Friedland derzeit drei weitere Standorte in der Planung seien.


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