„Wir haben keinen Druck“ Christoph Müller lobt Bramscher Handballern

Nicht nur mit der Defensive seiner Handballer ist Christoph Müller (2.v.l.) bisher sehr zufrieden. Foto: Rolf Kamper/ArchivNicht nur mit der Defensive seiner Handballer ist Christoph Müller (2.v.l.) bisher sehr zufrieden. Foto: Rolf Kamper/Archiv

Bramsche. Trotz großer Personalprobleme und einer jungen Mannschaft liegen die Landesliga-Handballer des TuS Bramsche nach zehn Saisonspielen nur einen Sieg hinter dem Tabellendritten. Im BN-Interview erklärt Spielertrainer Christoph Müller, warum man im November nur knapp an einer Krise vorbeigeschrammt ist und welchen Anteil die Nachwuchsspieler am guten Abschneiden des TuS haben.

Herr Müller, die ersten zehn Saisonspiele waren für Ihre Mannschaft ein ziemliches Auf und Ab. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Überwiegend positiv. Wir wussten vor der Saison nicht genau, wo wir stehen, da mit Christoph Stüve (nach Bissendorf), Slava Lesniks und Steffen Kujawa (berufliche Gründe) drei Spieler nicht zur Verfügung standen, die im vergangenen Jahr zusammen circa 300 Tore geworfen haben. Doch die Mannschaft macht ihre Sache außerordentlich gut, auch wenn manchmal noch Leistungsschwankungen auftreten. Das ist aber ganz normal.

Das große Thema der vergangenen Wochen war Ihre löchrige Personaldecke. Wie stehen die Chancen, dass Sie demnächst wieder auf mehr erfahrene Spieler zurückgreifen können, und sind eventuell auch Neuzugänge ein Thema?

Das Problem mit verletzungs- oder berufsbedingten Ausfällen haben wir seit Jahren, wir können damit umgehen. Wenn es ganz schlimm kommt, stehen erfahrene Spieler wie Lars Giesen, Steffen Kujawa oder Thorsten Schröer bereit, um zu helfen. Neuzugänge sind derzeit kein Thema, wir hatten gegen Dinklage wieder eine volle Bank und zum neuen Jahr ist Steffen Kiesewetter wieder einsatzbereit. Zudem haben wir noch eine starke zweite Mannschaft in der Weser-Ems-Liga, die das Landesliga-Team gerne unterstützt.

Lobende Worte finden Sie unter anderem für Ihre Nachwuchsspieler, die in der ersten Saisonhälfte viele Lücken schließen mussten. Was genau gefällt Ihnen an den jungen Spielern und wie groß ist deren Anteil am bisherigen Saisonverlauf?

Sie haben einen großen Anteil daran, dass wir momentan 12:8 Punkte haben. Julian Göcke und Steffen Kiesewetter (20 Jahre) haben letztes Jahr noch zwei Ligen tiefer gespielt, Jona Feye (19) spielt sein erstes Herrenjahr und Jan Börger, Kai Gellermann sowie Alex Brockmeyer sind sogar noch für die A-Jugend spielberechtigt. Ich kann sie ohne Bedenken einwechseln, das sind gute Perspektiven für die nächsten Jahre. Alle zeigen in jeder Begegnung vollen Einsatz und sind gute Beispiele für die tolle Nachwuchsarbeit des TuS Bramsche.

Wie wichtig war der Heimsieg gegen den damaligen Tabellenführer Bohmte für das Selbstvertrauen der Mannschaft?

Enorm wichtig. Wir hatten zwei Wochen vorher Eicken geschlagen, davor aber in Cloppenburg und gegen Diepholz sehr unnötige Niederlagen kassiert. Hätten wir das Spiel gegen Bohmte auch verloren, hätte man durchaus von einer Krise sprechen können. Wir haben gezeigt, dass wir mit den Qualitäten, die uns seit Jahren auszeichnen – Einsatzbereitschaft, Abwehrarbeit und gute Torhüter – zumindest in eigener Halle jede Mannschaft in dieser Liga schlagen können.

Tabellenplatz drei ist aktuell in Reichweite. Wie ist Ihre Zielsetzung für die verbleibenden 16 Begegnungen?

Dort weitermachen, wo wir in den letzten drei Partien aufgehört haben. Wir wollen immer noch so schnell wie möglich viele Punkte holen und vor allem in Heimspielen unsere Zuschauer begeistern. Was dann in dieser Spielzeit möglich ist, muss man abwarten. Wir haben keinen Druck.


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