Bis zu 14 Prozent mehr Diskussion um höhere Kita-Beiträge in Bramsche

Für Kindergartenkinder müssen Eltern in Bramsche ab August voraussichtlich mehr bezahlen. Foto:dpaFür Kindergartenkinder müssen Eltern in Bramsche ab August voraussichtlich mehr bezahlen. Foto:dpa

Bramsche. Nach den Sommerferien müssen die Eltern aller Kindergartenkinder möglicherweise tiefer in die Tasche greifen. Das sieht jedenfalls ein Verwaltungsvorschlag vor, der am Dienstag im Sozialausschuss des Stadtrates behandelt wird. Je nach Betreuungsform und -zeit sollen die Beiträge dabei um 12 bis 14 Prozent steigen. Das wäre die erste Erhöhung seit 2011.

Nach dem Verwaltungsvorschlag würden ab dem kommenden Kindergartenjahr monatlich 100 statt bisher 90 Euro für einen Vier-Stunden-Platz fällig. Der Platz in einer Ganztagsgruppe würde für neun Stunden 190 (bisher 170 Euro) kosten, für acht Stunden 170 (bislang 155) Euro. Für Sonderöffnungszeiten würden je halber Stunde 12,50 (bislang 11) Euro fällig. Zum Vergleich: In Wallenhorst müssen 94 Euro für vier Stunden beziehungsweise 188 Euro (acht Stunden) überwiesen werden. In der Samtgemeinde Bersenbrück zahlen Eltern 94, bzw. 168 Euro, in Hagen a.T.W. 95 bzw. 197,50 Euro. Andere Kommunen erheben den Kindergartenbeitrag einkommensabhängig.

Der Platz in einer Krippengruppe schlüge nach dem Verwaltungsvorschlag für vier Stunden mit 135 (bislang 118) Euro und für sechs Stunden mit 200 (176) Euro zu Buche. Für Sonderöffnungszeiten würden 16,50 (15) Euro berechnet. Das entspricht einer Anhebung um 14 Prozent. Weitere Artikel zum Thema Familie und Kita finden Sie auf www.noz.de/familie

„Keiner freut sich über eine Anhebung“, räumte Bramsches Erster Stadtrat Ulrich Willems im Vorfeld der Beratung ein. Angesichts der Tatsache, dass die Beiträge über vier Jahre stabil geblieben seien und angesichts der strukturellen Veränderungen im Kita-Bereich sei der vorgeschlagene Satz aber durchaus „moderat“.

Die Stadt Bramsche und die Träger der Kindertagesstätten hatten sich im Jahr 2005 darauf geeinigt, dass die Elternbeiträge im Durchschnitt 25 Prozent der Betriebskosten abdecken sollten. Dieser Anteil wurde nach der letzten Beitragsanhebung im Jahr 2011 zwar kurzfristig mit 26,2 Prozent überschritten, allerdings sank er 2013 auf zunächst 24,4 und 2014 sogar auf lediglich 23 Prozent. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Die Betriebskosten der Kitas seien in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen, erklärte Willems weiter. Zum einen würden zunehmend längere Öffnungszeiten nachgefragt. Dass den Kindern ein Mittagessen angeboten werde, gehöre mittlerweile zu den Selbstverständlichkeiten, mit allen Konsequenzen, was die Schaffung zusätzlicher Essensräume angehe. Immer mehr Regelgruppen würden in altersübergreifende Gruppen umgewandelt, um bei verringerter Gruppenstärke mehr Plätze für jüngere Kinder anbieten zu können.

Darüber hinaus seien in Bramsche und den Ortsteilen inzwischen acht Krippengruppen im Betrieb, bei denen das Beitragsaufkommen wegen der geringeren Kinderzahl relativ niedrig, die Betriebskosten allerdings unter anderem wegen der derzeit von der Stadt finanzierten Drittkräfte höher sei als in regulären Krippengruppen, so Willems weiter.

Aus der Verwaltungsvorlage sind weitere Zahlen zu entnehmen: Von rund 1000 Kindergartenplätzen in Bramsche sind im Jahresdurchschnitt 280 Plätze mit beitragsfreien Vorschulkindern belegt. Für durchschnittlich 140 weitere Kinder wird der Beitrag aus Jugendhilfemitteln übernommen. 2014 waren das rund 226000 Euro. Effektiv zahlen, so geht aus den Zahlen der Verwaltung hervor, nur rund 60 Prozent der Eltern einen Kindergartenbeitrag.


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