Azubi-Serie, Folge 10 Dallmann in Bramsche sucht ehrliche Teamarbeiter



Bramsche. Ingenieur- und Verkehrswegebau, Tief- und Kanalbau. In der zehnten Folge unserer BN-Serie „Hier kann ich lernen – Bramscher Betriebe bilden aus“ wird nicht um den heißen Brei herumgeredet. Etwas rauer, aber herzlich geht es zu.

„So eine Baukolonne ist ehrlich“, sagt Michael Bosse kurz und knapp. Er ist Personalleiter bei der Dallmann Straßen- und Tiefbau GmbH. Er wirbt um junge Leute, die Lust haben, den Beruf des Straßenbauers oder des Baugeräteführers zu erlernen. Ein echtes Handwerk. Kernig. „Hier merkt man schnell, wer anpackt – und wer eben nicht“, so Bosse. Mit anderen Worten: Wer passt hier ins Team?

Bosse und der Bauleiter des mehr als 100 Jahre alten Traditionsunternehmens, Michael Diekmann, lassen daran keinen Zweifel. Und beide werben offensiv mit der Bezahlung ihrer Auszubildenden. „Von 690 Euro im ersten Ausbildungsjahr geht es über 1060 Euro dann bis zu 1339 Euro im dritten Jahr“, sagt Diekmann. „Das passt bei uns also zwischen Daumen und Zeigefinger. Damit liegen wir bei den ,Azubis‘ doch weiter vorne“, betont Bosse.

Natürlich bildet die Dallmann GmbH, die am Wiesenweg in Bramsche (zwischen Linden- und Maschstraße) ihre Heimat hat, auch Mechaniker für Baumaschinentechnik, Bauzeichner und Industriekaufleute aus. Doch da stimmen traditionell die Bewerberzahlen. Für die Straßenbauer und Baugeräteführer sei jedoch ein Mehr an Werbung nötig, um interessierte junge Menschen zu finden. „In beiden Jobs ist aber die Karriereleiter später nach oben offen“, sagt Diekmann. Und Bosse unterstreicht mit Blick auf die beruflichen Zukunftsperspektiven der Auszubildenden: „Ganz klar. Wir bilden für uns aus. Wenn die Richtung stimmt und es vernünftig läuft, dann soll ein Auszubildender später auch bei uns im Unternehmen möglichst lange blieben.“

Drei Jahre dauert die Lehre. Bei Wind und Wetter. Die Dallmänner bieten zuvor als Schnupperkurse für Jugendliche auch Praktika an. „Die sehen und erleben dann sehr konkret, was auf dem Bau gefragt ist und ob ihnen das liegt. Das schafft Orientierung. Für beide Seiten“, sagt Personalleiter Bosse, „eine Woche Praktikum hilft da schon.“ Und er stellt klar: „Bei Filmchen im Internet scheint doch immer nur die Sonne.“ Praktika seien dagegen viel realer. Deutlich näher an der Wirklichkeit.

„Wille muss spürbar sein“

Bei den angehenden Straßenbauern schauen die Dallmann-Verantwortlichen natürlich auch auf die Schulzeugnisse, aber offenbar nicht (mehr) in erster Linie. „Es gibt da keine schulischen Abschlussvoraussetzungen. Die jungen Leute kriegen auf den Baustellen während einer Ausbildung alle nötigen Hilfen.

Unsere Poliere kümmern sich sehr intensiv um sie, wenn nur der entsprechende Wille bei den Lehrlingen spürbar ist“, unterstreicht Bauleiter Diekmann. Das Einrichten von Baustellen, Arbeitsplanungen, das Einmessen, das Herstellen des Unterbaus für Straßen und Plätze, das Auftragen von Straßendecken, das Verarbeiten von Asphalt und Beton, das Pflastern oder auch die Bodenentsorgung sind unter anderem Bestandteil der Lehre.

Neue Ausbildung

Die Ausbildung zum Baugeräteführer sei hingegen „noch neu, auch bei uns. Da fehlt es in der Öffentlichkeit noch etwas an der Bekanntheit“, so Michael Diekmann. „Es ist eine Symbiose aus dem Straßenbauer und dem Mechaniker für Baumaschinentechnik“, klärt Michael Bosse auf. Der Jugendliche lerne dabei eben auch, „mit kleinen und großen Geräten auf einer Baustelle umzugehen.“ Das Führen gehöre ebenso dazu wie deren Wartung und Pflege, das Durchführen von Schweiß- und Lötarbeiten oder die Handhabung von Vermessungsgeräten. „Baugeräteführer bestimmen den reibungslosen Ablauf aller Arbeiten auf einer Baustelle entscheidend mit“, so Bosse. Auch hier seien Typen gefragt, die in der Praxis wirklich anpacken wollen. „So eine Baukolonne ist ehrlich“ gelte folglich auch hier.


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