Schrägstes Konzert der Saison Alberne Heinis auf dem Bramscher Kirchplatz

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

<em>Wolfgang Grieger</em>, Hein und Highn blödelten am Donnerstag auf dem Kirchplatz. Foto: Heiner BeinkeWolfgang Grieger, Hein und Highn blödelten am Donnerstag auf dem Kirchplatz. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Nach der Party kommt der Quatsch: Die Heinis, pardon: „Wolfgang Grieger und die High Nees“, aus Hannover unterhielten das Publikum am Donnerstag auf dem Kirchplatz mit witzigen Texten, ausgefallenen Instrumenten und eigenwilligen Songs. Dass vielen Besuchern die Party mit „Juicy fruits“ in der Vorwoche besser gefallen hat, liegt vor allem an den besonderen Umständen dieser Konzertreihe.

Die Besucher auf dem Kirchplatz nehmen seit jeher die Konzertreihe im Sommerkulturprogramm als Gelegenheit zum geselligen Treff mit Hintergrundmusik. „Besser ist es, wenn die Unterhaltung leiser ist“, sagte zu Beginn Wolfgang Grieger. Doch der damit verbundene Appell verhallte ungehört. Wer der Band aber nur ein halbes Ohr leiht, dem entgeht der Witz und damit der große Teil des Spaßes. Denn völlig zu Recht hat das schräge Trio 2011 den ersten niedersächsischen Kleinkunstpreis gewonnen.

Professionell steckten die „High Nees“ die für sie etwas ungünstigen Rahmenbedingungen weg. Und alle, die sich voll auf sie einließen, haben das ganz sicher nicht bereut. Aus Gilbert O‘Sullivans „Claire“ wird bei ihnen der „Klär - Anlagentaucher“. Nur einer von den vielen wenig prestigeträchtigen Berufen, die Wolfgang, sein Trommler „Highn“ und Bassist Hein (der in Krankheitsfällen von seinem Bruder Hein vertreten wird) dem Publikum vorstellen. Nicht viel besser geht es dem Fußpfleger, der beim Klassentreffen über seinen Werdegang berichten muss. Ein Klassenkamerad von einst haut im Orchester die Pauke, „ich massiere den Omas die Mauke“. Nur bei den „High Nees“ gibt es die „deutsche Version“ von Peter Fox‘ „Haus am See“, die eine etwas andere Geschichte erzählt: Der Refrain lautet „am Ende des Tages steht mein Haus im See“.

„Viele Leute sagen ja, Mann, habt Ihr bescheuerte Lieder“, erzählt Grieger. Aber nicht nur die Texte sind schräg: „Highn“ brilliert mit einem Solo auf dem „Dosimba“, das er selbst in seiner Zeit im Knast, als er mit den „Arrestocats“ spielte, gebaut hat. Auf leeren Orangenmarmeladendosen spielt er eine Klaviersonate von Beethoven. Naja, fast. Musikalisch ist bei den „High Nees“ eher Understatement angesagt.: Bei all den albernen Texten und Instrumenten geht beinahe unter, dass die drei tolle Musiker sind, deren Arrangements perfekt sitzen.

Das alles zusammen ist kurzweilige Blödelei mit Niveau, die auch auf dem Kirchplatz viel Beifall findet. An denen, die Musik hier lieber als Hintergrundgeräusch haben, dürfte das vorbei gegangen sein, anders als die Partymusik vor Wochenfrist auf vergleichsweise überschaubarem Niveau- Aber so ist das auf dem Kirchplatz.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN