BN-Monatsrückblick Zwei Unglücke und (k)ein Wolf – Bramsche im Januar 2015



Bramsche. Zwei Unglücke, eine neue Abteilung im Krankenhaus, vier Sternsinger aus Rieste bei der Kanzlerin, viele Tonnen Schnee, null Wölfe – Zahlenspiele im BN-Rückblick auf den ersten Monat des Jahres 2015.

Das Bramscher Krankenhaus verfügt nun ganz offiziell über eine Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie mit 40 Betten und eine für Psychosomatik mit 20 Betten. Die Niels-Stensen-Klinik in der Tuchmacherstadt ist damit Teil des neu gegründeten „Zentrums für seelische Gesundheit“ des katholischen Krankenhausträgers, das Professor Wolfgang Weig leitet . Leitende Ärztin vor Ort ist die Fachärztin für Psychiatrie Yvonne Walonka. Die Niels-Stensen-Kliniken übernehmen zudem die Bramscher Chirurgie-Praxis Behrenz/Krug und werden sie – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Kassenärztliche Vereinigung – in ein Medizinisches Versorgungs-Zentrum (MVZ) mit Standort Krankenhaus überführen. Hier wird auch der bisherige Chirurgie-Chefarzt des Krankenhauses, Torsten Saemann, tätig sein.

Durch eine Verpuffung in einer privaten Garage ist ein Mann in Achmer schwer verletzt worden. Aus den Reihen der Feuerwehr wurde moniert, dass der ebenfalls verständigte Notarzt erst 20 Minuten nach der Alarmierung vor Ort war. Seit Beginn dieses Jahres gibt es in Bramsche keine 24-Stunden-Bereitschaft eines Notarztes mehr. In diesem Fall musste der Notarzt aus Ankum anfahren. Dies brauchte ab dem Zeitpunkt der Alarmierung nach Auskunft der Landkreis-Pressestelle 17 Minuten.

Bei einem Wohnungsbrand in der Gartenstadt ist ein Mann ums Leben gekommen. Er starb an einer Rauchgasvergiftung. Mehrere Personen aus dem brennenden Mehrfamilienhaus in der Vockestraße wurden durch Feuerwehrkameraden, die Atemschutzgeräte trugen, über das Treppenhaus ins Freie geführt. Der Rettungsdienst versorgte dabei vier leicht verletzte Bewohner.

Der Fund einer amerikanischen Splitterbombe aus dem 2. Weltkrieg hat den Kampfmittelräumdienst, die Polizei, die örtliche Feuerwehr sowie Fachleute und Ordnungsbehörden im Stadtteil Pente in Atem gehalten. In einem Waldstück am Moorweg – hier gab es ganz in der Nähe bereits im vergangenen November einen großen Entschärfungseinsatz – war der Sprengkörper zuvor von einem Anwohner zufällig bei Gartenarbeiten mit einem Spaten entdeckt worden. Trotz des bereits dritten Blindgängerfundes innerhalb von zwei Monaten plant die Stadt Bramsche keine systematische Suche nach weiteren Bomben-Rückständen. Nur bei geplanten Baugebieten gebe es eine routinemäßige Untersuchung.

„Als Sternsinger grüßen an eurem Tor: Balthasar, Caspar und Melchior.“ Mit diesem Auftaktsatz klopften wieder zahlreiche Kinder und Jugendliche der St.-Martinus-Gemeinde Bramsche an die Haustüren der Umgebung. Ausgesandt von den drei Kirchenstandorten Bramsche, Gartenstadt und Malgarten, ging es mit gesegneter Kreide zu den Häusern der Menschen mit katholischem Glaubensbekenntnis, um den Segen „Christus Mansionem Benedicat“, symbolisiert durch die Buchstaben „C, M, B“, am Mauerwerk anzubringen. Doch auch bei Nichtkatholiken machten die Sternsinger halt, so denn aus den Vorjahren bekannt war, dass diese sich ebenfalls über den Brauch freuen würden. Vier Sternsinger aus Rieste wurden als Vertreter des Bistums Osnabrück sogar von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen.

Nach der kompletten Räumung der „Alten Post“ mittels einer Versteigerung steht die umfassende Sanierung der städtischen Immobilie an. Im städtischen Haushalt sind dafür 110000 Euro vorgesehen. Neue Fenster, neue Heizungsanlage, verbesserte Isolierung, das sind die wichtigsten Punkte der Sanierung, nachdem sich die hohen Energiekosten als massive Belastung für den Pächter erwiesen haben. Möglichst Anfang Mai soll der neue Pächter dann starten können.

Das FFH-Gebiet „Achmer Sand“ muss neu abgegrenzt werden. Zu diesem Ergebnis ist das niedersächsische Umweltministerium gekommen. Damit sind die Pläne für eine Erweiterung der Firma Kohl gestoppt. Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Filiz Polat, begrüßte die Entscheidung. Sie hatte das Ministerium eingeschaltet, nachdem das Umweltforum Osnabrück die fehlerhafte Ausweisung des Schutzgebietes 2004 kritisiert hatte. Polat sah die Verantwortung dafür bei der damaligen Landesregierung.

Zwischen Achmer und Halen habe die Bahn einen Wolf überfahren. Dieses Gerücht macht zurzeit in Jägerkreisen die Runde. Das sei aber tatsächlich nur ein Gerücht, betont Bezirksförster Martin Meyer Lührmann. Es gebe noch keinen ernsthaften Hinweis auf ein Wolfsvorkommen im Raum Bramsche. Wobei die Betonung durchaus auf noch liegt. „Innerhalb der nächsten fünf Jahre werden wir den Wolf auch im Bramscher Land haben“, ist er sicher.

70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz fand zum ersten Mal aus diesem Anlass eine Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus in Bramsche statt. Sie soll eine feste Einrichtung werden.

Der Winter hat unsere Region zum Monatsende kalt erwischt. Innerhalb weniger Stunden fielen große Mengen Schnee. Es kam zu glatten Straßen, bei Unfällen blieb es aber bei Blechschäden. Schulkinder konnten ihre Zeugnisferien mit dem Bauen von Schneemännern einleiten.

Ein Bauantrag sorgt in Neuenkirchen-Vörden für Wirbel: Die Arche International Holding GmbH will ein generationsübergreifendes Wohnquartier an der L107 auf dem früheren Pohlmann-Grundstück errichten. Der Geschäftsführer Waldemar Herdt ist Mitglied in der nicht unumstrittenen Evangelischen Freikirche Lebensquelle.


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