Film und Gesprächsrunde im Kino Bramscher Grüne informieren über Bienensterben

Von Holger Schulze

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Diskutierten im Universum: Tobias Hartkemeyer, Filiz Polat und Edwin Schröder (v.l.). Foto: Holger SchulzeDiskutierten im Universum: Tobias Hartkemeyer, Filiz Polat und Edwin Schröder (v.l.). Foto: Holger Schulze

Bramsche. Im Rahmen der Filmreihe „Grüne Leinwand“ gaben die Bramscher grünen am Sonntagvormittag „Einblicke in das Bienensterben“ mit anschließender Podiumsdiskussion im Kino.

„More than Honey“, ein Film von Markus Imhoof, führte in Spielfilmlänge in die faszinierende, aber ebenso fragile und gefährdete Welt der emsigen Honigsammlerinnen ein.

Rund 70 Zuschauer folgten den brillanten Bildern. Angefangen von der gemeinschaftlichen Geburtshilfe der Bienen für ihren Nachwuchs, über die noch urig handwerkliche Arbeit eines Imkers in den Schweizer Bergen bis hin zu der industriellen Bienenzucht in Amerika für die gigantischen Plantagen dort, zeigte der Film das Leben, Leiden und hoch differenzierte Arbeiten der Bienen. Ohne sie gäbe es etwa ein Drittel unserer Lebensmittel nicht. Doch der Mensch ist auf dem Weg, sich selbst diesen Nahrungsreichtum zu zerstören, indem er die Biene in ihrer Existenzmöglichkeit bedroht.

Monokulturen, verspritzte Fungizide, Krankheiten und Ungeziefer, die durch den Masseneinsatz von Millionen Bienenvölkern in den riesigen Anbaugebieten übertragen und dann durch ganz Amerika gefahren und am nächsten Einsatzort weitergegeben werden, sowie Antibiotika, ohne die heute auch die Honigbiene nicht mehr würde überleben können, all diese Faktoren sind in ihrer Summe die Ursachen für das weltweite Bienensterben. Inzwischen existieren bereits in China ganze Landstriche, in denen der Mensch die Aufgabe der Bienen übernehmen und die Blüten bestäuben muss, auch dies zeigte der Film.

In der anschließenden Gesprächsrunde mit dem Imker Edwin Schröder und Tobias Hartkemeyer vom CSA-Hof Pente unter der Moderation der Landtagsabgeordnete Filiz Polat zog Tobias Hartkemeyer schnell die naheliegende Parallele zu der übrigen Tierhaltung in der Landwirtschaft.

Verbraucher gefragt

„Eine Wirtschaftsweise mit Artenvielfalt auf den Feldern“ sei „ziemlich angekratzt“, so Tobias Hartkemeyer. Diese zu erhalten ist eine große Herausforderung, die nicht den Bauern allein überlassen werden könne, sondern auch die Verbraucher seien gefragt. Zum Beispiel, um ein anderes Bewusstsein für Vielfalt anzulegen. „Die Biene als Lehrmeister, als Superorganismus zu betrachten“ gehöre mit zum Leitbild des von Tobias Hartkemeyer geführten CSA-Hofes.

Auf die inzwischen auch bei uns geförderten Blühstreifen angesprochen, reagierte Edwin Schröder zurückhaltend. Für sich allein seien diese nicht ausreichend, meinte der Imker. „Weitere Maßnahmen zur Vernetzung der Landschaft“ wie Gewässerschutz seien zudem erforderlich, um vom „Blumentopfnaturschutz“ wegzukommen.

Im Ergebnis mündete die Gesprächsrunde in dem Appell, Verbraucher und Bauern müssten auf regionaler Ebene ganz bewusst kooperieren. Wichtig sei ferner, gerade für Kinder über die Landwirtschaft einen Erlebnis- und Erfahrungsraum zu schaffen, um eine gefühlsmäßige Beziehung zur Natur aufzubauen, war sich die Runde einig.

Seit etwa einem Jahr veranstalten der Ortsverband Bramsche gemeinsam mit dem Kreisverband Osnabrück Land der Grünen sowie das Regionalbüro der Landtagsabgeordneten Filiz Polat in Kooperation mit dem Kino Universum Vorführungen von Filmen abseits einer kommerziellen Ausrichtung.


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