Sinfoniekonzert am 28. Februar In Lappenstuhl trifft Klassik auf Industrie

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Lappenstuhl. Zurück zu seinen musikalischen und familiären Wurzeln geht es für Christopher Wasmuth, wenn der Dirigent mit der Jungen Philharmonie Osnabrück in der Logistikhalle der Welzel Anlagen GmbH auftritt.

Nachdem sie sich seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hatten, staunte Hartmut Welzel nicht schlecht, als sich sein alter Klassenkamerad Christopher Wasmuth mal wieder bei ihm meldete. Welzel betreibt inzwischen seine eigene Firma für Veranstaltungstechnik in Lappenstuhl, und Wasmuth dirigiert unter anderem die Junge Philharmonie Osnabrück . Dieses Orchester spielt derzeit seine zweite Konzertreihe und befand sich auf der Suche nach einer geeigneten Örtlichkeit für sein Sinfoniekonzert „Industriekultur und Musik“.

„Wir verfolgen bei dem Konzert den Ansatz, klassische Musik in einen unkonventionellen Kontext zu setzen“, beschreibt Wasmuth das Konzept. Dafür hätten er und seine Musiker sich Stücke ausgesucht, die sich alle in einen Zusammenhang zur Industrie setzen lassen, und wolle daher auch in industrieller Umgebung spielen .

Die große Logistikhalle auf dem Gelände der Welzel Anlagen GmbH kam da gerade recht. Aktuell noch voller Material für den Firmenalltag, wird sie passend zum Konzertabend ausgeräumt und bietet dann Platz für 600 Personen. Bühnenausstattung Sicherheitskonzept, Fluchtplan und Bestuhlung stellt Welzels Firma zur Verfügung. „Wir haben ja Erfahrung damit“, lacht der Firmenchef. Auch zum Firmengelände hat Christopher Wasmuth eine besondere Beziehung. Er ist der Enkel des Gründers der Firma Karl Bannas Fahrzeugbau, die früher auf dem Gelände angesiedelt war. Wasmuth ist direkt neben dem Firmengelände aufgewachsen. „Über den heutigen Büroräumen von Welzel Anlagen habe ich früher Klavier gespielt“, erinnert er sich.

Am 28. Februar übernehmen aber die 60 Musiker der Jungen Philharmonie den musikalischen Part, Wasmuth selbst wird dirigieren und die Zuschauer durch das Programm führen. „Wir wollen mit der Musik auf die Leute zugehen“, sagt er. Auch deswegen werde er die einzelnen Stücke jeweils kurz vorstellen und ihren Kontext verdeutlichen. Auf dem Programm stünden Werke von Beethoven, Adams, Honegger und Ravel.

Außerdem trage die Örtlichkeit dazu bei, Menschen für die Klassik zu begeistern. Das Konzept überschreite bewusst Grenzen, da Veranstaltungsort und auch die Art der Präsentation aus der üblichen Umgebung für klassische Musik ausbreche, so Wasmuth weiter. Zu viel will er aber nicht verraten über die ungewöhnlichen Wege, die er mit seinem Orchester geht. „Nur so viel: Auch das Video einer Choreografie der Hip-Hop-Formation Snapbaxx spielt eine Rolle bei unserem Konzert“, berichtet Wasmuth.

Beide Männer sind glücklich, durch ihre Kooperation den Musikern der Jungen Philharmonie eine weitere Auftrittsmöglichkeit geben zu können. Welzels Firma verdient an dem Konzertabend übrigens nichts. „Das ist ein einmaliger Freundschaftsdienst. Der Erlös kommt den Musikern der Jungen Philharmonie zugute“, betont er.

Das Konzert findet am 28. Februar um 20 Uhr bei Welzel Anlagen, Vördener Straße 111, in Lappenstuhl statt. Tickets gibt es für 15 Euro (ermäßigt 7,50 Euro) in der Geschäftsstelle der Bramscher Nachrichten, an allen weiteren Vorverkaufsstellen von Nordwest-Ticket und im Tuchmacher-Museum.


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