Schnupperführung mit dem Nachtwächter durch Bramsche

Die Schnupperführung mit Ausrufer Riekens (Elke Lamla, l.) und Nachtwächter Menke (Renate Mügge) begann auf dem Münsterplatz und führte über die Große Straße bis zur Martinskirche.Foto: Olaf ChristanDie Schnupperführung mit Ausrufer Riekens (Elke Lamla, l.) und Nachtwächter Menke (Renate Mügge) begann auf dem Münsterplatz und führte über die Große Straße bis zur Martinskirche.Foto: Olaf Christan

Bramsche. Etwa sechzig Menschen trafen sich am Samstagabend auf dem bereits weihnachtlich geschmückten Münsterplatz, um mit Nachtwächter Menke und Stadtausrufer Riekens eine kleine Tour durch die Bramscher Innenstadt zu machen.

Aufgrund der recht ungemütlichen Temperaturen waren Erwachsene wie Kinder mollig eingepackt, aber offensichtlich voller froher Erwartung. Am Beginn erfuhren die Gäste zunächst etwas zur Namensgeschichte der Stadt. Ausrufer Riekens alias Elke Lamla, erklärt, dass „Bram“ ein altes Wort ist für wild wachsenden Ginster und „Esch“ steht für ein höherliegendes Ackerstück, welches von feuchten Wiesen umgeben ist.

Doktoren und Fleischer

So wurde aus Bramesch erst Bramske und dann Bramsche. Nachtwächter Menke, bürgerlich Renate Mügge, erklärte, dass der Münsterplatz ursprünglich nur einfach „der Platz“ hieß. Hier und in den angrenzenden Straßen fand einmal im Monat der Viehmarkt statt, der dann mit zunehmendem Verkehr auf den Marktplatz verlegt wurde, wo er bis 1963 durchgeführt wurde. Danach wurde er nach Osnabrück in die Halle Gartlage verlegt.

Gebannt hörten die Gäste zu, nur einmal musste der Vortrag kurz unterbrochen werden, da das Sidewalk Orchestra vorbeizog und die eindrucksvoll vorgetragenen Geschichten der beiden Gästeführer zu übertönen drohte. Doch niemand ließ sich davon stören.

Vom Münsterplatz aus ging es dann mit einigen Zwischenstopps weiter die Große Straße entlang Richtung St.-Martin-Kirche. Die Zughörer bekamen dabei jede Menge interessante Informationen über die verschiedenen Häuser und ihre ehemaligen Bewohner. Man hörte von Doktoren, die gute Ausreden für ihr spätes Erscheinen in der Sprechstunde zu bieten hatten, oder über den Fleischer Tackenberg, der sich keine Herrenzimmer kaufen wollte, weil er ja schon ein Frauenzimmer hatte.

Über die Hirschapotheke, die seit 1730 als an ihrem jetzigen Standort betrieben wird, und ihre Namenswandlungen erfuhr man ebenso etwas, wie über die zeitweise 26 Gaststätten und Kneipen der Stadt. Nachtwächter Menke und Ausrufer Riekens erzählten, wer da alles so verkehrte. Sie ergänzten aber auch, dass übermäßiger Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit mit bis zu acht Tagen Gefängnis geahndet wurde.

Noch vieles mehr zur Geschichte der Stadt, zur Entstehung der Martinskirche als Wahrzeichen der Stadt war zu hören. Launig vorgetragen von Nachtwächter Menke und Stadtausrufer Riekens, verging die halbe Stunde Schnuppertour trotz des ungemütlichen Wetters wie im Fluge.

Wer davon gerne mehr hätte, kann als Gruppe oder alleine eine Führung mit Nachtwächter und Ausrufer buchen. Eine volle Führung dauert etwa eine Stunde und ist zu buchen über die Tourismusinformation im Tuchmachermuseum und über das Stadtmarketing Bramsche.