Erfolgskontrolle am Hof Hasemann Naturschutz-Förderpreis für Arbeit über Achmer

Von Heiner Beinke

Der Förderpreis der Naturschutzstiftung geht an Sascha Kovac (Mitte). Mit ihm freuen sich (v.l.) Elisabeth Hasemann, Bernward Abing, Winfried Wilkens und Wilhelm Hasemann. Foto: Hermann PentermannDer Förderpreis der Naturschutzstiftung geht an Sascha Kovac (Mitte). Mit ihm freuen sich (v.l.) Elisabeth Hasemann, Bernward Abing, Winfried Wilkens und Wilhelm Hasemann. Foto: Hermann Pentermann

Achmer. Auf dem Hof Hasemann hat Sascha Kovac den Förderpreis der Naturstiftung des Landkreises Osnabrück für herausragende wissenschaftliche Arbeiten erhalten. Die Ortswahl ist kein Zufall: Kovac beschäftigt sich in seiner prämierten Bachelorarbeit mit den Flächen der Stiftung Hof Hasemann.

Seit mehr als zehn Jahren werden zur Siftung gehörende Flächen aus Naturschutzsicht aufgewertet als Ausgleich für Eingriffe in die Natur an anderer Stelle. Nicht nur die Stadt Bramsche beteiligt sich an diesem Kompensationsflächenpool. Auch andere Kommunen kaufen Werteinheiten, für die Flächen hergerichtet werden. Aber führen diese Maßnahmen auch tatsächlich zu den erhofften Verbesserungen? Mit deser Frage hat sich Sascha Kovac beschäftigt.

Der Student des Fachbereichs Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück hat sich für die Beantwortung dieser Frage viel Zeit genommen. In mehr als 60 Vegetationsaufnahmen hat er die verschiedenen Biotope kartiert, alle vorkommenden Gefäßpflanzen und Pflanzengesellschaften erfasst. Die so gewonnenen Felddaten wurden sorgfältig ausgewertet, sodass am Ende der heutige naturschutzfachliche Wert im Sinne einer echten Erfolgskontrolle dem ursprünglichen Wert gegenübergestellt wurde.

Seine Antwort fällt aus Sicht der Stiftung fast so gut aus wie die mit sehr gut bewertete Bachelorarbeit. In fast allen Bereichen ließen sich deutliche Fortschritte wie das Vorkommen seltener Pflanzen nachweisen. „Ich habe einige interessante Entdeckungen gemacht“, betonte Kovac, der darauf verwies, dass Erfolgskontrollen im Bereich des Naturschutzes immer noch sehr selten seien. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass die Arbeit der letzen zehn Jahre „in die richtige Richtung“ gegangen sei. Lediglich in den zur Stiftung gehörenden Waldflächen „könnte man noch ein bisschen mehr erreichen“.

Das wiederum ist für Jürgen Herpin keine Überraschung. In seiner damaligen Funktion als Leiter der Abteilung Umwelt beim Landkreis Osnabrück hatte er die Arbeit als Zweitgutachter bewertet. „Der Förster sagt, 100 Jahre sind nichts“, verwies er auf die nur langsam spürbaren Veränderungen im Wald. In den beiden anderen großen Landschaftsbereichen der Stiftung, dem Grasmoor und dem Bühner Bach, seien die Verbesserungen deutlicher wahrzunehmen.

Der mit 500 Euro dotierte Preis habe den richtigen Adressaten gefunden, war sich Kreisrat Winfried Wilkens als Geschäftsführer der Naturschutzstiftung sicher. Wilhelm und Hermann Hasemann seien mit ihrer Idee, die Hofflächen über eine Stiftung zu bewahren, Pioniere über die Region hinaus gewesen, erinnerte er an die Anfangszeit. Zusammen mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Bernward Abing freute er sich auch über den größeren Rahmen der Preisverleihung, zu der auch Bürgermeister Heiner Pahlmann. der Erste Stadtrat Ulrich Willems und Baudirektor Hartmut Greife gekommen waren. Greife hat lange im Vorstand der Stiftung mitgearbeitet.


Die nachhaltige Sicherung der heimischen Kulturlandschaft ist das Ziel de Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück. Das Stiftungskapital beträgt aktuell rund 3,4 Millionen Euro. Die Stiftung versteht sich als Bindeglied zum ehrenamtlichenNaturschutz, dessen Arbeit unterstützt wird. Seit 1991 wurden Naturschutzmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 2 Millionen Euro gefördert.

https://www.landkreis-osnabrueck.de/bauen-umwelt/naturschutzstiftung