Bauen am Stapelberger Weg Kontroverse um ein „politisches Signal“ in Hesepe

Fraktionsübergreifend gibt es grundsätzliche Zustimmung zum Baugebiet Stapelberger Weg. Strittig ist nur, wann hier gebaut werden kann. Foto: Heiner BeinkeFraktionsübergreifend gibt es grundsätzliche Zustimmung zum Baugebiet Stapelberger Weg. Strittig ist nur, wann hier gebaut werden kann. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Im Grunde befürworten alle das Neubaugebiet am Stapelberger Weg zwischen Bramsche und Hesepe. Trotzdem wurde im Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Personal ausgiebig darüber diskutiert. Weil die Vorstellungen, wann eine Realisierung möglich ist, weit auseinandergehen.

CDU und Grüne möchten das Gebiet so schnell wie möglich bebauen . Sie möchten deshalb eine Summe von etwas über eine Million Euro im Haushalt 2015 bereitstellen, um den notwendigen Lärmschutz hin zur Eisenbahn zu realisieren. Dem stellen sie Einnahmen in gleicher Höhe durch Grundstücksverkäufe in diesem Baugebiet gegenüber. Von den Einnahmen „ist nichts zu bekommen“, hielt der Leitende Baudirektor Hartmut Greife die Vorstellung, schon in diesem Jahr Bauplätze verkaufen zu können, für unrealistisch. Dann würden in diesem Jahr aber auch die Kosten nicht anfallen, hielt Andreas Quebbemann dagegen. Dem CDU-Fraktionsvorsitzenden ging es um das „politische Signal“, diesem Projekt Vorrang zu geben.

Kritik aus Hesepe

Als Einziger äußerte sich der Heseper Ortsbürgermeister Horst Sievert (SPD) kritisch über das Projekt . „Das ist nix, was bei uns favorisiert wird“, meinte Sievert, der zudem kritisierte, dass der Ortsrat über die komplette Planung noch nicht informiert worden sei. Er wies zudem darauf hin, dass es sich bei dem fraglichen Gebiet um „hochwertige Ackerflächen“ handele, die der Landwirtschaft fehlen würden.

Das Gebiet sei „ökologisch nicht sensibel“, hielt Dieter Sieksmeyer dem entgegen. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen erinnerte daran, dass die Flächen schon seit Jahren im städtischen Besitz seien, weil sie einmal für eine Friedhoferweiterung teilweise sogar zwangsenteignet worden seien. „Und wir lassen sie nutzlos liegen“, kritisierte er.

Die Infrastruktur von Hesepe werde durch das Gebiet nicht gestärkt, fand auch Bernhard Rohe als Vertreter der Linken. Angesichts der hohen Kosten für Lärmschutz und Entwässerung fürchtete er, dass hier „die teuersten Bauplätze der Stadt“ entstehen würden. „Das kann nicht zulasten der Sozialgemeinschaft gehen“, warnte er. Werde es auch nicht, meinte Andreas Quebbemann. Das Gebiet sei aufgrund der guten Anbindung an die Stadt Bramsche, die Schulen und die Verkehrswege hochattraktiv. Da es ohnehin schon im städtischen Besitz sei, werde bei der Vermarktung sicherlich genug für die Stadt übrig bleiben. Ähnlich wie die Bewohner des Gebietes Hemkle III würden sich die Neubürger am Stapelberger Weg wohl eher als Bramscher denn als Heseper fühlen, räumte Quebbemann ein.

Roswitha Brinkhus hält das Gebiet auch für attraktiv. Aber das sei Zukunftsmusik, weil die Umsetzung in diesem Jahr unrealistisch sei, meinte die SPD-Ratsfrau. Eine Verpflichtungsermächtigung wäre daher „genau das richtige Mittel“, empfahl Bürgermeister Heiner Pahlmann eine Absichtserklärung des Stadtrates, mit der das Geld bei Bedarf bereitgestellt werden könne, aber noch nicht fest im Haushalt eingeplant sei. „Der Haushalt soll ein realistisches Bild dessen vermitteln, was uns erwartet“, betonte Pahlmann.

CDU und Grünen war das nicht konkret genug. Sie möchten das Geld sofort bereitstellen. Notfalls könne dann ja gleich zu Beginn des Jahres 2016 etwas passieren. CDU und Grüne stimmten für die Aufnahme in den Haushaltsplan, die SPD enthielt sich. Die endgültige Entscheidung fällt im Stadtrat.


Zentrumsnahes Wohnen „boomt“ in Bramsche. Allein im Baugebiet Hemke hätte die Stadt jedes Grundstück zweimal verkaufen können. Ein Baugebiet am Stapelberger Weg direkt am Ortsausgang würde diesem Trend Rechnung tragen. Die vorgesehene Fläche befindet sich bereits im Eigentum der Stadt. In der Vergangenheit stand die Fläche zwischen Bahndamm und Lindenstraße bereits in der Diskussion als Fläche für einen neuen Friedhof. Ebenso kam das Areal für den Bau einer neuen Sportanlage in Betracht als Ersatz für den Wiederhall. Beide Möglichkeiten wurden letztlich verworfen.

0 Kommentare