Im Fall einer IGS-Gründung: Bramscher Ratsmehrheit will keine Oberschule

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Was wird aus der Realschule, wenn ihr Gebäude für die IGS benötigt wird? Die Frage ist weiterhin ungeklärt. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeWas wird aus der Realschule, wenn ihr Gebäude für die IGS benötigt wird? Die Frage ist weiterhin ungeklärt. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

be/pm Bramsche. Die Aufhebung der Bramscher Realschule und Umwandlung der Hauptschule in eine Oberschule wird seitens der Neuen Mehrheit im Stadtrat abgelehnt. CDU-FDP-Ballmann und die Grünen sprechen sich in einem Änderungsantrag für den Erhalt von Haupt- und Realschule aus.

Beide Schulen leisten aus Sicht der Neuen Mehrheit gute Arbeit, hätten sich profiliert und sollten daher erhalten bleiben, heißt es in einer Pressemitteilung. „Schulpolitisch haben CDU und Grüne auf Landesebene unterschiedliche Vorstellungen, aber für Bramsche waren wir uns ganz unideologisch schnell einig: Zwei integrative Schulen in Bramsche nebeneinander sind der falsche Weg“, fasst der Sprecher der CDU-FDP-Ballmann Gruppe, Andreas Quebbemann, zusammen.

„Eine Oberschule ist gerade nicht gleichzeitig Hauptschule und Realschule, es ist gemäß Vorlage vielmehr jahrgangsbezogener Unterricht vorgesehen, also vereinfacht der Unterricht von Haupt- und Realschülern gemeinsam in einer Klasse“, meint die CDU-Vorsitzende Imke Märkl.

Wer diesen Weg für sein Kind wolle, habe die Möglichkeit in räumlicher Nähe an der Oberschule Neuenkirchen bei Bramsche sowie an der zukünftigen IGS in Bramsche , so Dagmar Völkmann, schulpolitische Sprecherin der Grünen. An einer IGS würden Kinder mit unterschiedlichen Schul-Empfehlungen für einen längeren Zeitraum gemeinsam unterrichtet. „Unsere Aufgabe als Stadt ist es, den Bramscher Eltern eine möglichst große Wahlmöglichkeit zu bieten“, betont Völkmann.

Dieses sei auch ihm in vielen Gesprächen mit Eltern so bestätigt worden, sagt der Vorsitzende des Schulausschusses, Rainer Höveler. „Durch die vielen offenen Fragen im Zusammenhang mit der IGS ist erhebliche Verunsicherung bei den Eltern vorhanden, die darf durch eine hektische Zerschlagung der Bramscher Schulen nicht noch vergrößert werden“, so Höveler.

Räumlich sieht die Neue Mehrheit Haupt- und Realschule langfristig an der Heinrichstraße. „Wenn dort eine dreizügige Oberschule möglich ist, kann man grundsätzlich auch eine eventuell zweizügige Realschule und in einzelnen Jahrgängen einzügige Hauptschule unterbringen“, so Völkmann. Es handele sich um eine grundsätzliche schulpolitische Entscheidung. „Eine Oberschule würde bedeuten, dass die Eltern, die ihre Kinder auf eine Realschule schicken möchten, dieses nicht tun könnten, nicht mal in Wallenhorst“, meint Märkl.


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