200000 Euro für Wegerandstreifen Naturschutz-Programm soll in Ueffeln umgesetzt werden

Von Heiner Beinke

Rückzugsräume für die Tierwelt bieten Grünstreifen wie hier an der Straße Im Dussteil. Foto: Heiner BeinkeRückzugsräume für die Tierwelt bieten Grünstreifen wie hier an der Straße Im Dussteil. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Das Wegerandstreifenprogramm in Ueffeln soll in diesem Jahr umgesetzt werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt berät in seiner Sitzung am Donnerstag, 12. Februar darüber, ob im Haushalt für 2015 insgesamt 200000 Euro dafür bereitgestellt werden.

5,9 Hektar Fläche

Grundlage des Programms ist ein Pflege- und Entwicklungsplan, den Ingo Zapp von der Forsthof Artland GmbH entwickelt hat. Der hat in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Osnabrück das Aufwertungspotenzial berechnet, das in Ueffeln und Balkum durch Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen an Wegerändern realisiert werden kann. Zapp kommt dabei auf rund 5,9 Hektar Fläche, ausnahmslos in städtischem Besitz, die ein Umsetzungspotenzial von 152000 Werteinheiten haben. Nach dem Osnabrücker Kompensationsmodell werden Ausgleichsmaßnahmen, die für Eingriffe in die Natur geleistet werden müssen, in Werteinheiten berechnet. Zum Vergleich: Die Stiftung Hof Hasemann verfügt über ein Potenzial von 895000 Werteinheiten.

Biotop-Funktion

Die Umsetzung, so wird es in der Verwaltungsvorlage für den Ausschuss beschrieben, werde das Landschaftsbild und damit die regionalen Rad- und Wanderwege aufwerten und die Biotopfunktion als Lebensraum nachhaltig steigern. Für die Tierwelt entstünden zusätzliche Nahrungshabitate sowie Brut- und Setzstätten. Grundsätzlich werden zwei verschiedene Maßnahmen entschieden: Bei schmalen Streifen von 1,5 bis 3,5 Metern Breite wird Regio-Saatgut gesät, nachdem die Fläche gefräst du gepflügt worden ist. Zur Pflege muss je nach Standort einmal oder öfter gemäht werden. Später schließt sich eine Unterhaltspflege an.

Auf Flächen ab einer Mindesttiefe von 3,5 Metern sind Anpflanzungen von heimischen Laubgehölzen vorgesehen. Welche Arten in Frage kommen ist im Pflege- und Entwicklungsplan ebenfalls festgeschrieben, ebenso wie die erforderliche Unterhaltungspflege und eine regelmäßige Kontrolle.

Die Gesamtkosten für das Projekt in Ueffeln und Balkum werden in der Vorlage mit 414600 Euro inklusive der Personalkosten beziffert. Bei 152000 entstehenden Werteinheiten bedeutet dies, dass eine Werteinheit 2,73 Euro kosten würde. Interesse an diesem Programm wurde auch schon in anderen Ortsteilen wie Achmer oder Engter angemeldet, weil es die Möglichkeit eröffnet, Ausgleichsmaßnahmen an dem Ort vorzusehen, wo auch der Eingriff geschieht.

Die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt beginnt am Donnerstag, 12. Februar, um 18 Uhr im kleinen Sitzungssaal im 1. Obergeschoss des Rathauses.