Stadt: Nur anlassbezogen Keine gezielte Suche nach Blindgängern in Bramsche

Mit weiteren Bombenfunden ist in Bramsche zu rechnen, meinen Experten. Eine systematische Suche nach Blindgängern plant die Stadt allerdings nicht. Wahrscheinlich wären die Kosten zu hoch. Foto: Michael GründelMit weiteren Bombenfunden ist in Bramsche zu rechnen, meinen Experten. Eine systematische Suche nach Blindgängern plant die Stadt allerdings nicht. Wahrscheinlich wären die Kosten zu hoch. Foto: Michael Gründel

Bramsche. Die Stadt Bramsche arbeitet daran, die Arbeitsabläufe für mögliche künftige Blindgänger-Entschärfungen noch zu verbessern. Eine gezielte Suche nach Munitionsrückständen wird es allerdings nicht geben.

„Bei der Ausweisung neuer Baugebiete wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst KBS grundsätzlich als sogenannter Träger öffentlicher Belange eingebunden“, erklärt Dagmar Paschen, Pressesprecherin der Stadt Bramsche. Das heißt: Die Experten geben eine Stellungnahme ab, ob in dem betreffenden Gebiet mögliche Blindgänger im Erdreich versteckt sein könnten.

Luftaufnahmen

„Der KBS gleicht Luftaufnahmen mit dem Areal ab und informiert die Stadt bei entsprechenden Verdachtsmomenten“, so Paschen weiter. Eine darüber hinausgehende gezielte Suche nach Blindgängern plane die Stadt allerdings nicht. „Das wird weiterhin anlassbezogen sein“, sagt Paschen: Die jüngsten Blindgänger-Funde am vergangenen Wochenende sowie im November jeweils in Pente ergaben sich durch Hinweise aus der Bevölkerung, in Achmer hatte sich eine Firma privatrechtlich verpflichtet, auf einem Gelände nach Munitionsresten zu suchen, und war fündig geworden.

Dass die Stadt nicht systematisch nach Verdachtsstellen suchen lässt, dürfte mit den Kosten zusammenhängen. Dazu ein Blick nach Osnabrück: Dort hat die Stadt seit 2012 jährlich 400000 Euro für die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg ausgegeben. Dieses Geld reichte jährlich für das Abarbeiten von rund 100 Verdachtspunkten. Aktiv geworden war Osnabrück, nachdem das Land Niedersachsen ein Ende der 90er-Jahre gestartetes Programm zur systematischen Auswertung von Luftbildern zwecks der Suche nach Blindgängern eingestellt hatte.

Hohe Kosten

Seit 2012 müssen nun die Kommunen für die Kampfmittelerkundung und -vermessung, die Sondierungsbohrungen und auch die Bergung aufkommen. Wie hoch die Kosten für Bramsche werden könnten, ist Spekulation. Auch wenn die Tuchmacherstadt sicherlich nicht so stark bombardiert wurde wie Osnabrück, verweist Stadt-Sprecherin Paschen doch darauf, „dass Bramsche von der Fläche her sogar größer ist“.

Um für den Fall möglicher weiterer Blindgänger-Funde noch besser gerüstet zu sein, arbeitet die Stadt indes derzeit an den Arbeitsabläufen. Als Blaupausen, so Paschen, dienten dabei die Erfahrungen aus dem November, „den ersten Bombenentschärfungen dieser Größenordnung seit längerer Zeit“. Die Stadt-Sprecherin räumt ein, „dass wir am ersten Tag, als der Blindgänger in Achmer gefunden worden war, womöglich noch nicht ganz so gut strukturiert gewesen sind“. Schon am Tag darauf, als es in Pente weiterging, hätten sich alle Beteiligten von Stadt, Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst wiederum sehr positiv über die Zusammenarbeit geäußert.

Netzwerk stärken

„Das gilt es nun zu verstetigen und die Netzwerke zu stärken“, betont Paschen. Dafür sei ein fortwährender Kontakt erforderlich, auch mit den umliegenden Gemeinden. Und gut sei auch, „dass sich jetzt alle Verantwortlichen schon einmal kennengelernt haben“. Der städtische Mitarbeiter Matthias Hintz beispielsweise sei bei den Bombenräumungen im November „gerade erst frisch in dieser Funktion innerhalb der Stadtverwaltung gewesen und musste gleich ins kalte Wasser springen“.


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