Was beim Feiern übrig blieb Siedler spenden für Heseper Kita

Das alte Sparbuch hatten Karl-Heinz Bürks (hinten, Mitte) und Heinz Fischer ins Heseper Familienzentrum mitgebracht. Die Krippenkinder und Leiterin Sabine Stein fanden das ziemlich spannend. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeDas alte Sparbuch hatten Karl-Heinz Bürks (hinten, Mitte) und Heinz Fischer ins Heseper Familienzentrum mitgebracht. Die Krippenkinder und Leiterin Sabine Stein fanden das ziemlich spannend. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Hesepe. Jahrelang haben sie zusammen gefeiert und dabei viel Spaß gehabt. Und immer blieb bei den Festen „ein bisschen was über“. Das haben die Bewohner der Heseper Purenkamp-Siedlung jetzt dem Familienzentrum ihres Ortsteils gespendet.

Mit Heinz Fischer und Karl-Heinz Bürks hatten sich zwei Feierfreudige der ersten Stunde bei Kita-Leiterin Sabine Stein angekündigt. Dabei hatten die rüstigen Senioren ein – allerdings entwertetes – Sparbuch, und, viel besser noch, das, was sich auf dem Konto in den vergangenen Jahren angesammelt hatte: 716,23 Euro in Scheinen und Hartgeld.

„In den 80er-Jahren haben bei uns in der Fischer-Siedlung alle mitgefeiert. Alle waren dabei, wenn die Höfe geschmückt wurden. Wir haben Würstchen und Bier verkauft, und dabei ist immer was hängengeblieben“, erinnert sich Bürks. „Da waren wir alle so in den Zwanzigern oder Dreißigern. Wir haben uns auf einem Hof getroffen, und dann ging es mit Musik rund um die Siedlung“, ergänzt Fischer. Apropos „Fischer-Siedlung: „Hier gab es drei Häuser mit dem Namensschild ‚Fischer‘“, erklärt er. „Drei Familien waren miteinander verwandt.“

18 Jahre wurde in der Siedlung die Feiertradition gepflegt. Dann zogen viele junge Leute weg. Auch ein paar Todesfälle gab es zu beklagen. „Und wir sind ja auch älter geworden“, räumt Bürks ein. Es kam, wie es kommen musste. Die Feste schliefen ein. Man trifft sich nur noch zum Schwätzchen am Gartenzaun. Aber das Geld blieb auf dem Konto und vermehrte sich zwar langsam, aber stetig.

Jetzt, in Zeiten von Quasi-Nullverzinsung, beschlossen die Siedler, das Ersparte einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. „Aber es sollte in Hesepe bleiben“, betont Bürks. Da lag der Kindergarten nahe.

„Der Wahnsinn, super. Danke schön im Namen aller Kinder und der Gemeinde“, freute sich Kita-Leiterin Sabine Stein. Gerade zum 20-jährigen Bestehen ist der Geldregen höchst willkommen. „Vielleicht eine Wasserbahn für draußen“, schmiedete Stein gleich Pläne und lud die Spender umgehend zum Sommerfest ein.

Darauf, dass sie da für die Musik sorgen, wollten die beiden Herren sich allerdings noch nicht festlegen lassen. Musikalisch aktiv sind beide nämlich immer noch – zwar nicht mehr mit der Quetschkommode beim Festumzug, sondern als Rock-Oldies „Old Buttons“ in und um Bramsche herum.


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