Fitness-Serie: Wassergymnastik „Wirbelsäule fixieren, Stolz zeigen“ im Hasebad



Bramsche/Engter. „Die Schultern bleiben unten“, ruft Galina Seitz. „Die Wirbelsäule fixieren. Stolz zeigen!“, fordert die Kursleiterin gleich im nächsten Atemzug. Es geht also um eine aufrechte Haltung. Die 15 Männer und Frauen im Variobecken des Hasebades folgen den Anweisungen von Seitz. Die frühmorgendliche Wassergymnastikstunde des TuS Engter ist bereits in vollem Gange.

Beginn 8.45 Uhr. Mit unserer Breitensportserie „Fit in unserer Stadt“ trauen wir uns zum insgesamt dritten Mal ins Wasser – nach dem Aquajogging der Stadtwerke (im März vergangenen Jahres) und dem Frühschwimmen im Sommer (August) in Ueffeln. „Heute, wenn die Presse da ist, lächeln alle besonders schön“, sagt Galina Seitz unterdessen über ihre Gruppe im Becken.

Übungen für 45 Minuten

„Wir haben dieses Wassergymnastikangebot seit 2003 beim TuS“, verrät mir der für den Gesundheits- und Rehasport zuständige Abteilungsleiter Manfred Hatke. „Seit einiger Zeit hier im Hasebad.“ Der Verein zahlt dafür Miete. „16 dieser Gruppen haben wir hier pro Woche im Wasser“, so Hatke.

45 Minuten dauert eine Kursstunde. Die ausgebildete Leiterin am Beckenrand – ausgestattet mit einem Mikrofon – reiht eine Übung an die nächste. Arme und Schultern sowie die Beine werden im Wechsel gezielt bewegt. Mal kreisend, mal schwingend. Mal stehen die Kursteilnehmer im Wasser, mal gehen sie. Manchmal schneller, manchmal langsamer. Eine zentrale Rolle spielen auch die Schwimmbretter, die Seitz im Verlauf der Dreiviertelstunde für längere Zeit zum Einsatz bringt. Blau oder grün sind sie. Das der Kursleiterin dagegen kunterbunt.

Der Blick auf eine kleine Anzeigetafel an der Stirnseite des Variobeckens verrät mir, dass der Boden auf eine Tiefe von 1,35 Metern „angehoben“ wurde. Ein zentraler Unterschied zum Aquajogging vor ein paar Monaten übrigens. Diesmal habe ich bei allen Übungen festen Boden unter den Füßen. Beim Aquajogging (an gleicher Stelle) war das damals nicht so.

„Die Schultern bleiben unten“, erinnert uns die Kursleiterin. „Und die Wirbelsäule fixieren“, mahnt sie des Öfteren an. Ich konzentriere mich. „Spürt ihr das im Rücken“, fragt sie bei einer der Übungen. Ja – denke ich mir in diesem Moment.

„Wer hier mitmacht, hat in der Regel eine ärztliche Verordnung in der Tasche“, erzählt mir Manfred Hatke. In den allermeisten Fällen gelte es, durch die regelmäßige Teilnahme an der funktionellen Wassergymnastik „akute Probleme mit den Schultern, der Wirbelsäule oder anderen Gelenken zu beheben“, ergänzt Galina Seitz. Auch bei Arthrose oder Rheuma helfen die Übungen im angenehm warmen Nass.

Boden unter den Füßen

Doch die wöchentliche Bewegung im Wasser hat in dieser Gruppe auch eine wichtige soziale Funktion. Sie ist zugleich Treffpunkt zum Klönen und Schnacken. Denn, wer möchte, bleibt nach der Gymnastik im Becken und dem Duschen noch auf eine Tasse Kaffee im Restaurant des Hasebades. „Das ist eine sehr, sehr fröhliche Gemeinschaft“, betont auch Anneliese Hatke. Sie ist die Frau von Manfred und ist ebenfalls in der Vereinsarbeit in Engter aktiv.

Mir selbst hat dieser Kurs am Morgen übrigens viel Spaß gemacht. Äußerst erfrischt kehre ich an meinen Schreibtisch in der Redaktion zurück. Daran könnte ich mich irgendwie gewöhnen…


Unsere Expertin Iris Greff sagt:

„Die funktionelle Wassergymnastik ist zum einen ein einfaches Ausdauertraining. Sie kräftigt zum anderenaber auch die Muskulatur, ohne dass die Gelenke bei den einzelnen Übungen zu sehr belastet werden. Hier „wirkt“ das Wasser geradezu schonend.

Wer also insbesondere mit Übergewicht zu kämpfen hat, ist bei der Wassergymnastik gut aufgehoben. Ebenso Menschen mit Erkrankungen des Bewegungsapparates. Probleme in den Schultern, an den Armen, am Rücken oder in den Knien zum Beispiel.

Aber auch solche Personen sind hier richtig, die eine OP hinter sich haben und sich in der Reha-Phase befinden.

Viele Sportvereine bieten Wassergymnastik an.

Unsere Expertin Iris Greff ist ausgebildete Fitnesstrainerin und gibt im Osnabrücker „aktivital“ Sportkurse.

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