Adventskalender-Serie Die BN öffnen Türen: Beim MHD in Bramsche

Von Matthias Benz

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Marc Hillers öffnet die Tür zum Rettungswagen. Foto: BenzMarc Hillers öffnet die Tür zum Rettungswagen. Foto: Benz

Bramsche. „Die Bramscher Nachrichten öffnen Türen“ – unter diesem Motto stellen wir bis Heiligabend Orte und Räumlichkeiten aus Bramsche und Umgebung vor, die sonst nicht unbedingt zugänglich sind. An jedem Erscheinungstag einen, einem Adventskalender gleich. Heute sind wir beim Malteser Hilfsdienst.

„Die große Kunst ist es, alles zu verstauen“, sagt Marc Hillers, als er uns den Rettungswagen der Malteser in Bramsche zeigt. Tatsächlich sind in dem Mercedes Sprinter überall Fächer, Klappen und Schubladen, jeder Zentimeter wird genutzt. Marc Hillers ist der Leiter der Rettungswache. Bei unserem Besuch sind gerade zwei der drei Rettungswagen im Einsatz. Die Rettungsassistenten und Sanitäter arbeiten in 24-Stunden-Schichten, in denen sie ständig bereit sein müssen, in Sekundenschnelle loszufahren. Entsprechend wichtig ist es, dass die Fahrzeuge gut in Schuss sind und dass sämtliches Material am richtigen Ort ist. „Im Schnitt ist ein Wagen während einer Schicht mindestens achtmal im Einsatz“, erklärt Hillers. Der Innenraum des etwa ein Jahr alten Rettungswagens sieht fast aus wie ein kleines Behandlungszimmer. Rund um die Trage befindet sich das medizinische Material. Ein tragbares EKG-Gerät, ein Beatmungsgerät und ein Defibrillator hängen an der Wand, alle kleineren Dinge befinden sich dagegen in zahlreichen Schubladen. Marc Hillers öffnet eine nach der anderen für uns. Wie im Schlaf benennt er die Inhalte schon vor dem Öffnen. Im Rettungseinsatz muss eben jeder Handgriff sitzen.

Einfache Dinge wie Pflaster, Verbandszeug oder Atemmasken haben ebenso ihren Platz wie Amputationsbeutel, Infusionen und Blutdruckmanschette. Auch Arznei befindet sich in überschaubarer Menge im Rettungswagen. „Es ist klar vorgegeben, welche Medikamente und wie viel davon wir hier haben müssen. Im Notfall, wenn am Einsatzort also noch kein Notarzt ist, dürfen auch Rettungsassistenten gewisse Medikamente verabreichen.“ Für diese Notkompetenz werden die Mitarbeiter jährlich geschult. „Wir wissen schon, was wir geben dürfen und müssen“, betont Marc Hillers. Im Zweifelsfall können auf einem Tablet-Computer Informationen zur Arznei abgerufen werden. Besonders gesichert sind die Betäubungsmittel, die in einer etwas versteckten Kassette separat abgeschlossen sind.

Bis zu drei Personen können neben dem Patienten im Rettungswagen mitfahren, Angehörige haben hier allerdings nichts verloren. „Die fahren dann vorne auf dem Beifahrersitz mit. Häufig sind Angehörige nervös und erschrocken.“ Da sei es nicht förderlich, dem Notarzt während der Fahrt noch über die Schulter zu schauen. Im Führerhaus zeigt uns Marc Hillers den Funk, die Schaltanlage für Blaulicht und Horn sowie ein weiteres Tablet, auf dem das Notfallprotokoll schon während der Fahrt geschrieben werden kann. Über den Köpfen sind sogar Feuerwehrhelme verstaut. Von außen kann man auf weiteren Stauraum zugreifen. Unter anderem befindet sich hier auch ein Rucksack mit Material, mit dem man speziell Kinder versorgen kann.

Gerade als Marc Hillers uns auch den letzten Winkel gezeigt hat, kommt der nächste Notruf. In Windeseile sitzen zwei Kollegen im Fahrzeug und fahren los. Zeit wird bei den Einsatzkräften ebenso wenig verschenkt, wie Platz im Rettungswagen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN