Fit in unserer Stadt, Folge 24 Junge Mütter und Babys in Hesepe neugierig auf Kanga



Hesepe. Ein Schmunzeln geht durch die Reihen der jungen Mütter im Familienzentrum in Hesepe. Soeben hat Mathilda – ein wuseliger Dreikäsehoch im rosa Babystrampler – nach einer Krabbeleinlage den Aus-Knopf auf der Musikanlage unter dem Fenster entdeckt. Und gedrückt… Für einen Moment steht das Programm des Kangatrainings still.

Geduldig rutscht Kursleiterin Kristina Dahl von ihrer Gymnastikmatte ein Stück nach rechts, um wieder für ein paar flotte Rhythmen im Hintergrund zu sorgen. Es kann also weitergehen.

Eine Stunde, alles barfuß

Mit unserer Breitensportserie „Fit in unserer Stadt“ (Folge 24) machen wir Station bei einem noch ganz jungen Bewegungsangebot in Bramsche. Dem Kangatraining, das junge Mütter und deren Babys anspricht.

„Vor allem durch die hormonelle Umstellung während einer Schwangerschaft haben sich auch die Gelenke, der Beckenboden und die Bänder bei den Frauen verändert“, sagt Kristina Dahl, „genau da setzt unser Training an.“ Frauen und Babys können also gemeinsam Sport machen. Einmal pro Woche, 60 Minuten. „Wir haben einen festen Ablaufplan“, sagt die Kursleiterin über das Programm.

Mathilda – 13 Monate alt – bleibt unterdessen recht rege und hinterlässt (sehr zu meiner ganz persönlichen Freude) sichtbar ihre Fingerspuren auf dem großen Wandspiegel im Übungsraum des Familienzentrums. Für alle anderen Großen und Kleinen im Raum gilt hingegen: Ein leichtes Aufwärmen, dann Kraftübungen am Boden (auf einer Matte), Hilfreiches für das Herz, allerlei schnelle Bewegungen aus dem Bereich Bauch-Beine-Po, etwas Arm-Training, Nützliches für den Beckenboden, dazu ein Stretching. Alles barfuß. Die Zeit vergeht wie im Flug. Die Damen kommen sichtbar ins Schwitzen.

Das hat natürlich auch damit zu tun, weil die Mütter und deren Babys inzwischen alle Übungen im Stehen absolvieren. Gemeinsam. Denn der Nachwuchs hat dafür in den sogenannten Tragehilfen oder Tragtüchern Platz genommen. Die haben sich die zehn anwesenden Frauen vor den Bauch geschnallt. Sport mit zusätzlichen „Gewichten“ sozusagen.

Mit Rektusdiastase-Test

Allen Beteiligten scheint es Spaß zu machen. Und Kristina Dahl glaubt, den einfachen Grund zu kennen. „Die Mütter kommen so wieder unter die Leute. Sie haben nach Schwangerschaft und Geburt wieder Lust auf Bewegung. Und sie treffen beim Kurs andere Mütter.“ Alles das deckt ihr Kanga-Angebot ab.

Die Kursteilnehmer feuert sie im Verlauf der einstündigen Einheit mehrfach an. „Es wird schwitzig“ gibt Kristina ihnen ebenso mit auf den Weg wie „jetzt mal Gas geben“ oder „denkt an eure Bikini-Figur“. Und: „Stellt euch einfach vor, nach einer langen Schwangerschaft geht ihr das erste Mal wieder tanzen – wie geil ist das denn?“

Wer in seinen Bewegungsmöglichkeiten dagegen noch eingeschränkt ist, bekommt von der Kursleiterin einige alternative Übungen zugewiesen. Ferner unterzieht sie per Abtasten rechtzeitig alle Frauen einem Rektusdiastase-Test. Dabei geht es – nach einer Schwangerschaft – um mögliche (zu große) Lücken in Teilen der Bauchmuskulatur. Hier wären dann bestimmte sportliche Aktivitäten nicht ratsam. Kristina Dahl will mit ihrem kurzen Abtasten unliebsamen Überraschungen vorbeugen.

Meine Probleme mit meiner Bauchmuskulatur sind da eher andere… Trotzdem habe ich wieder ein interessantes Fitnessangebot in unserer Stadt kennengelernt. Eines, das in Bramsche noch relativ neu und deshalb noch nicht so bekannt sein dürfte.


Unsere Expertin meint:

Das Kangatraining wurde als Idee und Sportprogramm in Österreich entwickelt. Im Mittelpunkt stehen die körperliche Stärkung und das Wiedererlangen der Fitness bei den frisch gebackenen Müttern.

Während der verschiedenen Übungen sind die gerade erst wenige Monate alten Babys stets dabei. So wird auch dort für eine enge Bindung und Nähe zur Mama gesorgt. Tragetücher und Tragehilfen kommen hier während der Kursstunden unter anderem zum Einsatz.

Mit dem Kangatraining starten Interessierte am besten nach dem Abschluss der Rückbildungsgymnastik und nach einem positiven Signal des eigenen Gynäkologen. Sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch Bauchmuskulatur, Rücken, Beckenboden und Gesäßmuskulatur werden beim Kanga gezielt stabilisiert und gekräftigt.

Die geschulten Trainerinnen verfügen zumeist auch über eine Ausbildung als sogenannte Trageberaterinnen. Sie können somit fachkundig die richtigen Hilfestellungen geben, wenn im Übungsverlauf die besagten Tragetücher und Tragehilfen „angeschnallt“ werden müssen. Denn auf ein gesundes Tragen der Babys wird beim Kangasport natürlich sehr großer Wert gelegt.“

Unsere Expertin Iris Greff ist ausgebildete Fitnesstrainerin und gibt im Osnabrücker „aktivital“ Sportkurse.

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