Auszeichnung für Sandra Schießl Bramscherin gewinnt renommierten Kurzfilmpreis

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Bramsche/Hamburg. Mit dem renommierten „Deutschen Kurzfilmpreis“ ist die gebürtige Bramscherin Sandra Schießl ausgezeichnet worden. Die goldene „Lola“, wie die Trophäe heißt, erhielt Schießl in der Kategorie „Animation“ für den Film „Die Nacht des Elefanten“.

Die einfühlsame Geschichte, die Schießl mit ihrer Firma „Trikk 17“ in Hamburg produziert hat, handelt von einem Elefanten, der nicht schlafen kann: Am Morgen wacht er wiederholt in zerstörter Umgebung auf. Er fragt die anderen Tiere, wer verantwortlich sei für dieses Chaos, und bekommt kleine Hinweise von ihnen. Realisiert wurde der Film im Auftrag von „ZDF Tivi“ für die Sendereihe „Siebenstein“. „Für das ZDF und für Siebenstein haben wir schon öfter produziert, das macht uns immer wieder großen Spaß“, berichtet Schießl.

Das Besondere an „Die Nacht des Elefanten“: Die Trickfilmer orientierten sich an der indischen Tradition, Elefanten mit Stoffen und Schmuck pompös zu schmücken. „Dies haben wir aufgegriffen und den Film in einer Patchwork-Ästhetik gestaltet“, erklärt Schießl. Alle Figuren und alle Szenen seien am Nähtisch entstanden. So verwandelten sich bunte Stoffe, Knöpfe, Nadeln und Fäden in fantasievolle Pflanzen und Dschungeltiere, Knöpfe wurden zu schwirrenden Insekten, und aus weißer Spitze entstand ein Glaspalast.

„Es ist alles handgemacht, anschließend sind wir mit einer Kamera drüber und haben die einzelnen Bilder zum Film zusammengesetzt“, erklärt Schießl die aufwendige Arbeit – die letztlich auch die Jury des „Deutschen Kurzfilmpreises“, der renommiertesten Auszeichnung in diesem Genre, überzeugte: Die „filmische Nadelarbeit“, so heißt es in der Laudatio, sei bestens geeignet, um auf besondere Weise die Kreativität unserer Kinder zu fördern. „Die scheinbare Einfachheit in der Wahl der Mittel entspricht perfekt der Struktur und dem Charme der Geschichte und erzeugt einen wohltuenden Kontrast zu den sich immer ähnlicher werdenden Computeranimationen, die den Massenmarkt bedienen.“

Sandra Schießl wuchs in Bramsche auf, bevor sie nach dem Abitur zum Studium der Kunst und Skulptur nach Bremen und Glasgow ging. Ein Studium für visuelle Kommunikation/Animation zählt ebenfalls zu ihrer Ausbildung. Seit Ende 2000 ist sie als Mitbegründerin und Geschäftsführerin der Hamburger Animationsfilmschmiede „Trikk17“ bei den Trickfilmproduktionen hauptsächlich zuständig für Regie und Charakterdesign. Selbst im Zeitalter des Computers ist das noch pures Handwerk – so wie jetzt bei der Produktion von „Die Nacht des Elefanten“, so wie bei dem Puppentrickfilm „Tomte Tummetott und der Fuchs“, für den Schießl mit ihrer Firma 2008 bereits den Grimme-Preis erhielt. „Wir arbeiten nicht nur mit Knete, sondern mit sämtlichen realen Oberflächen wie Stoff, Holz, Latex oder Moos“, betont Schießl. Hinzu kämen aber auch eher herkömmliche Werbespots, Imagefilme und Musikvideos: „Wir haben einen Trailer für die Sportschau produziert und den Werbe-Spot für die Wiedereinführung des bekannten Dolomiti-Eises gedreht“, zählt Schießl eine Auswahl auf. „Und für die Band Seeed haben wir das Video zum Song ‚Ding‘ konzipiert. 16 Millionen Mal wurde das auf Youtube geklickt – verrückt!“, staunt die gebürtige Bramscherin, die auch heute noch „immer wieder gerne“ in die alte Heimat kommt, um ihre Eltern und eine Tante zu besuchen.

Zu sehen ist der Film auf www.tivi.de in der Rubrik „Siebenstein“. Dauer: 7 Min.


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