„Fit in unserer Stadt“: Badminton Drei Sätze im Doppel auf Schüttenheide in Schleptrup



Schleptrup. Zurück auf Schüttenheide. Im Sommer habe ich hier das Deutsche Sportabzeichen in Bronze abgelegt. Vor Kurzem habe ich beim Jugendturnen des TuS Engter – im Rahmen meiner mit 45 Jahren verbliebenen Möglichkeiten – mitgemacht. Diesmal nun bin ich aktiver Gast der sympathischen Badminton-Gruppe des Vereins. Eine Sportart, die ich seit meinen Oberstufenzeiten in der Schule mag, die ich anschließend noch häufiger gespielt habe, in den vergangenen Jahren aber leider nicht mehr.

Folge 21 unserer BN-Breitensportserie „Fit in unserer Stadt“ ist also für mich eine Art Wiedereinstieg. Ob er gelingt? Meinen Schläger habe ich jedenfalls am Vorabend im eigenen Keller wieder ausgegraben. Acht weitere Badminton-Freunde (exakt sieben Männer, eine Frau) treffe ich jetzt in der großen Halle auf Schüttenheide.

Schnell wird mir klar: Der Spaß und die Lust auf Bewegung stehen eindeutig im Vordergrund. Der jüngste Mitspieler ist 36 Jahre alt, der älteste 63. „Unser Training ist das Spielen. Wir helfen uns gegenseitig. Einer lernt vom anderen“, erzählt mir Peter. An seiner Seite bestreite ich ein Doppel gegen Sascha und Jürgen. Satz eins geht dabei verloren…

„Alter spielt keine Rolle“

Badminton ist hier für die Mehrzahl der Spieler ein reines Freizeitvergnügen. Zwei Stunden lang. Nur zwei aus dieser Gruppe bestreiten für den TuS auch Liga-Spiele – also offizielle Wettbewerbe. „Jeder ist hier bei uns willkommen“, sagt mir Peter, „Alter und Geschlecht spielen dabei keine Rolle.“ Mit ein paar vorsichtigen Ballwechseln haben sich anfangs alle warm gemacht. Zuvor waren die Netze und Stangen recht rasch in der Halle aufgebaut worden. „Für Anfänger ist es wichtig, dass sie in der ersten Zeit einfach dabeibleiben. Man lernt von Training zu Training. Wer neu ist, darf nur nicht aufgeben.“

Das ist übrigens genau das richtige Stichwort. Satz zwei haben wir nämlich gewonnen. Der dritte Durchgang muss also entscheiden…

Ich selbst komme langsam, aber sicher immer besser ins Spiel rein. Die Zahl der geschlagenen Luftlöcher wird weniger. Jetzt geht sogar mal die Variation von einem langen und einem kurzen „Ball“. Die Abteilung Attacke klappt also. Das Gefühl für die Breite des Platzes ist ebenfalls bereits da. Schwer tue ich mich nur mit der Länge des eigenen Feldes. Da verschätze ich mich gerne noch das eine oder andere Mal. Peter muss es des Öfteren mit seiner Erfahrung bei unserem Doppel ausbaden bzw. ausgleichen.

1977 in Engter gegründet

Fast alle haben hier heute ihr grünes TuS-Polo-Shirt an. „1977 ist die Gruppe gegründet worden“, erklärt mir Wilfried. Er ist der Älteste hier. „1980 hat es das erste Punktspiel gegeben. Inzwischen ist das eine reine Hobbytruppe hier. Jeder haut sich so rein, wie er es möchte.“ Zählt man das Jugendteam dazu, gibt es laut Wilfried aktuelle 20 Badmintonspieler in den Reihen des TuS Engter. Montags um 17.30 Uhr trainiert die Jugend. Freitags um 20 Uhr diese Gruppe. Dazu jeden zweiten Mittwochabend. „Wer bei uns noch mitmachen möchte, bringt sich ein Sportshirt, eine Hose und Turnschuhe mit. Die Schläger stellen wir am Anfang“, sagt Wilfried.

Von Peter möchte ich unterdessen wissen, was einen guten Badmintonspieler auszeichnet. „Man darf nicht stehen bleiben“, erklärt er mir, „das Feld ist ja nicht so groß. Wenn ich mich also gut bewege, ist das ein Problem für den Gegner. Dann kriege ich die allermeisten Bälle. Und ein guter Spieler lässt seinen Gegner so richtig laufen.“

Mir hat der Abend auf alle Fälle viel Spaß gemacht. Das Badminton hier ist ein prima Bewegungsangebot in Bramsche. Und, ach ja! Den dritten Satz unseres Doppels haben Peter und ich natürlich gewonnen… Natürlich!


Unsere Expertin Iris Greff sagt:

„Kenner schätzen, es sollen weltweit mehr als 14 Mio. Menschen sein, die auf Wettkampfbasis Badminton spielen. Eine sehr große Zahl also. Um hier erfolgreich zu sein, kommt es für die Aktiven vor allem auf gute Reflexe, Schnelligkeit und enorme Laufbereitschaft an. Eine gute Kondition ist somit eine der Grundvoraussetzungen.

Wer Badminton dagegen ebenfalls regelmäßig betreiben, aber einen weiten Bogen um Wettkämpfe und Ligastaffeln machen will, findet in diesem Sport trotzdem eine hervorragende Möglichkeit, sich gut und intensiv zu bewegen. Große Teile der Körpermuskulatur werden durch die zahlreichen Bewegungen angesprochen. Gefördert werden dauerhaft auch Kraft, Ausdauer, Reaktionsvermögen und Konzentrationsfähigkeit.

Anfängerkurse in Vereinen und Sportzentren laden Neulinge zum Mitmachen ein. Sehr vorsichtig sollten das Badminton dagegen jene Menschen angehen, die Herz-Kreislauf-Probleme haben. Gleiches gilt bei Vorschäden am Rücken und an Gelenken. Hier sollte vorab ein Gespräch mit einem Arzt geführt werden.

Unsere Expertin Iris Greff ist ausgebildete Fitnesstrainerin und gibt im Osnabrücker „aktivital“ Sportkurse.

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