Neue Statistik liegt vor Steigende Zahlen beim Schulschwänzen in Bramsche

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Der Tornister bleibt lieber zu: In Bramsche ist die Zahl der Schulverweigerer leicht gestiegen. Archivfoto: dpaDer Tornister bleibt lieber zu: In Bramsche ist die Zahl der Schulverweigerer leicht gestiegen. Archivfoto: dpa

Bramsche. Die Zahl der Schulschwänzer in Bramsche steigt, wenn auch nur wenig. Wie eine Statistik der „Maßarbeit“ zeigt, haben sich im Schuljahr 2013/ 2014 insgesamt 41 Jugendliche der Schulpflicht entzogen, im Jahr davor waren es 40. Deutlich gestiegen sind die entsprechenden Anzeigen: von 77 (2012/2013) auf 99 (2013/2014).

Die Angaben beziehen sich nur auf die Schüler, die bei den Ordnungsämtern der Gemeinden gemeldet wurden zwecks Einleitung eines Bußgeldverfahrens. Besonders stark ist dabei der Anteil offensichtlich an der Hauptschule und den Berufsbildenden Schulen: Bei Hauptschülern stieg die Zahl der Anzeigen von 27 auf 35, bei den BBS von 37 auf 42. Im vergangenen Schuljahr wurden zudem sieben Schulverweigerungen von Förderschülern erfasst. Immerhin sind in der aktuellsten Statistik keine Grundschüler mehr erfasst. 2012/2013 hatte es hier noch sechs Anzeigen gegeben. Der Altersdurchschnitt der Schwänzer sank indes in Bramsche noch von 14 Jahren auf 13, landkreisweit liegt er bei 16 Jahren. Aus Datenschutzgründen können die Bramscher Schwänzer nicht für alle Schulen einzeln dargestellt werden. So werden nach Schulen aufgeschlüsselte Zahlen nur veröffentlicht, wenn mehr als fünf Schüler betroffen sind, um nicht einzelne Schüler zu identifizieren.

Wann ist ein Schüler eigentlich ein Schulschwänzer? „Nicht, wenn er mal drei oder fünf Tage unentschuldigt fehlt, wohl aber, wenn die Zahl der Fehltage auffällig ist“, erklärt Henning Müller-Detert vom Landkreis Osnabrück.

Trotz Schulpflicht schwänzt jeder dritte Schüler gelegentlich den Unterricht, einer von 20 hat massive Schwierigkeiten mit dem regelmäßigen Schulbesuch. Angesichts der negativen Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen engagiert sich der Landkreis Osnabrück seit fast 15 Jahren im Bereich der Schulverweigerung. Unter anderem hat die Maßarbeit, als Tochtergesellschaft für die Jugendsozialarbeit und damit für die schwänzenden Schüler zuständig , eine Handreichung für Schulen zum Umgang mit Schulverweigerung herausgegeben.

Einheitliche Regeln

Sie beinhaltet einheitliche Regeln für alle Schulen, beispielsweise mit Blick auf die Meldepflicht oder Beratungsangebote. Daneben gibt es seit dem Schuljahresende 2012/2013 verlässliches Zahlenmaterial, das auf einem Onlinesystem zur Erfassung und Meldung unentschuldigter Fehlzeiten beruht.

Über die Gründe, warum die Zahl der Schulschwänzer steigt, könne nur spekuliert werden, betont der Landkreissprecher auf Nachfrage. Denkbar sei, dass die Zahlen nun aussagekräftiger seien: „Die Steigerung erklären wir uns aus der erhöhten Aufmerksamkeit, die wir dem Thema Schulverweigerung entgegengebracht haben. Die neu entwickelte Handreichung wurde bekannt gemacht, das Team der Fachberatung Schulverweigerung wurde um 2,5 Personalstellen erweitert, eine Koordinierungsstelle für den Bereich Schulverweigerung wurde eingerichtet, und das Onlinesystem zur Erfassung der Fehlzeiten wurde weiter verbessert und zunehmend akzeptiert“, unterstreicht eine Mitarbeiterin der Maßarbeit.

Möglicherweise hätten die Schulen vor der Einführung des Onlinesystems das Thema auch eher nicht so streng gesehen, mutmaßt Henning Müller-Detert.


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