Interview mit Gunnar Elsemann „Zufrieden kann man nicht sein“

Gunnar Elsemann freut sich über die Derbys. Foto: PrivatGunnar Elsemann freut sich über die Derbys. Foto: Privat

Bramsche. Nach der Hälfte der Saison fällt die Zwischenbilanz für die Regionalligabasketballer des TuS Bramsche durchwachsen aus. Sechs Siege, vier Niederlagen und Tabellenplatz fünf hören sich nicht schlecht an. Aber aufgrund des oftmals verbesserungswürdigen Zusammenspiels wäre durchaus mehr drin gewesen. Teammanager Gunnar Elsemann fragen wir im BN-Interview deshalb unter anderem, wie sein Zwischenfazit ausfällt, wie er die unbefriedigende Trainingsbeteiligung sieht und was er von den zurückgekehrten Derbys hält.

Herr Elsemann, sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Zufrieden kann man nicht sein, einen Sieg mehr hätten wir uns verdient gehabt. Aber es hilft nicht, zu jammern. Wir müssen den Blick nach vorne richten. Wie eng es in der Liga ist, sieht man beim Blick auf die Tabelle. Zwei Siege mehr auf dem Konto und wir wären oben dabei. Und andersrum: Zwei Niederlagen mehr, dann wäre der Blick nach unten unausweichlich.

Ein Manko des Teams ist das zuweilen noch nicht besser aufeinander abgestimmte Zusammenspiel. Wie kann man das ändern, wenn die Trainingsbeteiligung nicht selten zu Wünschen übrig lässt?

Gute Frage. Da wir Studenten und Spieler dabei haben, die beruflich stark eingespannt sind, haben wir da wenig Spielraum. Der Trainer holt das Beste aus dem Team heraus. Wir verbessern uns von Spiel zu Spiel. Das haben die Ergebnisse auch gezeigt. Die zweite Mannschaft füllt den Trainingskader und den Spielerkader am Wochenende zwischendurch auf. Wir hoffen, dass es in der Rückrunde besser wird und dass wir vom Verletzungspech weitgehend verschont bleiben. Dann würde es im Training schon viel besser aussehen. Wir müssen weiter an uns arbeiten und zwar hart und regelmäßig.

Die Verletzung von Romello Steffen hat gezeigt, dass das Team auf den kleinen Positionen nicht allzu tief besetzt ist. Denken Sie über Verstärkungen nach oder bleibt es beim aktuellen Kader?

Bobby war am Anfang der Saison verletzt, Romello fiel vier Spiele aus. Marius Meyer hatte viele dienstliche Einsätze, jetzt fiel auch noch zusätzlich Daniel Meyer aus. Der aktuelle Kader ist auf den kleinen Positionen relativ eng besetzt. Gut wäre es deshalb, wenn Sasa Ilic möglichst bald zu uns stößt. Damit wären wir deutlich besser aufgestellt. Wir sondieren immer den Markt, doch wenn jemand in der Saison zu uns stößt, muss er sportlich wie menschlich zu uns passen. Vielleicht tut sich ja noch etwas, die Verantwortlichen sind am Ball.

Das Derby gegen Quakenbrück wurde gewonnen, in Vechta verloren. Haben Sie diese Spiele in den vergangenen Jahren vermisst?

Auf jeden Fall haben uns die Derbys gefehlt. In der Vergangenheit war immer eine Menge Brisanz in diesen Spielen. Früher wurden die Emotionen richtig ausgelebt. Das zog auch mal die eine oder andere Sperre nach sich. Doch heutzutage sind die Derbys anders gelagert. In den anderen Vereinen spielen kaum einheimische Spieler. Vechta holt ausschließlich Akteure v÷on außerhalb, die keinen Bezug zur Stadt haben. In Quakenbrück ist das ähnlich. Auch damit muss man als Traditionsverein leben. Und kurze Anreisewege sind bekanntlich immer etwas Schönes für Team und Fans.

Was erwarten Sie von der zweiten Saisonhälfte?

Es erwartet uns ein schwerer Start in Quakenbrück und bei den Weser Baskets. Anschließend kommt der TK Hannover und der VFL Hameln nach Bramsche. Erst danach werden wir sehen, wo der Weg hinführt. Wir wollen weiter so erfolgreich wie möglich spielen und unser Spiel verbessern. Unsere zahlreichen Anhänger haben das verdient. Wenn ich sehe, wie viele Fans uns auswärts begleiten, dann bekomme ich eine Gänsehaut. Für die bevorstehende Fahrt nach Quakenbrück war der Fanbus innerhalb von drei Tagen ausgebucht. So starten wir dann irgendwie doch mit einem Heimspiel in die Rückrunde. Das ist toll. Wir wollen gleich eine Euphorie entfachen. Bedenken muss man dabei aber immer, dass die anderen Mannschaften kein Kanonenfutter sind, wie die Ergebnisse in der Hinrunde gezeigt haben.


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